Depression: SP 03|2018

  • Neuentwicklungen bei Depression und antidepressiver Psychopharmakotherapie

    Zur Pathophysiologie der Depression gibt es verschiedene neurobiologische Modelle, die nicht als unabhängige Mechanismen, sondern als unterschiedliche Sichtweisen auf komplexe, miteinander verbundene Prozesse verstanden werden sollten.

    Die antidepressive Psychopharmakotherapie ist ein aktives Forschungsfeld, bei dem ausreichende Fachkenntnisse über Pathophysiologie, Verlauf, Diagnostik und sonstige Therapie der Depression notwendig sind, um sowohl gut etablierte als auch neuere antidepressive Off-Label-Therapieansätze sicher und effektiv anzuwenden.

    Weiterlesen ...
  • Bipolare Depression − was gibt es Neues?

    Bipolare Erkrankungen erfordern auch aufgrund der Rezidivhäufigkeit eine präzise Diagnostik und eine klare therapeutische Strategie. Die bewährten Stimmungsstabilisierer sind die Grundlage der Therapie.

    Neue medikamentöse Ansätze sind notwendig, da gerade bei bipolarer Depression die klassischen Antidepressiva nicht ausreichend wirksam sind.

    Zudem sollte die Bearbeitung der Diagnose bipolare Depression auch auf der Gesprächs- und Beziehungsebene laufend durchgeführt werden.

    Weiterlesen ...
  • Suizidgefahr durch neue Medien? Werther− und Papageno−Effekt durch Suiziddarstellungen im Internet

    Sensationsträchtige Medienberichterstattung über Suizid löst Imitationssuizide aus (Werther-Effekt), wohingegen Medienberichte, die eine erfolgreiche Bewältigung einer suizidalen Krise thematisieren, einen Rückgang an Suizidalität bzw. der Suizidrate bewirken können (Papageno-Effekt).

    Online-Medien, die aufgrund ihrer steigenden Popularität eine bedeutsame Rolle für die Suizidprävention spielen, stellen diese vor neue Herausforderungen, bieten aber gleichzeitig auch neue Möglichkeiten der Hilfe für suizidale Menschen.

    Sowohl in traditionellen als auch in Online-Medien können Berichte, die Möglichkeiten des Umgangs mit Suizidalität und Suizid aufzeigen, helfen, Suizid zu verhüten.

    Weiterlesen ...
  • Repetitive transkranielle Magnetstimulation bei Patienten mit Altersdepression

    Die nichtinvasive repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ist eine gut tolerierte Behandlungsmöglichkeit bei unterschiedlichen neuropsychiatrischen Erkrankungen, insbesondere bei therapieresistenten depressiven Syndromen inklusive der Altersdepression.

    Die vorläufigen Ergebnisse dieser Studie weisen auf eine Regulierung der Phenylalaninhydroxy­lase (PAH) durch die rTMS-Behandlung hin. Dia PAH-Aktivität ist entscheidend für die Biosynthese von Adrenalin und Noradrenalin.

    Durch Änderung der Reizparameter, insbesondere durch Verkürzung der Stimulationsdauer, wird diese Methode kostengünstiger und dadurch für den klinischen Alltag brauchbar.

    Weiterlesen ...
  • Darm-Hirn-Achse: Affektive Erkrankungen und Mikrobiom−ein Review

    Der Darm verfügt über ein ausgedehntes neuronales Netzwerk („viszerales Gehirn“). Aktuelle Forschungsaktivitäten beinhalten die bidirektionale Kommunikation zwischen Mikrobiota und neuronaler Aktivität im Gehirn.

    Studien im Tiermodell unterstützen die Hypothese, dass der Einfluss des Magen-Darm-Mikrobioms auf das Gehirn über mehrere unterschiedliche Mechanismen erfolgt. Humanstudien zeigten zudem, dass etwa die extraintestinale Disseminierung darmstämmiger Bakterien („bakterielle Translokation“) bei Personen mit affektiven Erkrankungen häufiger waren als bei psychisch gesunden Menschen und dass Menschen mit Depressionen und bipolaren Störungen ein verändertes Mikrobiom aufweisen.

