Rubrik: Editorial

  • Depression ist nicht gleich Depression

    Depression gehört wohl zu den am meisten Verwirrung stiftenden Begriffen unserer Zeit. Im Duden lesen wir, dass er in der Medizin und in der Psychologie für eine sich in tiefer Niedergeschlagenheit ausdrückende seelische Erkrankung steht, in der Umgangssprache einfach mit…

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  • Visionen und Psychiatrie

    Wer Visionen hat, der gehört in die Psychiatrie!“ Dieser Satz wird von Österreichern gerne dem Altkanzler Franz Vranitzky, von den Deutschen dem früheren Kanzler der Bundesrepublik Deutschland Helmut Schmidt zugerechnet. Beide haben diesen Satz zumindest in diesem Wortlaut nie gesagt…

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  • Aggression und Aggressivität aus sozialästhetischer Perspektive

    Jeder weiß, was Aggression ist, wann man von Aggressivität spricht. Jeder weiß, wann und wo er Aggressionen hat und wann und wo er keine hat. Jeder weiß, wie viel Aggression es braucht, um dieses oder jenes zu zerstören oder um…

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  • Immerwährender Neuanfang

    Es ist kein Zufall, dass unser Weihnachtsfest und unser Neujahrsfest in so zeitlicher Nähe zueinander begangen werden, stehen sie doch beide in enger zeitlicher und inhaltlicher Beziehung zu den archaischen Feiern der Wintersonnenwende. Den ersten Januar als Neujahrstag zu feiern,…

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  • Stationäre Behandlung psychisch Kranker

    Üblicherweise wird die Wertigkeit von stationärer Behandlung psychisch Kranker im Vergleich zu ambulanten Behandlungsmöglichkeiten beurteilt. In einem der letzten Editorials wurde bereits auf das Spannungsfeld zwischen stationären und ambulanten Therapieangeboten in unserem heutigen Gesundheitssystem näher eingegangen und dabei auch schon…

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  • Auf dem Weg zum Homo amans

    10 Jahre SPECTRUM Psychiatrie heißt zehn Jahre Arbeit in der Fort- und Weiterbildung im Feld Psychiatrie. An dieser Stelle gilt es daher all jenen Dank zu sagen, die das Erscheinen dieser Zeitschrift ermöglichten und weiterhin ermöglichen, beginnend mit dem Geschäftsführer…

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  • Sucht ist nichts für Willensschwache

    Der Satz „Sucht ist nichts für Willensschwache“ kann auf zweierlei Weise verstanden werden: zum Ersten als weitverbreiteter Allgemeinplatz, nämlich dass die Überwindung von Sucht bzw. Suchtkrankheit nur besonders willensstarken Menschen gelingen kann, während Willensschwache daran scheitern müssen. Zum Zweiten kann…

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  • Vom Überleben zum Leben

    „Wenn du dich einmal verliebt hast, kannst du unterscheiden, was Leben und was Überleben ist. Du weißt, dass Überleben Leben ohne Sinn und Sinnlichkeit bedeutet. Es ist ein schleichender Tod: … du berührst Dinge und spürst sie doch nicht, du…

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  • Stationäre Behandlung in der Psychiatrie

    Braucht es in der Psychiatrie heute überhaupt noch stationäre Behandlung? Können psychische Erkrankungen nicht besser, effizienter bzw. erfolgreicher in ambulanten Einrichtungen behandelt werden? Sind nicht gerade stationäre psychiatrische Behandlungseinrichtungen (und gar nicht so sehr die psychischen Krankheiten bzw. die psychisch…

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  • Essen und psychische Gesundheit

    Essen ist ein konstitutives Moment unseres Lebens. Ohne Essen kein Leben. Ob dieser Banalität erscheint es bemerkenswert, dass in der Psychiatrie dem Essen bisher nur geringes Interesse entgegengebracht wurde – und wenn doch, dann beschränkte sich die Aufmerksamkeit in der…

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  • Depression – das größte Gesundheitsproblem unserer Gegenwart und Zukunft?!

