SP 02|2015

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

Focus: Notfallpsychiatrie

  • Ambulante Notfallpsychiatrie

    Psychiatrische Notfälle sind gefährlich, werden immer häufiger und entstehen meist außerhalb klinischer Einrichtungen.

    Die ambulante Versorgung psychiatrischer Notfälle ist schon allein deshalb von großer gesundheits- und sozialpolitischer Relevanz und liefert zudem einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Frühbehandlung, zur Vermeidung von stationären Aufnahmen sowie zur effizienten Ressourcennutzung.

    Ambulante Notfallpsychiatrie ermöglicht für die Betroffenen ein Mehr an Inklusion in die Gesellschaft.

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  • Psychiatrische Intensivstation

    Die Psychiatric Intensive Care Unit (PICU) bietet „Intermediate Care“ (IMC: Intensivüberwachungspflege) an der Schnittstelle zwischen Psychiatrie und somatischer Intensivmedizin. Sie ist für psychisch kritisch Kranke und auch somatisch Kranke konzipiert, deren suffiziente Behandlung durch eine psychiatrische Erkrankung kompliziert wird.

    Unabhängig von der Diagnose findet sich bei den meisten Patienten an der PICU die wesentliche Gefährdung aus psychiatrischer Sicht entweder in Hinblick auf komplexe Bewusstseinsstörungen oder betreffend Anspannung, schwere Agitation oder Katatonie.

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  • Der Drogennotfall ist kein Schicksal

    Überdosierungen durch Drogen zählen zu den häufigsten Todesursachen bei jungen Erwachsenen.

    Sie sind kein krankheitsimmanentes Schicksal, denn aus medizinischer Sicht sind wissenschaftlich gut untersuchte Maßnahmen (z. B. niederschwellige Substitution, Drogenkonsumräume, Naloxon-Programme) bekannt, die das Risiko einer tödlichen Intoxikation deutlich reduzieren könnten.

    Es ist ein gesundheitspolitisches Versagen, dass dieses Wissen nur sehr zaghaft bzw. gar nicht Eingang in drogenpolitische Maßnahmen findet. EMCDDA 20043

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  • Krisenintervention bei akuter Suizidalität

    Die Arbeit mit suizidalen Menschen stellt für den Arzt oft eine große Herausforderung dar. Ziel einer Krisenintervention ist es, den Suizidgefährdeten darin zu unterstützen, seine Lebensumstände so zu verändern, dass das Leben wieder lebenswert für ihn erscheint.

    Damit dies ­gelingen kann, ist es zunächst notwendig, ein tragfähiges Beziehungsangebot zur Verfügung zu stellen und darauf aufbauend die Not und die Motive hinter der Suizidabsicht zu verstehen.

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  • Krisenintervention – psychoanalytisch gesehen

    Das Beobachten der eigenen Reaktionen ist neben dem auch sonst notwendigen Anbieten einer offenen, wohlwollenden Beziehung maßgeblich für eine erfolgreiche Krisenintervention.

    Gerade in akuten Situationen können sehr starke emotionale Reaktionen im Helfer ausgelöst werden, die zu Verstrickungen führen können, bei ausreichendem Verstehen aber konstruktiv genutzt werden können.

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Kongress

  • Metabolisches Syndrom bei bipolarer Störung

    Menschen mit einer bipolaren Störung sind überproportional häufig vom metabolischen Syndrom und von somatischen Komorbiditäten betroffen.

    Die Ursachen liegen u. a. vermutlich in gemeinsamen inflammatorischen Stoffwechselwegen, aber auch in den Nebenwirkungen der Psychopharmakotherapie und in lifestyleassoziierten Faktoren begründet.

    Die besten Therapieansätze kombinieren Einzel- und Gruppentherapien mit Elementen zu Ernährung, Sport und Verhaltenstherapie. In allen Studien wirkte Prävention zudem besser als Intervention.

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  • ADHS bei jungen Erwachsenen

    Ein häufiges Problem ist, dass jugendliche ADHS-Patienten beim Übergang von der Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Erwachsenenpsychiatrie aus der Versorgung fallen.

    Entgegen früherer Annahmen ist Drogenkonsum bei ADHS-Patienten kein Ausschlussgrund für eine Stimulanzienverordnung.

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