    Placebokontrollierte randomisierte Studien mit probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln weisen auf eine Verbesserung von psychischen Symptomen sowohl bei psychisch Gesunden als auch bei depressiven Menschen hin. Eine in Graz durchgeführte offene Studie ergab bei PatientInnen mit bipolarer Erkrankung eine signifikante Steigerung von Verarbeitungsschnelligkeit und kognitiver Flexibilität.

    Weiterlesen ...

Sozialpsychiatrie: SP 02|2018

  • Teilhabe schwer psychisch Kranker am gesellschaftlichen Leben

    Die Teilhabe an Lebensbereichen wie Arbeitswelt, eigenständiges Wohnen und Sozialkontakte von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen ist nach wie vor deutlich eingeschränkt.

    Neuzeitliche Entwürfe des Menschen könnten die Inklusion erschweren. Programme zur Reduktion von Exklusion existieren in verschiedenen Teilbereichen, kommen aber noch nicht flächendeckend zur Anwendung.

    Weiterlesen ...
  • Aktuelle Herausforderungen der Sozialpsychiatrie

    Die bedarfsgerechte psychosoziale Unterstützung von Angehörigen psychisch Kranker gehört ebenso wie die adäquate Behandlung von psychisch kranken Flüchtlingen zu den aktuellen klinischen Herausforderungen der Sozialpsychiatrie.

    Die Evaluation der Versorgung psychisch Kranker mit somatischer Komorbidität ist eine wichtige Aufgabe der wissenschaftlichen Sozialpsychiatrie.

    Weiterlesen ...
  • Die psychiatrische Versorgung von wohnungslosen Menschen mit psychischen Problemen

    Wohnungslose Personen mit psychischen Problemen sind weder bedarfsgerecht noch adäquat versorgt und fallen häufig durch das Raster der Zuständigkeiten, was wiederum nachhaltige Forschungsbemühungen erschwert.

    Ambulante Versorgungsmodelle können bei Wohnungslosen mit psychischen Störungen und gleichzeitiger Suchterkrankung die psychische Gesundheit verbessern oder die psychiatrische Symptomatik lindern.

    Eine bedarfsgerechte Versorgung sollte entweder niedrigschwellig und aufsuchend angeboten werden, oder es muss ein intensives oder multiprofessionelles Schnittstellenmanagement unter Nutzung regionaler Strukturen aufgebaut werden, um (ambulante) Versorgungspfade zu ebnen.

    Weiterlesen ...
  • Frühzeitige und aufsuchende Maßnahmen in der Behandlung psychotischer Erstmanifestationen

    Aufbauend auf Evidenz, Empirie und positive Erfahrungen aus dem Forschungsprojekt „GET UP“ wurde im Psychiatrischen Dienst Bozen ein neuer Arbeitsprozess in Form einer Studie implementiert, protokolliert und ausgewertet, um psychotische Erstmanifestationen frühzeitig zu erkennen und die spezifischen Interventionen in klar strukturierte Betreuungspfade zu lenken.

    Die qualitative und quantitative Umsetzung der Interventionen wird durch regelmäßige Supervisionen mit einer ausgewählten Steuerungsgruppe gewährleistet.

    Dank der neuen Vorgehensweise konnten die ambulanten multiprofessionellen Teams 87 % der Patienten und ihren Familienmitgliedern einen schnellen und intensiven Zugang zu den empfohlenen patientenorientierten Behandlungsinterventionen ermöglichen.

    Weiterlesen ...
  • ÖGPP-JAHRESTAGUNG 2018 | Von der Vision zur Realität

    Die Psychiatrie braucht Visionen und Visionäre.

    Damit aus aktuellen Visionen in Zukunft Realität wird, ist ein Miteinander notwendig.

    Weiterlesen ...

