Umfrage: Apotheker fürchten Cyberkriminalität

Immer mehr Experten warnen davor, dass gerade Kleinunternehmen und Einzelpersonen Ziel von Cyberangriffen und Erpressungen sind. Das Gesundheitswesen ist ein besonders sensibler Bereich. Die jüngste „Umfrage der Woche“ von RELATUS PHARM zeigt, dass die Apotheker das Risiko als sehr hoch einstufen. 12 Prozent der Umfrageteilnehmer wurden bereits selbst Opfer von Angriffen im Web.

Jüngste Datenerhebungen legen dar, dass kriminelle Handlungen im Internet zunehmen und auch vor dem Gesundheitsbereich nicht Halt machen. „Wenn man die Kriminalitätsstatistiken über die letzten Jahre vergleicht, kann man in Österreich einen noch stärkeren Anstieg der Cyberkriminalität beobachten“, erklärte zuletzt Cornelius Granig, IT-Sicherheitsexperte und Geschäftsführer des Beratungsunternehmen WGM Health Care Services GmbH bei einer Pressekonferenz der Ärztekammer. 2017 stieg demnach die einschlägige Kriminalitätsrate um etwa 28 Prozent im Vergleich zum Jahr davor, 2018 war der Anstieg mit knapp 17 Prozent im Vergleich zu 2017 für Granig „noch immer mehr als besorgniserregend“.

Um Gesundheitsberufe, aber auch Patienten, im Umgang mit Gesundheitsdaten zu helfen, hat Granig ein Konzept mit zehn Sicherheitstipps entwickelt. Neben allgemein gültigen Regeln wie der Vorsicht beim Umgang mit persönlichen Daten und Fotos, der Verwendung sicherer Passwörter sowie dem regelmäßigen Einsatz von Schadsoftware-Scannern und Updates finden sich dabei auch Empfehlungen, die für Granig bereits eine „intensivere Beschäftigung mit der Materie“ erfordern.

„Wichtig ist, dass ein einmal bekannt gewordenes Datenleck auch umgehend überprüft wird“, empfiehlt Granig. Mit unentgeltlich im Internet verfügbaren Tools ist es einfach und schnell möglich abzufragen, ob eine E-Mail-Adresse schon einmal Teil eines Datenlecks war. In puncto Passwörter fordert Granig den Einsatz von Zwei-Faktor-Authentifizierungen, die bereits von vielen Anwendungen angeboten werden.

Auch sollten nur dem User persönlich bekannte USB-Sticks an Arbeitscomputern verwendet werden, denn USB-Sticks würden sich, so Granig, „bestens eignen, um Computer mit Schadsoftware zu infizieren“. Schlussendlich empfiehlt Granig, Verschlüsselungstechnologien für Ordinationswebseiten sowie Arbeitsfestplatten und -USB-Sticks zu verwenden, um die Sicherheit zu erhöhen. Dasselbe gelte für das E-Mail-System, denn für Granig gilt hier der alte Spruch: „Jedes Schrifterl ist ein Gifterl“ – besonders bei der Verwendung von nicht verschlüsselten E-Mails, die einfach von Unbefugten mitgelesen oder entwendet werden könnten. (red)