v.l.: Lukas Fiedler (ÖKG), Lara Vadlau (Olympiasiegerin, Ärztin), Daniel Scherr (ÖKG) © ÖKG/APA/FINE FACTS Den Weltherztag nahmen sich Österreichs Kardiolog:innen zum Anlass, eine breite gesellschaftliche Offensive für die Stärkung der Herzgesundheit zu starten, wie die EU das bereits tat.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit oder Herzinfarkt verursachen hierzulande ein Drittel aller Todesfälle. Anders ausgedrückt stirbt in Österreich etwa alle 17 Minuten ein Mensch an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Auch die volkswirtschaftlichen Kosten, die auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückgehen, sind enorm: Die OECD beziffert diese für Österreich pro Jahr auf rund 8,5 Milliarden Euro. EU-weit liegen die Kosten bei 282 Milliarden Euro pro Jahr. Innerhalb der EU sterben pro Jahr 1,7 Millionen Menschen an einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems und pro Minute 3,2 Menschen. Vor dem Hintergrund der hohen Zahlen hat die EU bereits einen Safe Hearts Plan bis 2035 erstellt. Dieser sieht fünf Ziele vor: Die Senkung der vorzeitigen kardiovaskulären Sterblichkeit, die gezielte Bekämpfung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Adipositas, die Verankerung von Prävention, der Früherkennung und eines Screenings in der Praxis, einen stärkeren Fokus auf die Herzgesundheit von Frauen, das Schaffen gemeinsamer europäischer Standards sowie digitale Gesundheitsstrategien.
Diesen Zielen hierzulande nachzukommen, ist der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) zufolge möglich, wenn wiederum fünf Empfehlungen der ÖKG gefolgt wird. Diese präsentierte die ÖKG anlässlich des Weltherztags am Dienstag. Demnach soll Österreich die Herzgesundheit nachhaltig als prioritäres Public-Health-Thema verankern, das Bewusstsein für Herz-Kreislauf-Gesundheit in der Bevölkerung stärken, die Vorsorgeuntersuchung mit Fokus auf kardiovaskuläre Risikofaktoren und Früherkennung modernisieren, unter dem Namen „mein Herzplan“ ein digitales Herzgesundheitsmanagement etablieren, vernetzte Dokumentation und standardisierte Qualitätsdaten ermöglichen sowie einen Österreichischen Herzreport entwickeln.
„Der Safe Hearts Plan der EU eröffnet uns eine klare Chance, nimmt uns aber auch in die Pflicht, diese zu nutzen“, sagte ÖKG-Präsident Daniel Scherr bei der Präsentation der Empfehlungen. Bisher habe man die Herzgesundheit in Österreich vor allem auf Expert:innenebene diskutiert, jetzt sei es Zeit für einen gemeinsamen Aufbruch. Scherr: „Herzgesundheit muss vom medizinischen Fachthema zur gesellschaftlichen Priorität werden.“ (sst/APA)