Aggression: SP 01|2018

  • Aggression im Alter aus psychoanalytischer Sicht

    Wut, als Primäraffekt und Kristallisationspunkt des Aggressionstriebes, dient dazu, Frustrationen auszuschalten und Autonomie zu erhalten.

    Das Alter ist die vorletzte und nicht auszugleichende narzisstische Kränkung. Die Bewältigung psychischer und somatischer Symptome/Erkrankungen sowie die Konfrontation mit der Endlichkeit stellen den alten und hochbetagten Menschen oft vor eine unlösbare Aufgabe.

    Eine psychosoziale Begleitung und eine psychotherapeutische Beziehung ermöglichen es, die destruktiven Kräfte zu besänftigen, und unterstützen die Erhaltung der Autonomie.

    Weiterlesen ...
  • Amok – kulturanthropologische und transkulturell-psychiatrische Perspektiven

    Amok wurde erstmals in Malaysia beschrieben und unterscheidet sich in mehreren Charakteristika vom westlichen „Schul-Amok“. Die Unterschiede beruhen auf den Unterschieden der Kulturen.

    Während beim klassischen Amok eine dissoziative Bewusstseinslage besteht, werden westliche „Amokläufer“ als bewusstseinsklar und zielgerichtet beschrieben.

    Beiden Formen gemeinsam ist der bewusste oder unbewusste Wunsch, möglichst viele Menschen zu töten.

    Weiterlesen ...
  • Deeskalation lernen?

    Aggression im Gesundheitswesen muss als bestehendes und nicht vollständig vermeidbares Phänomen anerkannt werden. Daraus folgernd ist es unabdingbar, systematisches und strukturiertes Deeskalationsmanagement in den Institutionen einzuführen und zu etablieren.

    Voraussetzung für ein gelingendes Deeskalationsmanagement ist eine deeskalierende Grundhaltung der Mitarbeiter, geprägt durch eine ethisch fundierte Geisteshaltung und die Bereitschaft, sein Bestes in der herausfordernden Situation zu geben.

    Diese ethische Orientierung muss durch Austausch im multiprofessionellen Team und unter Einbeziehung der Betroffenen ständig weiterentwickelt werden.

    Weiterlesen ...
  • Gewalt und Psychose − Sind Patienten mit Schizophrenie gefährlich?

    Psychotische Erkrankungen verdoppeln in etwa das Risiko für Gewalttaten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung.

    Besteht Komorbidität mit Störungen durch psychotrope Substanzen oder antisoziale Persönlichkeit (was deutlich häufiger ist als in der Allgemeinbevölkerung), so erhöht sich das Risiko beträchtlich.

    Die Einbindung dieser komorbiden Patienten mit erhöhtem Gewaltrisiko in das psychiatrische Versorgungssystem bedarf besonderer Anstrengung.

    Weiterlesen ...
  • Aggression – die psychoanalytische Perspektive

    Die Psychoanalyse unterscheidet reale Aggressionsakte von fantasierten Verhaltensweisen, die unter dem Begriff Aggressivität zusammengefasst werden.

    Sigmund Freud ging ursprünglich davon aus, dass der Bemächtigungstrieb innerhalb des Selbsterhaltungstriebes einer gegen einen anderen gerichteten Aggression zugrunde liegt; diese kann in einer masochistischen Umkehrung gegen die eigene Person gerichtet werden.

    Später ordnete Freud den Aggressionstrieb jenem Teil des Todestriebes zu, der ausschließlich mit Sexualität zu erfassen ist und dessen destruktive Handlungen nach außen oder gegen sich selbst gerichtet sein können.

    Kritik anderer Psychoanalytiker bezieht sich vor allem auf die unscharfe Trennung der Begriffe Trieb und Instinkt durch Freud.

    Weiterlesen ...

Essstörungen: SP 04|2017

  • Essstörungen, Schwangerschaft und Mutterschaft

    Nur durch die Aufhebung des Tabus und Stigmas Essstörung, d. h. über das klare Erfragen bestehender oder vergangener Essstörungssymptome, kann die werdende Mutter über die gesundheitlichen Komplikationen vor allem für das Kind informiert und aufgeklärt werden.

