SP 04|2021

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Focus: Sexualität und Psyche

  • Vom lieblosen Sex zur erfüllten erotischen Liebe
    Als Sexualität wird laut deutschem Duden die Gesamtheit der im Geschlechtstrieb begründeten Lebensäußerungen, Empfindungen und Verhaltensweisen bezeichnet. Sexualität äußert sich aber nicht nur in bestimmten Empfindungen und Verhaltensweisen, sondern auch in Vorstellungen, Neigungen und Haltungen – und vor allem: Sie ...Weiterlesen ...
  • Sexualität und Sexualmedizin in der Psychiatrie

    Die Sexualität psychisch kranker Menschen nimmt im psychiatrischen Versorgungsalltag wenig bis gar keinen Raum ein. Die Erhebung einer Sexualanamnese, das Ansprechen von aktuellem sexuellem Erleben, von Wünschen, Erwartungen oder Ängsten erfolgt keinesfalls routinemäßig und ist weder in psychiatrischen Lehrbüchern noch in der Ausbildungsordnung umfassend enthalten.

    Die internationale statistische Klassifikation der Krankheiten (ICD) legt die Wahrnehmung der Psychiatrie auf das Sexuelle offen: -die Diagnosen der nichtorganischen sexuellen Funktionsstörungen, der Störung der Geschlechtsidentität und der Störungen der Sexualpräferenz zeichnen ein Bild des Gestörten, des Verstörenden, des außer die Norm Geratenen – doch Sexualität kann auch für psychisch Kranke Lebensalltag, kann Projektionsfläche und Ressource sein und sollte – mit ihren Licht- und Schattenseiten – Thema im ärztlichen Gespräch werden können.

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  • Sexuelle Normabweichungen und Delinquenz

    Im Interview spricht Primar Dr. Patrick Frottier, Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, über den Zusammenhang von Sexualdevianz und Sexualdelinquenz sowie über den Stellenwert von Normabweichungen in der Gesellschaft.

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  • Sexsucht – was ist normal?

    Definitionsversuche der Sexsucht in medizinischen Klassifikationssystemen schlugen bisher aufgrund mangelnder Evidenz fehl.

    Sozialängste und Kontaktstörungen sind häufig auslösende und erhaltende Faktoren einer Sexsucht. In der Therapie ist der Fokus auf die Selbstfürsorge entscheidend.

    Der Bereich der Onlinepornografie ist der Bereich im Internet mit dem größten Wachstum.

    Was im Zusammenhang mit Sexualität „normal“ und was „zu viel“ ist, müssen wir letztlich alle selbst bewerten.

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  • Sexuelle Dysfunktion und psychiatrische Pharmakotherapie

    Medikamenteninduzierte sexuelle Funktionsstörungen sind bei Antidepressiva- (insbesondere SSRI und SNRI) und Antipsychotikatherapien häufig und leider oft noch ein Tabuthema.

    Dabei führen sexuelle Funktionsstörungen zu beachtlichem Leidensdruck und haben Auswirkungen auf die Therapieadhärenz.

    Insbesondere für Antidepressiva und Antipsychotika sollte deshalb in der Praxis bereits die Substanzauswahl unter dem Gesichtspunkt möglichst keiner oder maximal gering ausgeprägter sexueller Nebenwirkungen erfolgen.

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  • Sexuelle Passionen in der Psychiatrie um 1800

    Um 1800 wurde das Sexuelle im Rahmen einer Diätetik des Sexuellen problematisiert: Als „gesund“ galt die vernünftige Einordnung einer maßvoll praktizierten Lust zur Erreichung des Lebensziels in Form häuslichen Glücks.

    Die frühe Psychiatrie schrieb Leidenschaften das Potenzial zu, psychische Krankheiten zu verursachen und zu befördern. Das therapeutische Maßnahmenbündel beinhaltete Distanzierung, Ablenkung und Anstaltsunterbringung.

    Vorstellungen von der Lebenskraft und der Reizbarkeit der Nerven ermöglichten auch eine Sichtweise, nach der Sexualität nicht nur negativ als eine Art bedrohliche Leidenschaft, sondern positiv als eine Art Energieressource gedacht werden konnte.

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