    Der diesjährige Kongress des Anton-Proksch-Instituts, der nun schon 10. in Folge, war der Diagnostik und Behandlung der Depression gewidmet. Manchen, die mit Suchtdiagnostik und Behandlung von Suchtkranken noch nicht so vertraut sind, mag sich die Frage aufgedrängt haben, warum eine…

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  • Prometheus und Epimetheus als Sinnbilder unseres menschlichen Lebens

    Die Zeit rund um den Jahreswechsel ist eine besondere Zeit der Besinnung – eine Zeit des Innehaltens, des Reflektierens von Passiertem, von Getanem und auch von (Noch-)Nicht-Getanem, also eine Zeit des Nachdenkens im unmittelbarsten Wortsinn. Die Griechen hatten für dieses…

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  • Von der Xenophilie zur Xenophobie und wieder zurück

    Es ist in einem Maße betroffen machend und beschämend, wenn man in Radio- bzw. Fernsehnachrichten oder Zeitungsberichten hört, sieht und liest, in welch menschenverachtender Weise mit Menschen verfahren wird, die sich auf der Flucht aus ihrem Heimatland befinden und in…

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  • Bad or mad – sind psychisch Kranke in besonderem Maße gefährlich?

    Die Diskussion um die Gefährlichkeit von psychisch Kranken erfuhr durch die tragische Tat von Andreas Lubitz neuen Nährstoff. Der German-Wings-Pilot Lubitz plante offenbar minutiös seine unfassbare Tat und führte sie dann auch noch mit höchster Akribie aus. Er riss damit…

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  • Sind wir alle gleich?

    Sind wir alle gleich? Beim ersten Hinsehen ist das eine unheimlich banale Frage – oder richtiger: Die Antwort liegt so sehr auf der Hand, dass es sich eigentlich gar nicht lohnt, diese Frage zu stellen. Natürlich sind wir nicht alle…

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  • Von bunten Larven zu gedeihlichem Werden des Menschen

    In den letzten 30 Jahren hat die Brain-Imaging-Forschung schier unglaubliche Erfolge erzielt, und in der Neurologie hatte das auch markante Auswirkungen auf Diagnostik und Therapie. Für die klinische Praxis in der Psychiatrie hingegen blieben Ergebnisse von Studien mittels bildgebender Verfahren…

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  • Der Mensch, das unfertige Wesen

    Der Mensch erblickt das Licht der Welt fernab seiner Fertigstellung. Er ist bei seiner Geburt, aber auch noch in seinen ersten Lebensjahren im höchsten Maße unvollständig. Es fehlen dem Kleinstkind, das wir mit einem Anglizismus Baby nennen, dem Kleinkind, aber…

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  • Schmerzen sind keineswegs simple Phänomene

    Auf den ersten Blick erscheint der Schmerz als ein simples Phänomen. Immer dann, wenn die Schmerzbahnen, über die man heute erstaunlich viel Bescheid weiß, durch mechanische Einwirkungen, entzündliche Prozesse, übermäßige Kälte bzw. Hitze und manch anderes mehr gereizt werden, stellt…

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  • Mythos „Natur“

    Der Mensch ist von Natur aus schlecht. Wie oft haben wir diesen Satz schon hören müssen – und was kann man schon dagegen sagen! Was von Natur aus so ist, wie es ist, ist so, wie es ist, und kann…

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  • „Den uns eigenen Eingang zum Leben zu finden“

    „Die Frage nach dem Zweck des menschlichen Lebens ist unzählige Male gestellt worden, sie hat noch nie eine befriedigende Antwort gefunden, lässt eine solche vielleicht überhaupt nicht zu … man wird kaum irren, zu entscheiden, dass die Idee eines Lebenszweckes…

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  • Psychische Erkrankungen in unserer Gesellschaft

    Psychische Erkrankungen hatten seit jeher und in allen Gesellschaften einen besonderen Platz. Noch nie gelang es, sie nachhaltig auf eine gleiche Ebene mit anderen Erkrankungen zu stellen. Noch immer besteht der Unterschied zwischen körperlichen und psychischen Erkrankungen nicht nur darin,…

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  • Die Wirkkraft des Wortes

    Die letzten Jahrzehnte waren geprägt von offenen und verdeckten Grabenkämpfen der so genannten „Phreniker“ mit ihrem Leitmotiv „Psychische Krankheiten sind Gehirnkrankheiten“ und der „Psychiker“ mit ihrer Behauptung „Psychische Erkrankungen sind Erkrankungen der Seele“. Beide Positionen und damit natürlich auch die…

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  • Bruno Callieri – Vorreiter einer human-basierten Psychiatrie

    Bruno Callieri ist uns dorthin vorausgegangen, wohin wir alle einst zu gehen haben. Mit seinem physischen Tod verlor die internationale Psychiatriegemeinschaft zwar einen der wesentlichsten Vorreiter einer humanbasierten Psychiatrie, gleichzeitig wird er uns aber weiterhin in der Erinnerung seiner Reden…

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  • Was ist der Mensch?


    Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Die erste Frage beantwortet die Metaphysik, die zweite die Moral, die dritte die Religion und die vierte die Anthropologie; im Grunde könnte man aber…

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  • Die Welt der Psychopharmaka – eine Welt der Vorurteile

    „Alles – nur ja keine Psychopharmaka“, „Ich nehme doch nichts, was meine Persönlichkeit verändert“, „Psychopharmaka vertrage ich nicht“, „Psychotherapie ja, Psychopharmakotherapie nein“. Wer, der sich mit der Behandlung von psychisch Kranken beschäftigt, hat nicht schon solche oder ähnliche Sätze gehört?…

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  • „Wenn das Leben als nicht mehr schön erlebt wird, ist die Gefahr für Schlafstörungen besonders groß“

    Zu einem gesunden Leben gehört ein gesunder Schlaf – ein Satz, dem wohl kaum jemand ernsthaft zu widersprechen vermag. Es stellt sich dabei aber natürlich die Frage: Was ist gesunder Schlaf? Ist ein gesunder Schlaf dann gegeben, wenn der Schlaf-Wach-Rhythmus ein regelmäßiger ist, ganz ohne Ein- oder Durchschlafstörungen, ohne wesentliche Verkürzung oder Verlängerung und ohne verfrühtes morgendliches Erwachen – oder braucht es dazu mehr? Muss er nicht auch erholsam und erquickend sein, uns tagsüber mit Kraft erfüllen? Oder sollte man von einem gesunden Schlaf überhaupt nur dann sprechen, wenn er – seine zentrale Zeitgeberfunktion hinreichend erfüllend – uns Wohlfühlen im Wachzustand bringt? Alles Fragen, denen im vorliegenden Themenschwerpunktheft „Schlaf und Schlafstörungen“ nachgegangen wird.

    „Wohlsein“ und Verlust an Lebensfreude

    Bringt man den Schlaf wie eingangs mit gesundem Leben in Verbindung, dann stellt sich aber natürlich ebenso die Frage, was nun unter einem gesunden Leben zu verstehen wäre. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezieht hier zumindest auf den ersten Blick ganz unmissverständlich Stellung. Ein gesundes Leben ist viel mehr als ein nur krankheitsfreier Zustand. Es ist dann gegeben, wenn sich der Mensch in einem Zustand geprägt von körperlichem, seelischem und sozialem Wohlbefinden, eigentlich richtiger „Wohlsein“, befindet. In der ursprünglichen englischen Fassung heißt es nämlich „physical, mental and social well-being“, das in jedem Fall mehr ist als bloßes Wohlfühlen.

    Was nun allerdings mit „well-being“ konkret gemeint ist, wann ein solches als erreicht gilt, bleibt dann weitgehend für persönliche Interpretationen offen. In der Regel wird Wohlsein heute einerseits mit der Absenz von Leid und andererseits mit Funktionstüchtigkeit des Individuums gleichgesetzt. „Gutes Funktionieren“ bleibt hier nicht nur auf die Arbeitswelt beschränkt, sondern wird auch auf die Privatsphäre ausgeweitet, auf den Umgang mit Freunden, Partnern, mit Familie, Kindern etc. Gesund gelten dann diejenigen, die kein körperliches, seelisches und/oder soziales Leiden beklagen müssen und die im körperlichen, psychischen und sozialen Bereich voll funktionstüchtig sind.

    Man kann den Gesundheitsbegriff auch weiter fassen und ihn über subjektiv erlebte bzw. objektiv festgestellte Lebensqualität bestimmen; oder noch weiter – reichend ihn mit einem schönen Leben gleichsetzen. Wir sprechen üblicher – weise dann von einem schönen Leben, wenn es möglichst autonom geführt wird und weitgehend freudvoll erlebt wird. Bei einer solchen Definition steht dann nicht mehr die Funktionstüchtigkeit bzw. das Nicht-Funktionieren im Zentrum des Interesses, sondern es geht vielmehr um die Feststellung eines etwaig erfolgten Autonomieverlustes und der Bewertung des Ausmaßes desselben sowie um Fokussierung auf Zustände zunehmender Freudlosigkeit. Dieser Verlust an Lebensfreude steht seinerseits in enger Verbindung mit erlebtem Leiden.

