Pilotversuche für Grippeimpfungen in Apotheken in Deutschland

Im Herbst wird es in Deutschland gleich in mehreren Modellregionen Grippeimpfungen in Apotheken geben. Darunter auch Bezirke in Berlin. In Österreich sind derartige Pilotprojekte weiterhin nicht in Sicht.

Im Hinblick auf die kommende Grippesaison werden in mehreren Modellregionen in Deutschland Grippeimpfungen in Apotheken geplant, berichten deutsche Medien. Darunter ist auch die Hauptstadt Berlin wo im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf die Immunisierungen in der Offizin ab der Saison 2021/22 stattfinden sollen. Basis waren Verhandlungen zwischen dem Berliner Apotheker-Verein, dem Verband der Ersatzkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Ziel des Modelprojekts ist es, mit niedrigschwelligen Angeboten die Impfquote zu steigern. Versicherte der sogenannten Ersatzkassen können sich unabhängig von ihrem Wohnort in Charlottenburg-Wilmersdorf impfen lassen.

In Baden-Württemberg startet im Herbst ebenfalls ein Modellprojekt zu Grippeschutzimpfungen in Apotheken. Die teilnehmenden Regionen werden Mannheim, Esslingen, Göppingen und Ostwürttemberg sein. Darüber hinaus sollen ab Herbst im Bezirk Westfalen-Lippe 700 Apotheken mit den Impfungen beginnen, wie der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) Ende Juni bekanntgab. Vereinbart haben das der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) und die Krankenversicherung AOK Nordwest. Das Modellprojekt im benachbarten Nordrhein soll in der kommenden Saison ausgebaut und auf weitere Regionen ausgeweitet werden. In ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) sollen Apotheken in der kommenden Saison Grippeschutzimpfungen durchführen. Auch im Saarland, in Niedersachsen und in der Oberpfalz gibt es Modellprojekte bei Grippeschutzimpfungen.

In Österreich ist derzeit nicht an Impfungen in Apotheken gedacht, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Auch eine Zustimmung der Ärztekammer scheint unwahrscheinlich – die Kammerfunktionäre laufen seit Wochen Sturm gegen die Pläne der Apothekerkammer. Sie hat dennoch wie berichtet bereits 1000 Apothekerinnen und Apotheker für mögliche Impfungen ausgebildet. (red)