    Ziel muss im Rahmen einer deklarierten Risikoschwangerschaft im Kontext von Essstörungen eine medizinische bzw. therapeutische Unterstützung während und nach der Geburt sein.

    Weiterlesen ...
  • Essstörungen im Alter

    Essstörungen im Alter müssen angesichts der hohen Morbidität und Mortalität in der ambulanten und stationären Versorgung entsprechende Beachtung finden und im Verdachtsfall genau exploriert werden.

    Im Alter treten vor allem die Binge-Eating-Störung, Eating Disorders Not Otherwise Specified (nach DSM-IV)/Other Specified Feeding and Eating Disorders (nach DSM-5) und subklinische Essstörungen auf.

    Weiterlesen ...
  • sowhat – Ambulanz für Essstörungen

    u sowhat bietet für Patienten mit Essstörungen eine ambulante Behandlung in einem individua­lisierten multiprofessionellen Therapieprogramm an.

    Nach psychologischer und medizinischer Diagnostik sowie psychiatrischer Erstuntersuchung wird ein individueller Behandlungsplan mit einem Therapieangebot, das den Bedürfnissen und dem Störungsprofil des Patienten am besten gerecht wird, erstellt und umgesetzt.

    Weiterlesen ...
  • Essstörungen – psychodynamisch betrachtet: Von der Behandlung psychosomatischer Strukturen

    Essstörungen zeigen in der Behandlung eine komplexe Psychodynamik.

    Es gibt Hinweise, dass psychodynamische Psychotherapien wirksam sind und auch über alle Therapierichtungen hinweg die Nutzung psychodynamischer Konzepte wie Beziehungsarbeit und Konfliktbewältigung sinnvoll ist.

    Weiterlesen ...
  • Die Sozialästhetik des Essens

    Der Genuss bzw. die Genussfähigkeit stellt den Anknüpfungspunkt zwischen dem Thema Essen und der psychiatrischen Medizin/Psychologie im Sinne von gesundheitsförderlichen Interventionen als Forschungs- und Handlungsgebiet der Sozialästhetik dar.

    Therapeutisches Genusserleben kann störungsspezifische Ansätze in der Behandlung psychisch Kranker erweitern, wobei das Essen und Sich-Ernähren nur eine Teilkomponente des Genusses darstellt, die aber sehr wichtig, weil alltäglich ist.

    Weiterlesen ...

Stationäre Behandlung psychisch Kranker: SP 03|2017

  • Psychiatrische Versorgung in Österreich − Eine Bestandsaufnahme

    Prim. Dr. Christa Rados, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (ÖGPP) im Interview:

    Beispiele für die strukturelle Stigmatisierung in der Psychiatrie sind fehlende Strukturen für Patienten, die unzureichende Erstattung von Psychotherapie, die zu langen Wartezeiten auf einen Kassenarzttermin oder die Nichterstattung von einigen psychopharmakologischen Innovationen.

    Notwendig sind eine Ausbildungsoffensive sowie die Planung von lückenlosen Versorgungsketten vom Akutbesuch bis zur Rehabilitation, bedarfs- und bedürfnis-gerecht nach Diagnose und Patientengruppe.

    Weiterlesen ...
  • Tagesklinik – Station ohne Betten?

    Tageskliniken sind seit vielen Jahren in der psychiatrischen Versorgung etabliert.

    Ein weiterer Ausbau ist im Akut-TKL-Bereich, in der Anzahl sowie im Bereich Tagesklinken mit störungsspezifischen Therapiemöglichkeiten anzustreben.

    Weiterlesen ...
  • Stellenwert der stationären Behandlung bei Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis

    Die stationäre Behandlung von Patienten mit Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis ist integrativer Bestandteil eines Gesamtbehandlungsplanes und sollte auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt werden.

