EMA-Rekord an neuen Arzneimitteln   

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Die Europäische Arzneimittelagentur EMA listet in ihrer Jahresbilanz 104 Erstzulassungen und 89 Indikationserweiterungen für bestehende Arzneimittel. 

Im Detail umfassen die 104 EMA-Zulassungsempfehlungen 38 neue Wirkstoffe. 16 Arzneimittel dienen der Behandlung seltener Erkrankungen, 41 sind Biosimilars, 10 sind Generika, 4 sind Impfstoffe. Neben den Erstzulassungen hat die EMA im vergangenen Jahr zu 89 bereits verfügbaren Arzneimitteln eine Indikationserweiterung empfohlen. 40 davon betreffen die Versorgung von Kindern und Jugendlichen.

„Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie viel medizinischer Fortschritt entsteht, aber auch, wie wichtig es ist, diesen Fortschritt für die Menschen tatsächlich zugänglich zu machen. Hinter jedem dieser empfohlenen Arzneimittel steht die Hoffnung der Betroffenen auf mehr Lebensqualität“, betont Alexander Herzog, Generalsekretär des Arzneimittelverbandes Pharmig.

Folgt die Europäische Kommission den Empfehlungen der EMA und erteilt eine Zulassung, bedeutet das einen signifikanten Ausbau des medizinischen Versorgungsspektrums. Besonders viele Produkte betreffen die Bereiche Onkologie, Immunologie, Neurologie und Infektionen. Auch personalisierte Behandlungen gewinnen an Bedeutung, ebenso Zell- und Gentherapien, von denen vier unter die 104 Zulassungsempfehlungen fallen. Diese sogenannten Advanced Therapies beruhen auf biotechnologischen Verfahren, wie der gezielten Veränderung von Zellen oder der Reparatur genetischer Defekte.

Mit der Forschung allein sei es jedoch nicht getan – es brauche Preis- und Erstattungsmodelle, die den tatsächlichen Nutzen der Arzneimittel abbilden, so Herzog: „Dazu gehören, neben ihren Effekten auf die Gesundheit von Patientinnen und Patienten, die Wiederherstellung ihrer Arbeitsfähigkeit, die Vermeidung oder Verkürzung von Krankenhausaufenthalten oder der Beitrag moderner Therapien zur wirtschaftlichen Stabilität unseres Versorgungssystems.“ (tab)