Zahl klinischer Studien steigt wieder an

FOPI/APA-Fotoservice/Hörmandinger

Nach einer rückläufigen Tendenz werden wieder mehr klinische Studien durchgeführt. Im Jahr 2021 waren es insgesamt 289, mehr als 8 % betrafen Covid-19.

Für fortschrittliche und innovative Therapien braucht es klinische Forschung. Nach 273 in Österreich gestarteten klinischen Studien 2020 erhöhte sich die Zahl im Vorjahr auf 289 Studien. Mehr als 8 % davon waren Studien mit Bezug zu Covid-19. Den Löwenanteil stellt aber immer noch die Onkologie mit 52 %, gefolgt von Hämatologie mit 15 % und Neurologie und Autoimmunerkrankungen mit jeweils 11 %. Laut Bernhard Ecker, Präsident des FOPI, haben diese klinischen Studien einen „außerordentlich hohen Wert für das österreichische Gesundheitssystem“, da sie nicht nur Österreich als Forschungsstandort attraktiv macht, sondern auch zur Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern beitragen sowie eine moderne und innovative Behandlung ermöglichen.

„Die Menschen werden immer älter und leben mit verschiedenen Erkrankungen immer länger. Das bedeutet für die Onkologie, dass wir mittelfristig von einer Verdoppelung der Patient:innenzahlen ausgehen müssen. Wir haben es dann mit polymorbiden Patient:innen zu tun, die eine komplexe polypharmazeutische Behandlung erhalten. Das erfordert hohes Know-how von den Ärzt:innen und passende Strukturen in unserem Gesundheitssystem“, sagte Wolfgang Hilbe, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie (OEGHO). „Es wird daher nötig sein, dass exponentiell ansteigende Wissen über Therapien zu bündeln, das heißt zu zentralisieren, und parallel dazu die Versorgung der Menschen niederschwellig anzubieten, das heißt zu dezentralisieren.“

Darüber hinaus führen Studien zu Einsparungen, da die Medikamente von den forschenden Unternehmen getragen werden. „Eine Untersuchung des Instituts für pharmaökonomische Forschung ergab etwa, dass im Zuge klinischer Forschung medizinische Behandlung im Wert von 100 Mio. Euro dem Gesundheitssystem erspart wurde“, sagt Ecker. Die Studie zeigte außerdem, dass 1 €, der in eine klinische Studie investiert wird, 1,95 € für die österreichische Wirtschaft generiert. Ziel sei es daher, möglichst viele Studien nach Österreich zu holen. Ecker wünscht sich hier einen „rechtzeitigen und gerechten Zugang zu Innovationen“. (kagr)