    Die Indikation zur stationären Therapie reicht von einer Krisenintervention bzw. gesetzlichen Unterbringung bis hin zur Inanspruchnahme spezifischer Therapieoptionen z. B. im Rahmen von psychotischen Erstmanifestationen.

    Es bedarf einer interdisziplinären Zusammenarbeit über die Schnittstelle der stationär/ambulanten Betreuung hinaus, um stationäre Behandlungsmöglichkeiten zum besten Nutzen der Patienten einsetzen zu können.

    Weiterlesen ...
  • Stationäre Behandlung von Suchterkrankungen

    Auch wenn die stationäre Suchtbehandlung eine Ergänzung zu einem ambulanten Behandlungssetting darstellt, ist diese trotz alledem eine unverzichtbare Säule in der Behandlung suchtkranker Menschen.

    Da eine Suchtkrankheit eine hochkomplexe psychische Erkrankung ist, werden individuelle Therapieangebote mit einem Höchstmaß an Flexibilität benötigt, um dem Patienten das für ihn bestmögliche Behandlungsangebot zukommen zu lassen.

    Weiterlesen ...
  • 26 Jahre Unterbringungsgesetz − Bestandsaufnahme und Überblick

    Das Unterbringungsgesetz (UbG) löste im Jahr 1991 die seit dem 18 Jahrhundert geltende und 1916 zuletzt novellierte Anhalteordnung ab.

    Ziele waren (und sind) einerseits ein moderner Rechtsschutz für psychiatrische Patienten, die in einer psychiatrischen Abteilung/Klinik aufgenommen sind und dort Beschränkungen unterworfen werden, andererseits eine Verringerung der Zahl untergebrachter Patienten.

    Der Rechtsschutz ist wohl effektiv, die Zahl der Unterbringungen steigt jedoch nach wie vor und ist aktuell etwa 3-mal so hoch wie zu Ende der Anhalteordnung im Jahre 1990.

    Weiterlesen ...

Aktuelle Entwicklungen und neue Perspektiven: SP 02|2017

  • Funktionelle Bildgebung in der Psychiatrie: Was hat sich in den vergangenen 10 Jahren getan, welche Entwicklungen bahnen sich an?

    Die funktionelle Bildgebung trägt maßgeblich dazu bei, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen und zu modellieren – einschließlich neuer Konzeptualisierungen, wie bestimmte psychische Störungen entstehen könnten.

    Charakteristisch für die weitere Entwicklung sowohl der Analysemethoden für bildgebende Daten als auch der Modellierung von Hirnfunktionalität ist die dynamische Netzwerkstruktur des Gehirns.

    Psychische Gesundheit scheint von einem (noch zu spezifizierenden) Gleichgewicht verschiedener Netzwerke abzuhängen, während psychische Störungen mit jeweils (ebenfalls noch genauer zu charakterisierenden) spezifischen Störungen dieses Gleichgewichts einhergehen.

    Weiterlesen ...
  • Diagnostik und Therapie der Schizophrenie: neue Entwicklungen und Perspektiven

    Das DSM-5 definiert die Schizophrenie deutlich enger als die ICD-10.

    Die inhalative Applikation stellt in der Schizophrenie-Behandlung eine Innovation dar.

    Häufiger als bislang üblich sollten frühe Einstellungen auf Depotpräparate vorgenommen werden.

    Neue neurobiologische Verfahren werden die Schizophrenie-Behandlung auf dem Weg zur Präzisionsmedizin prägen.

    Weiterlesen ...
  • Therapie der Depression – heute und morgen

    Therapieresistente Depression: Evidenzbasiert ist eine Augmentation der Antidepressiva mit atypischen Antipsychotika oder Lithium zu empfehlen. Bei der Kombination von zwei Antidepressiva sollten Medikamente mit verschiedenen Wirkmechanismen eingesetzt werden.

    Ketamin: Die glutamaterge Substanz wirkt rasch antidepressiv und wird derzeit in einer weltweiten Akut- und Langzeitstudie mit Beteiligung der Wiener Klinik untersucht.

