50 Jahre OeGHO in persönlichen Erzählungen: Aufbruchsphasen der Onkologie

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„Und wenn Sie gesund sind, dann gehen Sie nach Hause …“

Ich hatte damals an der hämatologisch-onkologischen Ambulanz praktisch alle Bronchuskarzinompatienten der Univer­sitätsklinik Innsbruck nach der Operation gesehen. Die ersten CT-Geräte sind gerade eingeführt worden, d. h., man hat die Ausdehnung der Tumorerkrankung erst bei der Operation feststellen können. Nachdem die Operation erfolgt ist und man gesehen hatte, dass es eine größere Ausdehnung gibt, sind die Patienten zu mir als damals ganz jungem Arzt gekommen. Sie sind mit einem Koffer dagestanden, weil sie eigentlich schon am Weg nach Hause waren. Auf der für die Versorgung zuständigen Chirurgie wurde ihnen gesagt, dass jetzt nur noch eine abschließende internistische Unter­suchung ansteht: „Und wenn Sie gesund sind, dann gehen Sie nach Hause.“ Dass sie metastasiert waren und eine Chemotherapie brauchten und die Situation die war, dass sie eine unheilbare Erkrankung hatten, musste ich diesen Patienten erklären. Man kann sich vorstellen, wie erschütternd das war. Die Patienten sind mit Tränen aus diesen Ge­sprächen hinausgegangen.


AutorIn: Univ.-Prof. Dr. Richard Greil

Universitätsklinik für Innere Medizin III mit Hämatologie, internistischer Onkologie, Hämostaseologie, Infektiologie, Rheumatologie und Onkologisches Zentrum, Paracelsus Privatuniversität Salzburg


SO 06|2020

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer
Publikationsdatum: 2020-10-27