Spannen für Apotheken sind weiter gesunken

Die Apothekerkammer hat ihren Jahresbericht vorgelegt: die Apothekenspannen sind demnach weiter gesunken. Die Umsätze sind aber dennoch im Vorjahr gestiegen, zeigt die Analyse.

„Die wohnortnahe Apotheke wird eine immer wichtigere Säule der Gesundheit“, zieht die Spitze der Apothekerkammer in ihrem nun veröffentlichten Jahresbericht Bilanz für 2020. Allerdings kommen die Apotheken wirtschaftlich auch immer mehr in Bedrängnis, wie die genaue Analyse des Jahresberichtes zeigt. Die durchschnittliche Krankenkassenspanne auf Arzneispezialitäten ist in den vergangenen zehn Jahren von 18,18 % auf 14,20 % im Jahr 2019 gesunken, das ist ein Rückgang um rund 21,9 %. Durch den Trend, immer teurere Präparate – mit einer niedrigen prozentuellen Apothekenspanne – zu verschreiben, wird die durchschnittliche Apothekenspanne auch in Zukunft weiter absinken, ist die Kammer überzeugt.

In Österreich liegen nicht nur die Arzneimittelpreise, sondern auch die Apothekenspannen unter dem europäischen Durchschnitt. Die Apotheken erhalten pro Arzneimittel, das auf Kosten der Krankenkassen abgegeben wird, im Durchschnitt 2,61 Euro. Im internationalen Vergleich liegt Österreich mit dieser Spanne im Mittelfeld. Zum Vergleich: in Deutschland beträgt die durchschnittliche Apothekenspanne im Erstattungsbereich pro Packung 8,93 Euro.

Die Apothekenleistung – die den Apotheken zurechenbaren Kosten an den Krankenkassenausgaben – ist seit 2009 praktisch nicht gestiegen. Die Einnahmen der Krankenkassen hingegen sind im Vergleichszeitraum um rund 36 % auf 19,360 Milliarden Euro gestiegen. Durch die Nichtvalorisierung der Apothekenleistung und Spannenkürzungen hätten die österreichischen Apothekerinnen und Apotheker massiv zur Entschuldung der Krankenkassen beigetragen. „Weitere Einsparungen sind ohne Einschränkungen der derzeitigen Leistungen in den Apotheken nicht mehr möglich“, heißt es in dem Bericht. Den größten Anteil der Krankenversicherungsausgaben weisen die Ausgaben für Ärzte mit 30,4 % auf, gefolgt von den Ausgaben für Anstaltspflege mit 28,4 %. Die Umsätze sind im Vorjahr allerdings, wie bereits berichtet, gestiegen: von 4,45 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 4,61 Milliarden im Jahr 2020. (red)

Grafik: Apothekerkammer