Millionen-Deal für Top-Forscher aus Österreich in den USA

Der gebürtige Vorarlberger Norbert Bischofberger, Erfinder von Tamiflu und ehemaliger Gilead-Vorstand, hat mit seiner neuen Krebsforschungsfirma 105 Millionen Euro von Investoren geholt: Bischofberger zu RELATUS: In Europa wäre das  kaum möglich.

Kronos Bio, das Unternehmen von Norbert Bischofberger, meldet eine neue Finanzierungsrunde in der Höhe von 105 Millionen USD bekannt. Die Finanzierung wurde von den Investmetfirmen Vida Ventures, LLC und Omega Funds geleitet und umfasste die Beteiligung von Nextech, GV (ehemals Google Ventures), Perceptive Advisors, Invus und Polaris Partners. Zu dieser Serie-A-Runde gehörte auch eine bedeutende Beteiligung von Norbert Bischofberger, President und Chief Executive Officer von Kronos, sowie Mitgliedern des Board of Directors. Für Bischofberger zeigt der Deal auch, wie Europa hinter den USA nachhinke. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie schwierig es ist, in Europa beträchtliches Geld aufzutreiben, und wie viel Geld in den USA zur Verfügung steht.“

Er sei 62, fühle sich wie 42 und benehme sich wie ein 22-Jähriger, sagte der gebürtige Vorarlberger Norbert Bischofberger gegenüber US-Medien, als er im Vorjahr sein Engagement beim US-Biotechriesen Gilead beendete und als Chef und Investor zum Start-up Kronos in der Nähe von San Franzisco wechselte. Anfang der 1990er-Jahre wurde unter seiner Leitung bei Gilead der Arzneistoff Oseltamivir entwickelt. Unter seiner Ägide erfolgte auch die Entwicklung weiterer, hochwirksamer Mittel gegen Viruserkrankungen, unter anderem HIV- und Hepatitis C-Therapeutika.

Die Small Molecule Microarray-Plattform (SMM) von Kronos wurde in mehr als einem Jahrzehnt von ihrer wissenschaftlichen Gründerin Angela Koehler, Dozentin für Biotechnik am Massachusetts Institute of Technology, entwickelt. SMM eignet sich ideal für die schnelle Entdeckung neuartiger Modulatoren oder Degradatoren von historisch nicht austauschbaren Zielen wie Transkriptionsfaktoren. Die Wissenschaft hinter der Firma sei überzeugend. „Es ist eine der aufregendsten Technologien, die mir begegnet sind, und es öffnet eine neue Tür, um einige der größten Herausforderungen zu meistern, mit denen wir heute konfrontiert sind“, sagt Bischofberger.  „Ich denke, wir können hier einen großen Unterschied machen – etwa bei Prostata- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs.“ (rüm)