© Sandoz Ein neues Forschungsprojekt liefert konkrete Lösungen für klimafreundliche Pharmastandorte. Verschiedene Tools unterstützen heimische Unternehmen dabei, ihre Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten.
Herzstück des gemeinsamen Projekts „DekarbPharm“ des Austrian Institute of Technology (AIT) und dem Pharmaverband PHARMIG ist das weiterentwickelte Online-Tool DekarbPharm. Ergänzt wird es durch energietechnische Analysen sowie Leitfäden, die speziell auf die teilnehmenden Produktionsstandorte zugeschnitten sind.
„Mit dem Abschluss des Projekts steht der pharmazeutischen Industrie erstmals ein vollständiger Werkzeugkasten zur Verfügung, um die eigene Dekarbonisierung gezielt, datenbasiert und wirtschaftlich sinnvoll voranzutreiben“, sagt Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG. Unternehmen können nun verschiedene Dekarbonisierungspfade simulieren, ihre Energieversorgung besser planen und Investitionsentscheidungen auf Basis einer robusten Datenlage treffen.
Im letzten Forschungsjahr wurden die bisher entwickelten Modelle unter realen Standortbedingungen getestet. Ein Schwerpunkt lag dabei auf HVAC-Systemen. Diese Anlagen steuern Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Reinräumen und Produktionsbereichen und verursachen einen großen Teil des Gesamtenergieverbrauchs. Untersuchungen zeigen, wo effizientere Regelstrategien und technische Anpassungen möglich sind. Zudem analysierte das Projekt Lastspitzen in der Energieversorgung – wie etwa beim gleichzeitigen Betrieb energieintensiver Produktionsschritte oder wenn Kälte- und Wärmebedarf stark schwanken – und untersuchte Maßnahmen, um diese zu reduzieren.
„Unser Ziel war es, ein Instrument zu entwickeln, das die komplexen Energiesysteme pharmazeutischer Werke realistisch abbildet und gleichzeitig einfach bedienbar bleibt“, erklärt Anton Beck, Projektleiter am AIT Center for Energy. Gerwin Drexler Schmid, Business Manager Net Zero Industries am AIT, ergänzt: „DekarbPharm zeigt, wie innovative Technologien und eine durchdachte Energiesystemplanung gemeinsam den Weg zu klimaneutralen Herstellungsumgebungen ebnen können.“ (tab)
Weitere Informationen: https://dekarbpharm.ait.ac.at/