    Schlafstörungen im Zustand des Ausgebranntseins

    Das Leben wird von den Betroffenen dann auch nicht mehr als schön erlebt. Wilhelm Schmid, einer der führenden Lebensphilosophen unserer Zeit, hat in seinem Buch zur Lebenskunst ganz zu Recht darauf verwiesen, dass schönes Leben in unmittelbarem Zusammenhang mit einem auch als sinnvoll erlebten Leben steht. Schönheit ist ein zentrales lebensbejahendes Moment: Kaum jemand wird Schönes als nicht bejahenswert ausweisen. Alles Bejahenswerte macht und gibt uns Sinn. Unter einem solchen Blickwinkel ist ein schönes Leben dann auch ein sinnvolles, zumindest ein als sinnvoll erlebtes Leben.

    Bezeichnenderweise stellen wir uns die Sinnfrage zum eigenen Leben immer dann, wenn unser Leben als nicht mehr schön empfunden wird. Gerade in solchen Zuständen treten dann meist auch vermehrt Schlafstörungen auf. Führt man ein freudloses bis hin zu leidvollem Leben, fühlt man sich der Umgebung und dem Leben gegenüber ausgeliefert, erlebt man das Leben als unschön, findet man keine Erholung mehr von der Mühsal des Lebens, dann reagiert der Körper ganz regelhaft mit Schlafstörungen. Charakteristischerweise finden sich Schlafstörungen daher auch bei an Burn-out leidenden Patienten. Im Zustand des Ausgebranntseins, dann wenn die Burnout- Symptomatik in der klassischen Trias Erschöpfung, Entfremdung und Leistungsverfall sichtbar wird, also dann, wenn der daran Leidende die im Schlaf gebotene Erholung am meisten braucht, gerade dann wird sie ihm von unserer Natur verwehrt. Umso wichtiger ist es diesen Menschen, Behandlungsmöglichkeiten zu offerieren, die sie aus diesem Teufelskreis herausführen können.

    Burn-out – immer häufigere Krankheit unserer Zeit?

    Von vielen wird Burn-out heute einfach als nicht ernstzunehmende Modediagnose abgetan. Von diesen wird allerdings wenig verantwortungsvoll ein ungeheurer Leidenszustand von Menschen negiert, die meist nicht nur von ihrer Arbeit, sondern im weiteren Verlauf auch vom Zusammenleben mit ihnen vorher noch nahestehenden Menschen und zuletzt von ihrem ganzen Leben selbst überfordert werden.

    Ob Burn-out nun bloß eine Erfindung unserer Zeit ist oder doch eine naturgegebene Krankheitsform, ob es sich bloß um einen ubiquitär vorkommenden Schwäche- und Erschöpfungszustand handelt oder doch um eine immer häufiger werdende Krankheit unserer Zeit, ob es von Arbeitsfaulen bzw. Arbeitsscheuen nur als Ausrede genutzt wird oder aber als multimorbides Geschehen tragischer Endpunkt einer übermäßigen Einsatzfreudigkeit bzw. Leistungswilligkeit von sich selbst überschätzenden Menschen ist, das alles sind Fragen, die am 27. und 28. Jänner 2012 im Rahmen eines vom Anton-Proksch-Institut veranstalteten und im Palais Ferstl stattfindenden Kongresses zu diskutieren sein werden. Es wird dabei auch darauf einzugehen sein, wie man ein so schönes Leben führen kann, dass die daraus gewonnene Kraft ausreicht, einem Ausgebranntsein und damit auch den damit regelhaft verbundenen Schlafstörungen vorbeugend entgegenzuwirken. Natürlich gibt es darüber hinaus noch viele andere Gründe, warum Menschen an Schlafstörungen leiden, über sie wird im vorliegenden Heft ausführlich berichtet. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass auch dann, wenn noch keine psychische Erkrankung im engeren Sinn vorliegt, bereits Schlafstörungen auftreten können, die ein solches Ausmaß annehmen können, dass sie immenses Leiden nach sich ziehen. Immer dann nämlich, wenn wir uns in längerdauernden Überforderungen gefangen finden, seien es nun chronische Arbeitsüberlastungen, moralische Grenzsituationen oder aber Problembeziehungen, kann unser gesunder Schlaf beeinträchtigt werden, immer dann, wenn unser Leben als nicht mehr schön erlebt wird, ist die Gefahr für Schlafstörungen besonders groß.

