© ABDA Versandhandelsdruck, seit Jahren stagnierende Honorare, sinkende Apothekenzahlen: In Deutschland gehen die Apotheker:innen am Montag auf die Straße und fordern Verbesserungen.
Wer am Montag in einer deutschen Apotheke ein Medikament kaufen will, könnte vor verschlossenen Türen stehen. Ein Großteil der Apotheken wird zum Wochenstart geschlossen halten. Am kommenden Montag legen Deutschlands Apotheken die Arbeit nieder, erklärt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Mit dem bundesweiten Protesttag fordern sie eine Honorarerhöhung. Die letzte Honorarerhöhung für Apotheken liegt bereits 13 Jahre zurück. Mit den Protesten kämpfen die mehr als 160.000 Beschäftigten für eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation. Über 1.000 Notdienstapotheken stehen bundesweit rund um die Uhr für dringende Medikamente bereit. Parallel zu den Schließungen finden zentrale Kundgebungen und Demonstrationen in Düsseldorf, Berlin, München und Hannover statt.
Die Proteste haben einen ernsten Hintergrund: Während die Einnahmen stagnieren, sind die Betriebskosten in den vergangenen 13 Jahren um mehr als 65 Prozent angestiegen. Diese Schere zwischen stagnierenden Einnahmen und steigenden Ausgaben bringt immer mehr Apotheken in existenzielle Schwierigkeiten. Seit 2013 mussten rund 20 Prozent aller deutschen Apotheken schließen. „Wegen der chronischen Unterfinanzierung müssen jedes Jahr hunderte Apotheken schließen“, erklärt ABDA-Präsident Thomas Preis. Die Apothekerschaft setzt auf breite Unterstützung aus der Bevölkerung. Eine parallel laufende Online-Petition für die Stärkung der Apotheken stößt nach Angaben der ABDA auf starke Resonanz.
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zeigt sich offen für die Apothekenforderungen. Sie hat mehrfach öffentlich angekündigt, die Apotheken wirtschaftlich stabilisieren zu wollen und die Honorierung per Verordnung anzuheben. Auch im aktuellen Koalitionsvertrag von Union und SPD ist eine entsprechende Erhöhung des Apothekenhonorars vorgesehen. (red)