    Präzisionsmedizin: Das Kombinieren von verschiedenen klinischen und neurobiologischen Faktoren, z. B. genetischen Befunden, stellt einen vielver-sprechenden Ansatz dar.

    Weiterlesen ...
  • Alkoholabhängigkeit im Wandel – was hat sich verändert?

    Die wichtigste Modernisierung im Suchtbereich durch das DSM-5 ist der Wandel von der kategorialen hin zu einer dimensionalen Einordung der Alkoholkonsumstörung mit der Möglichkeit, die Erkrankung in drei Schweregrade einzuteilen.

    Aktuell geltende Therapieziele, die für die große Mehrheit der Patienten unattraktiv sind, ließen eine große Behandlungslücke entstehen. In einer modernen Suchttherapie sollte zumindest vorübergehend das Ziel der lebenslangen Abstinenz z. B. durch eine psycho- und soziotherapeutisch begleitete Trinkmengenreduktion mit dem optimalen Ziel Abstinenz ersetzt werden.

    Weiterlesen ...
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): aktuelle Entwicklungen und Ausblick

    Das amerikanische DSM-5 und die künftige ICD-11 der WHO gehen unterschiedliche konzeptuelle Wege in der Diagnose von trauma- und stressorbezogenen Störungen.

    Traumatische Ereignisse können nicht nur dramatische psychologische Verarbeitungsprozesse auslösen, sondern auch tief in biologische Regulationssysteme eingreifen und funktionelle sowie strukturelle Störungen nach sich ziehen.

    Umgekehrt können genetische Ausstattung, epigenetische Mechanismen und biologische Prozesse wesentlichen Einfluss darauf nehmen, ob eine traumatische Erfahrung zu schwerwiegenden psychischen Störungen führt oder aber mit Resilienz gemeistert wird.

    Weiterlesen ...
  • Humanbasierte Medizin – Theorie und Praxis

    Während die evidenzbasierte Medizin (EbM) noch ganz dem Positivismus verpflichtet ist, hat die humanbasierte Medizin (HbM) ihre Grundlagen in der Postmoderne und rückt den ganzen von der Krankheit betroffenen Menschen mit all seinen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten ins Zentrum des Behandlungsinteresses.

    HbM schließt evidenzbasierte Vorgangsweisen nicht aus, sondern integriert sie im Rahmen eines Dialogs auf Augenhöhe zwischen Therapeut und Patient in ihr Behandlungskonzept.

    Weiterlesen ...
  • Zurück in die Zukunft der (Sozial-)Psychiatrie

    Sozialpsychiatrie bzw. das „Soziale“ in der Psychiatrie und ihre gesundheits- und sozial-politischen Reformen müssen jeden Tag aufs Neue gelebt, weiterentwickelt und, wenn nötig, verteidigt werden.

    In Zukunft gilt es Betroffene und Angehörige vermehrt in den Diskurs über die weitere Entwicklung der Sozialpsychiatrie miteinzubeziehen und sie bei der Gestaltung eines „Lebens wie das aller anderen auch“ zu unterstützen.

    Weiterlesen ...
  • Gesellschaft und Psychiatrie – ein konfliktreiches Spannungsfeld

    Die psychiatrische Pathologisierung von gesellschaftlich unerwünschten oder abweichenden Verhalten, von Bedrohung und Gewalttätigkeit fördert die Stigmatisierung von psychisch kranken Menschen

    Eklatante Mängel in der psychiatrischen Versorgung erschweren eine rechtzeitige Behandlung psychischer Krankheiten.

    Weiterlesen ...
  • Brauchen Mütter und Väter Schizophrenie-Kranker unterschiedliche Hilfen?

    Väter von Schizophrenie-Kranken spielen neben den Müttern in der familiären Betreuung der Erkrankten eine wesentliche Rolle.

    Mütter und Väter unterscheiden sich in Details immer wieder in den benötigten Hilfen. Aus heutiger Sicht sollten Väter aber genauso wie Mütter in Angebote für Angehörige eingebunden werden.

