Versandhandel und Impfen prägen Debatte

© dm/Marco Riebler

Eine Analyse des Medienechos zeigt ein klares Bild: Zwei Themen verdrängen in der Berichterstattung über Apotheken Debatten über eigene Angebote. 

Angebote von Apotheken treten in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend in den Hintergrund. Besonders stark im Fokus der Medien standen zuletzt die Themen Online-Apotheken und Impfen. Der Einstieg der Drogerie-Kette dm in das digitale Versandgeschäft machte – gemeinsam mit anderen Aspekten des digitalen Business – 19 % aller Berichte aus. Den größten Zugewinn an medialer Aufmerksamkeit verzeichnete das Impfen: Fast 10 % aller Berichte zwischen Oktober und Dezember widmeten sich diesem Thema, nachdem es zuvor kaum Beachtung gefunden hatte. Dies hänge mit der Erkältungssaison zusammen, verweise aber auch auf eine der intensivsten globalen Gesundheitsdiskussionen, heißt es von der Apothekengruppe ApoLife. Über wirtschaftliche Herausforderungen für Apotheken wurde vor allem anhand einiger Insolvenzfälle berichtet. Zusammen mit Nachrichten über gesundheitspolitische Themen machten sie 21 % aus. 

Insgesamt ortet ApoLife eine Themenverschiebung auf Kosten von Lokalberichten über einzelne Apotheker:innen. Während im 3. Quartal noch 22 % aller Berichte darauf entfielen, waren es zuletzt nur noch 13 %. Martin R. Geisler, Generalsekretär der ApoLife Apothekengruppe betont: „Die Kolleg:innen landauf, landab investieren täglich ihr Herzblut in die Beratung und als lokale Arbeit- und Impulsgeber, von Aktivitäten für Schulklassen über punktuelle Gesundheitsinitiativen bis zum Tag der offenen Tür in der Apotheke – aber gegen das Dauer-Thema Online-Apotheke ist das leider offenbar nicht relevant genug.“ 

Laut Geisler spiegelt die Berichterstattung einen Trend wider, der parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung der Apothekenlandschaft läuft: „Die einzelne Apotheke, von einem engagierten Team betrieben, hat es immer schwerer, sich in einem zunehmend aufgeregten Umfeld zu behaupten. Das gilt für die Erträge ebenso wie für die mediale Beachtung. (…) Weniger Sichtbarkeit heißt auch weniger Rückenwind für die eigenen Anliegen. Weniger Rückenwind bedeutet weniger politische Unterstützung, was wiederum die wahrgenommene Bedeutung und damit die mediale Beachtung dämpft.“ (tab)