Motivbild © Krakenimages.com - stock.adobe.com Apotheken sehen sich weiterhin mit steigenden Kosten bei stagnierenden Umsätzen konfrontiert. Das zeigt auch das Jahresergebnis der ApoLife Apotheken-Gruppe.
Das gesamte Umsatzvolumen der 115 ApoLife Apotheken legte im Vorjahr lediglich um 3,2 % zu. Angesichts einer rollierenden Inflationsrate von 3,6 % bedeutet dies eine reale Abwärtsentwicklung – und das im dritten Jahr in Folge. Damit liegen die inflationsbereinigten Umsätze der Gruppe unter dem Niveau von 2023. „Wir sind eine Branche im Rückschritt“, konstatierte Martin R. Geisler, Generalsekretär der ApoLife Apothekengruppe. Auch für 2026 erwartet er keine Entspannung: „Wenn man sich die soeben erhobenen Verkaufszahlen unserer 115 Apotheken in ganz Österreich ansieht, kann man nicht anders, als sich um die Zukunft der Apotheken in unserem Land zu sorgen.“ Die Umsatz-Kosten-Schere gehe immer weiter auseinander – bei weiterhin gedämpfter Kaufkraft.
Besonders deutlich zeige sich die Abwärtsentwicklung bei einigen volumenstarken Produktgruppen. So verzeichneten Husten- und Erkältungsmittel lediglich ein nominelles Umsatzplus von 1,3%, Haut- und Schleimhautmittel von 2,28%. Nominell negativ entwickelten sich Tonika und immunologische Produkte (-3,28%) sowie Mittel zur Gewichtsabnahme und Schlankheitsmittel (-6%). Wertmäßige Zuwächse über der Inflationsrate gab es fast nur bei weniger umsatzstarken Produktgruppen wie Mitteln zur Mund- und Zahnbehandlung (+9,1%) oder Entwöhnungsmitteln (+9,9%). Aufgrund der geringeren Ausgangsbasis fallen diese Steigerungen allerdings kaum ins Gewicht.
„Die Zeiten, in denen eine Apotheke als ‚Goldgrube‘ galt, sind lange vorbei. Einzelne Insolvenzen und der Alltag in vielen Apotheken zeigen eine ganz andere Realität: Apotheker:innen kämpfen mit immer höheren Kosten – speziell bei Personal, Mieten und Energie – bei gleichzeitig sinkenden Erlöswerten. Dieser Spagat wird sich 2026 absehbar nicht für alle in der ganzen Branche ausgehen. Wir müssen damit rechnen, dass weitere Apotheken in die Nähe der Verlustzone rutschen“, resümiert Geisler. (APA/tab)