    Weiterlesen ...
  • Probleme und Risiken der Interaktionspharmakologie: Depression und Krebs

    Adäquate Therapie von Depressionen bei onkologischen Patienten erhöht Überlebensrate, Lebensqualität und Therapieadhärenz.

    Pharmakodynamische und/oder pharmakokinetische Wechselwirkungen bei Multimedikation können die unerwünschten Arzneimittelwirkungen verstärken, sodass sie wirklich klinisch relevant werden und zu vermehrten Spitalsaufnahmen führen.

    Die Arzneimittelwechselwirkungen sind heute weitgehend vorhersehbar und daher meistens vermeidbar.

    Weiterlesen ...
  • Psychotherapie in der Psychiatrie − Entwicklungen der letzten 10 Jahre und Zukunftsperspektiven

    Durch Schaffung des „Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin“ gelang eine Integration der Psychotherapie in das Berufsbild des Psychiaters.

    Im stationären Bereich gehört die Zukunft sicher störungsspezifischen Behandlungskonzepten.

    Im niedergelassenen Bereich ist eine wichtige Frage, wer bei begrenzten Ressourcen unter welchen Bedingungen kassenfinanzierte Psychotherapie erhalten sollte und wer nicht.

    Weiterlesen ...

Drogen und substanzinduzierte Psychosen: SP 01|2017

  • Zum schwierigen Verhältnis stationärer und ambulanter Therapie Drogenabhängiger: Entweder – oder? Sowohl als auch!

    Verglichen mit der dynamischen Entwicklung und Ausdifferenzierung der Angebote in der ambulanten Behandlung Drogenabhängiger, die durch Einführung der Substitutionsbehandlung 1987 einen Schub erfuhr, kam es im stationären Bereich erst in den letzten 10 Jahren zu Veränderungen.

    Mit Integration substitutionsbasierter Therapieansätze und Flexibilisierung der Dauer entwickelte sich ein differenziertes stationäres Angebot.

    Eine gute Verknüpfung der Potenziale des stationären und ambulanten Bereiches ist eine wesentliche Voraussetzung für die Wirksamkeit der Langzeittherapie.

    Weiterlesen ...
  • Sucht und Psychose: Komorbidität und/oder Folgeerscheinung?

    Suchterkrankungen und Psychosen haben viele Gemeinsamkeiten. Sie beeinflussen sich in vielen Dimensionen gegenseitig und bestehen oft gleichzeitig.

    Diese enge Vernetzung bildet sich aber nicht im therapeutischen System ab, dort gibt es zwar ausgefeilte Angebote für psychotische Patienten und spezialisierte Suchteinrichtungen, aber kaum Einrichtungen, die sich für beide Erkrankungen zuständig fühlen und darauf spezialisiert sind.

    Da gerade diese Patienten die schlechtesten Prognosen haben, ist das Gesundheits-system gefordert, sich auch für diese Patienten Behandlungsangebote zu überlegen.

    Weiterlesen ...
  • Eh nur kiffen. Mythen und Fakten des Cannabiskonsums

    Das Thema Cannabis – als Genussmittel oder als Medizin – wird medial emotionalisiert und politisiert, wodurch eine sachliche Diskussion kaum möglich ist.

    Aufgabe der Medizin ist es, wie bei jeder Substanz Vor- und Nachteile von Cannabisprodukten abzuwägen und entsprechend einzusetzen oder davor zu warnen. Die Inhaltsstoffe der Hanfpflanze haben sehr unterschiedliche und teils gegensätzliche Wirkungen und können bei bestimmten Symptomen in extrahierter und standardisierter Form als Medikamente eingesetzt werden.

    Aufgrund mangelnden Wissens über viele der Inhaltsstoffe der Hanfblüte, fehlender Möglichkeiten einer genauen Dosierung und potenziell schwerwiegender Neben-wirkungen, ist der Einsatz von Marihuana und Haschisch als Medikament abzulehnen.

