Pharmabeschäftigte: Jetzt geht es um Geld

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Die Lohn- und Gehaltsverhandlungen für 50.000 Beschäftigte in der Chemischen und Pharmazeutischen Industrie sind gestartet. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sprechen von schwierigen Voraussetzungen.

Am Dienstag fand die erste Verhandlungsrunde für die rund 50.000 Beschäftigten der Chemischen und Pharmazeutischen Industrie statt. Seitens der Gewerkschaften GPA und PRO-GE wurden die Forderungen der Beschäftigten übergeben. Neben einer linearen Erhöhung der Löhne, Gehälter und Lehrlingseinkommen über der Inflationsrate umfasst dies Maßnahmen zur Weiterentwicklung attraktiver Arbeits- und Ausbildungsbedingungen. Die Arbeitgeber sehen die Industrie seit mehreren Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Hohe Energiepreise, gestiegene Arbeitskosten und eine insgesamt schwache Konjunktur hätten dazu geführt, dass sich Teile der Branche bereits seit längerer Zeit in einer schwierigen wirtschaftlichen Phase befinden. „Viele Unternehmen kämpfen weiterhin mit rückläufiger Wettbewerbsfähigkeit und hoher Unsicherheit bei Investitionsentscheidungen“, teilt der Fachverband der Chemischen Industrie Österreich (FCIO) mit.

Die Gewerkschaften sehen das anders: „Trotz dem weiterhin angespannten allgemeinen wirtschaftlichen Umfeld, weisen die Kennzahlen auf eine Stabilisierung der Branche hin. Sowohl die Wertschöpfung als auch die Produktionsleistung und Auftragslage haben sich positiv entwickelt“, betonen die Verhandler der Arbeitnehmer:innenseite, Mario Mayrwöger (GPA) und Hubert Bunderla (PRO-GE). „Gleichzeitig belastet die anhaltende Teuerung die Kolleginnen und Kollegen tagtäglich. Umso wichtiger ist eine lineare, nachhaltige Lohn- und Gehaltserhöhung für alle Beschäftigten“, so Mayrwöger und Bunderla weiter. Beide betonen die Wichtigkeit einer fairen Anerkennung der Leistung der Beschäftigten: „Es sind die Kolleginnen und Kollegen, die gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen tagtäglich mit vollem Einsatz ihrer Arbeit nachgehen und den Betrieb aufrechterhalten. Dieser Einsatz muss sich in einer entsprechenden Lohn- und Gehaltserhöhung widerspiegeln.“

Die Arbeitgeberseite sieht hingegen Auswirkungen der internationalen Entwicklungen. „Geopolitische Spannungen beeinflussen Energie- und Rohstoffmärkte, gleichzeitig führen globale Überkapazitäten und internationale Handelskonflikte zu weiterem Wettbewerbsdruck. Auch die wachsende regulatorische Komplexität auf europäischer Ebene stellt Unternehmen vor große Herausforderungen und bindet erhebliche Ressourcen.“ Beide Seiten betonten, dass die ersten Gespräche in einer sachlichen und konstruktiven Atmosphäre verliefen. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 9. April statt. (rüm)