Kampagne zu Herzgesundheit von Frauen

© Kristina Kircher

Eine neue Initiative will, dass mehr Frauen ihre kardialen Risikofaktoren kennen und will im Hinblick auf Gendermedizin im Gesundheitswesen Bewusstsein schaffen für unterschiedliche Symptome.

Im Jahr 2024 sind über 16.000 Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestorben. Sie sind die häufigste Todesursache für Frauen. Warum mehr Frauen als Männer an diesen Erkrankungen sterben, hat viele Gründe. Denkt man an Herzinfarkt, stellt man sich häufig starke Schmerzen in der Brust vor. Doch bei Frauen sehen die Symptome oft ganz anders aus: ungewöhnliche Müdigkeit, Atemnot, Übelkeit oder Erbrechen, Druck im Rücken, Nacken oder Oberbauch, Schwindel oder kalter Schweiß. Die betroffenen Frauen und auch manche Vertreter:innen von Gesundheitsberufen können die Symptome oft nicht richtig deuten, denn sie unterscheiden sich von denen der Männer, die weitläufig bekannt sind.

Hier setzt die #GoRed Kampagne an: Sie schafft Bewusstsein für Frauenherzgesundheit – in der Politik, in der Medizin und bei den Frauen selbst. #GoRed Austria versteht sich in diesem Kontext als Brücke zwischen medizinischer Evidenz und gesellschaftlicher Umsetzung. Am Aktionstag, dem 6. Februar 2026, setzen Frauen und Männer ein deutliches Zeichen: mit einem roten Kleidungsstück oder einem roten Accessoire, so die Initiatorinnen von #GoRed Austria, Erika Sander, Gudrun Kreutner-Reisinger, Anna Rab und Kristina Hentschel. Die Awareness-Aktion wird unterstützt von der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, dem Gesundheitszentrum für Selbstständige der SVS, Siemens Healthineers, Bayer PharmaÖsterreich und AstraZeneca Österreich GmbH sowie dem Österreichischen Herzfonds, der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG), der Österreichischen Gesellschaft vom Goldenen Kreuze und zahlreichen anderen.

Herzgesundheit bei Frauen geht nicht nur die weibliche Hälfte der Bevölkerung etwas an. Die Auswirkungen verspäteter Diagnosen sind nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich relevant, hieß es bei der Auftaktveranstaltung. Herz- Kreislauf-Erkrankungen verursachen hohe direkte und indirekte Kosten durch Hospitalisierungen, Arbeitsausfälle und Langzeitfolgen. Studien zeigen, dass frühzeitige Prävention und gezielte Risikoerkennung Krankheitslast und Kosten deutlich reduzieren können. Besonders alarmierend: Kardiovaskuläre Erkrankungen nehmen laut internationalen Studien bei jungen Frauen zwischen 20 und 54 Jahren zu. Investitionen in frauenspezifische Prävention sind daher nicht nur gesundheitspolitisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll.

Mit dem EU „Cardiovascular Health Plan“ ist ein Meilenstein für Europas Herzgesundheit gelegt worden. An dem Plan hat unter anderem ÖKG-Präsident Daniel Scherr mitgearbeitet. „Alle 15 Minuten stirbt in Österreich ein Mensch an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Tragische ist, viele dieser Todesfälle wären vermeidbar gewesen,“ sagt Scherr. Im Plan enthalten sind klare Ziele bis 2035, darunter: Reduktion der vorzeitigen kardiovaskulären Sterblichkeit, gezielte Bekämpfung zentraler Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Adipositas, Stärkung von Prävention, Früherkennung und digitaler Gesundheitsstrategien. (rüm)

Service: Kampagne