SP 03|2013

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

  • Psychische Erkrankungen in unserer Gesellschaft
    Psychische Erkrankungen hatten seit jeher und in allen Gesellschaften einen besonderen Platz. Noch nie gelang es, sie nachhaltig auf eine gleiche Ebene mit anderen Erkrankungen zu stellen. Noch immer besteht der Unterschied zwischen körperlichen und psychischen Erkrankungen nicht nur darin, ...Weiterlesen ...

Focus: Psychiatrische Versorgung

  • Psychiatrische Versorgung im Spannungsfeld der Gesundheitsökonomie

    Die steigende Bedeutung psychischer Erkrankungen wird zunehmend auch aus gesundheitsökonomischer Perspektive wahrgenommen. Dass nicht einmal ein Drittel der Gesamtkosten bei psychischen Erkrankungen aus direkten und über zwei Drittel aus indirekten Kosten resultieren, wäre aber vor allem in der Debatte um Bewilligung von Psychotherapie und Erstattung innovativer Medikation eine wichtige Erkenntnis. Klar ist, dass es in der Versorgung psychisch Kranker mit etwa 10 % der personellen und materiellen Ressourcen vom Gesamtvolumen der Gesundheitsausgaben Versorgungsmängel geben muss. Wir wären auch aus volkswirtschaftlicher Sicht gut beraten, diese Mängel zu beheben.

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  • Der Beitrag der Sozialpsychiatrie zur Identität der Psychiatrie

    Die Frage, welchen Beitrag die Sozialpsychiatrie zur Identität der Psychiatrie leistet, hängt im Wesentlichen davon ab, ob sie vorrangig als eine Spezialdisziplin oder als Sichtweise, als ein Aspekt der Psychiatrie erachtet wird. Für den mehrdimensionalen Ansatz der modernen Psychiatrie ist die Berücksichtigung der sozialen Dimension unverzichtbar. Es besteht heute innerhalb der Psychiatrie Konsens, dass eindimensionale oder monokausale Theoriebildungen als überholt angesehen werden müssen. Die gelebte Praxis scheint jedoch diesem Einverständnis zu widersprechen.

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  • Evaluationsergebnisse der medizinischen Rehabilitation bei psychischen Störungen

    Die vorliegenden Daten weisen auf die Wirksamkeit psychiatrischer Rehabilitation in Bezug auf Symptombesserung, Verbesserung der Lebensqualität, Reduktion der Krankenstände, Anzahl und Dauer von Krankenhausaufenthalten, Aufrechterhaltung der Berufstätigkeit und Abnahme der Arbeitslosigkeit (bei freilich gleichzeitiger Zunahme der meist befristeten Berufsunfähigkeits­pensionierungen) hin. Die psychiatrische Reha ist allerdings oft auch überfordert, wenn sie Mängel in der psychiatrischen Akutversorgung ausgleichen soll.

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  • Mobile gerontopsychiatrische Versorgung – was bringt sie, und was kostet sie?

    Eine mobile gerontopsychiatrische Versorgung kann, wenn sie entsprechend den bekannten Bedürfnissen der Menschen arbeitet und nach geeigneten Rahmenbedingungen organisiert ist, viel für die Betroffenen erreichen. In einer randomisierten Studie erwies sich diese Form der Betreuung in allen qualitativen Bereichen als besser und war gleichzeitig deutlich kostengünstiger.

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  • Vorbeugen oder Kinder stark machen – das Projekt KIPKE

    Kinder psychisch kranker Eltern haben ein erhöhtes Risiko, selbst eine psychische Krankheit zu entwickeln. 2010 wurde mit dem Projekt KIPKE in Niederösterreich ein niederschwelliges, präventives Beratungsangebot für die betroffenen Kinder und Jugendlichen etabliert – derzeit das einzige in Österreich, das flächendeckend zur Verfügung steht.

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  • TAF: Ein Weg in der Behandlung von jungen Menschen mit psychotischen Ersterkrankungen

    Seit 2008 bietet der PSD-Wien im „Tageszentrum für psychiatrische Frührehabilitation – TAF“ ein umfassendes Frühbehandlungsprogramm für junge Erwachsene mit psychotischen Ersterkrankungen an. Ziel einer Frührehabilitation ist, eine Chronifizierung des Krankheitsprozesses und die damit verbundenen Folgen zu verhindern. Unter Behandlung in den Frühphasen werden gesundheitsfördernde Maßnahmen wie z. B. Psychotherapie, Psychoedukation etc. subsumiert. Psychopharmaka kommen erst bei länger andauernden psychotischen Symptomen zum Einsatz.

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Kongress

Für die Praxis

  • Zur Problematik der Diagnose Persönlichkeitsstörung

    Die Diagnose Persönlichkeitsstörung ist eine typische „Längsschnittdiagnose“. Neben dem deskriptiven diagnostischen Ansatz (ICD-10, DSM-IV) hat sich parallel das psychodynamische Modell der Persönlichkeit etabliert. Die psychodynamische Konzeption umfasst neben gene­tischen und konstitutionellen auch entwicklungspsychologische Faktoren und berücksichtigt psychosoziale Phänomene unter dem Aspekt von unbewussten Prozessen wie Interaktionen in sozialen Gruppen oder Konflikte.

    Bei der Diagnosestellung ist es hilfreich, sich stets der zahlreichen diagnostischen Problembereiche bewusst zu sein, wie z. B. dem der „Ich-Syntonie“ von Persönlichkeitszügen.

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Panorama

  • Das Leben als Spiel sehen

    Musen und Sirenen. Ein Essay über das Leben als Spiel: Das heißt tiefstapeln. Eine Enzyklo­pädie über das Leben und über das Spiel möchte man Martin Poltrums hier anzuzeigendes Buch nennen. Der klinische Philosoph und Psychotherapeut, Koordinator der Akademie des Anton- Proksch-Instituts, liefert in einem konzentriert erzählten Band mehr als nur Spielerisches rund um das Lebendigste am Leben: das Spiel. Vom Ernst des Spiels, vom Mark des Lebens spannt er den Bogen zur Ewigen Wiederkehr und zur Schönheit des Seins.

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