© mbruxelle – stock.adobe.com Soziale Ungleichheit wirkt als Risikofaktor für hitzebedingte Todesfälle, betont die Armutskonferenz und fordert, soziale Aspekte in Hitzeplänen stärker zu berücksichtigen.
„Mit sozialen Belastungen gibt es 180.000 temperaturbedingte Tote mehr und etwa 160.000 zusätzlich bei schwerer materieller und sozialer Deprivation“, zitiert die Armutskonferenz eine aktuelle europaweite Studie. Diese vergleicht ein Szenario mit den günstigsten sozioökonomischen Bedingungen in allen Regionen mit einem Szenario, in dem die Bevölkerung Armut und sozialen Belastungen ausgesetzt ist. Grundlage der Untersuchung sind tägliche Sterblichkeitsdaten aus 32 europäischen Ländern. Insgesamt werteten die Forschenden Daten zu mehr als 161 Millionen Todesfällen aus.
„Armut doppelt das Risiko, an Hitzetod zu sterben, fasst die Armutskonferenz zusammen. Besonders gefährdet seien ältere und pflegebedürftige Personen, kranke Kinder, Patient:innen mit Herz-Kreislaufproblemen – vor allem in Vierteln mit geringem Einkommen. Das Netzwerk fordert Ministerien und Behörden daher auf, soziale Fragen in Hitzeplänen stärker zu berücksichtigen.
Schon heute verzeichne Österreich jährlich zwischen 500 und 1000 Hitzetote, diese Zahl werde voraussichtlich dieses Jahr steigen. Die meisten Betroffenen versterben nicht an einem Hitzschlag, sondern an den Folgen hoher Temperaturen, die insbesondere vulnerable Gruppen mit Vorerkrankungen zusätzlich belasten. „Bei den an Hitze Verstorbenen wissen wir, dass viele der Betroffenen einsam und isoliert waren, es niemand gab, der mal vorbeischaute und fragte, wie es geht”, erklärt Sozialexperte Martin Schenk. Ein Ansatz wäre der Aufbau von Grätzl-Teams, die Nachbarschaftshilfe organisieren könnten. Dafür brauche es finanzierte Strukturen, damit Community-Arbeit nachhaltig wirken könne. (tab)
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