    Aus diesem Grund wünsche ich uns allen ein schönes, ein gesundes, also ein möglichst selbstbestimmtes und freudvolles Leben und damit verbunden auch einen gesunden und erquickenden Schlaf. All jenen, die selbst von Schlafstörungen betroffen sind und natürlich auch all jenen, die Patienten mit Schlafstörungen behandeln, sei die Lektüre dieses Themenschwerpunkt-Heftes eine interessante und hilfreiche Orientierung.

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  • Rechnerisches und ästhetisches Denken

    Als Menschen sind wir zu unterschiedlichen Weltzugängen fähig. Dieser Umstand führt bei manchen – und gar nicht so selten auch in der Medizin – zu Verunsicherungen, die in der kaum zu beantwortenden Frage kulminieren, welcher Weltzugang nun der richtige sei: ein physikalisch-chemischer, ein somatologisch-biologischer, ein historisch-narrativer, ein tiefenpsychologischer, oder aber ein psycho-sozialer oder ein ästhetisch-humanistischer etc. Andere wiederum sehen gerade in der Pluralität der Weltzugänge einen wesentlichen Vorteil, stellt sie doch eine enorme Bereicherung im persönlichen wie auch allgemeinen Weltverständnis dar und bietet uns darüber hinaus auch die Chance, mit dem uns in und von der Natur Gegebenem zielführender und nachhaltiger umzugehen, vor allem dann, wenn wir auf vorurteilsgeladene Einschränkungen, die eine Weltsichtweise wäre besser als die andere, verzichten und die verschiedenen Welt(ein)sichten zu einem Gesamtbild integrieren lernen.

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  • Burn-out als Erlebensprozess und Krankheitsgeschehen

    Burn-out als besondere Form eines Erlebensprozesses, der in späten Stadien in ein Krankheitsgeschehen münden kann, ist untrennbar mit Arbeit verbunden; nur wer jemals „gebrannt hat“ kann auch „ausbrennen“. So sehr Burnout mit viel arbeiten assoziiert ist, so wenig ist Burn-out auf ein reines Viel-Arbeiten- Syndrom zu reduzieren, zu komplex sind die individuellen Entstehungsgeschichten dieser Leidensform. Nicht jeder, der viel arbeitet, entwickelt auch schon ein Burn-out. Es ist also nicht nur die Arbeitsquantität alleine, sondern vor allem auch die eingeschränkte bis fehlende Arbeitsqualität, die als treibende Kraft in Entstehung, Entwicklung und Fortbestand wirksam wird.

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  • Sozialpsychiatrie heute – eine mehrdimensionale integrative Psychiatrie

    Wir unterscheiden heute zwischen verschiedenen Formen der Psychiatrie wie biologische bzw. somatologische Psychiatrie, psychotherapeutische Psychiatrie, psychoanalytische Psychiatrie, anthropologische Psychiatrie, daseinsanalytische Psychiatrie, Sozialpsychiatrie, vergleichende Psychiatrie, transkulturelle Psychiatrie, Ethnopsychiatrie, Liaisonpsychiatrie etc. Ohne Zweifel ist dem leider zu früh verstorbenen jahrzehntelangen Chefarzt der…

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  • Wege aus der Fremdheit des Anderen ebnen

    Der Mensch ist immer auch soziales Wesen. In Abwandlung des Sartre‘schen Wortes zur Freiheit des Menschen könnten wir sagen, dass der Mensch zur sozialen Interaktion verdammt ist. Es stellt sich also nicht die Frage, ob wir mit dem Anderen, den…

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  • Zur Zukunft der Psychiatrie

    Die letzte Jahrestagung der ÖGPP in Gmunden war dem Thema „Zukunft der Psychiatrie“ gewidmet. Dabei wurden die mannigfachen wissenschaftlichen und klinischen Möglichkeiten, nicht nur die in den letzten Jahren vordergründig genutzten, sondern auch jene, die sich heute durchaus zu Unrecht…

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  • Wege aus der Fremdheit des Anderen ebnen

    Der Mensch ist immer auch soziales Wesen. In Abwandlung des Sartre‘schen Wortes zur Freiheit des Menschen könnten wir sagen, dass der Mensch zur sozialen Interaktion verdammt ist. Es stellt sich also nicht die Frage, ob wir mit dem Anderen, den…

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