    Weiterlesen ...
  • Medikamenteninduzierte Psychosen

    Antiparkinsonika und Antiepileptika sind am häufigsten mit psychotischen Nebenwirkungen assoziiert. Ebenso können vor allem bei älteren Patienten Antibiotika (z. B. Metronidazol, Fluorchinolone, Makrolide, Beta-Laktam-Antibiotika) transiente psychotische Symptome auslösen.

    Zu beachten sind individuelle Risikofaktoren wie z. B. Alter, Dauer der Erkrankung oder genetische Varianten der Cytochrom-P450-Isoenzyme sowie Arzneimittelinteraktionen (Metabolismus über Cytochrom P450, gleichzeitige Wirkung auf dopaminerge und/oder serotonerge Netzwerke).

    Weiterlesen ...

Krankheitskonzepte in der Psychiatrie: SP 04|2016

  • Was ist „normal“, was ist „krank“? Krankheitsbegriff und Diagnostik in der Psychiatrie

    Eine relevante psychische Erkrankung sollte dann diagnostiziert werden, wenn lebensrelevante Funktionsfähigkeiten beeinträchtigt sind und die betroffene Person darunter leidet oder in ihrer Bewältigung des Alltags beeinträchtigt ist.

    Der Krankheitsstatus einzelner Syndrome und ihrer Verläufe hängt nicht vom Vorhandensein eines organischen Korrelats ab, sondern von der generellen medizinischen Bedeutung des Zustandes und dessen individuell schädlichen Folgen.

    Psychische Erkrankungen sind normal und gehören zum Alltag.

    Weiterlesen ...
  • Transkulturelle Krankheitskonzepte in der Psychiatrie

    Aufgrund der großen Migrationsbewegungen muss sich das medizinische Versorgungssystem auf eine große Zahl sehr heterogener Bevölkerungsgruppen vorbereiten.

    Im Rahmen psychiatrischer Erkrankungen gilt es sprach- und kulturgebundene Barrieren zu überwinden und eine interkulturelle Verständigung herzustellen; deshalb muss die interkulturelle Kompetenz als unverrückbarer Bestandteil der Aus-, Fort- und Weiterqualifizierung aller Berufsgruppen des psychiatrisch-psychotherapeutischen Gesundheitssystems etabliert werden.

    Ziel ist es, die sozialen Lebensumstände von Patienten mit Migrationshintergrund, die individuellen Erklärungsansätze zu Gesundheit und Krankheit sowie die Erwartungen an die Behandlung zu kennen, allfällige Barrieren zu überwinden und dadurch zu einer angemessenen Inanspruchnahme des Gesundheitssystems beizutragen.

    Weiterlesen ...
  • Psychosomatische Krankheitskonzepte

    Die moderne Psychosomatik (bzw. Verhaltensmedizin) präsentiert sich heute als ganzheitliche Grundhaltung bzw. Integrationswissenschaft verschiedenster Einzeldisziplinen wie Medizin, Psychologie, Verhaltenswissenschaften, Soziologie, Psychotherapie, Neurobiologie, Anthropologie und andere.

    Ziel der Psychosomatik ist die Erfassung von Wechselwirkungen zwischen biologischen, psychischen und soziokulturellen Aspekten der Entstehung und Aufrechterhaltung von Krankheiten sowie deren Prävention, Behandlung und Rehabilitation.

    Weiterlesen ...
  • Behavioristisch-kognitive Krankheitskonzepte

    Behavioristische Konzepte beinhalten behaviorale, kognitive und emotionsbasierte Konzepte; diese können als Grundlage für das Verständnis und die Therapie psychischer Störungen dienen.

    In der Verhaltenstherapie wurden für die meisten psychischen Erkrankungen störungsspezifische Krankheitsmodelle und daraus abgeleitet störungsspezifische Therapiemanuale entwickelt. Diese Modelle und Anleitungen können allerdings nur als allgemeine Hilfestellung angesehen werden, die im Einzelfall modifiziert und angepasst werden müssen.

    Weiterlesen ...
  • Anthropologische Krankheitskonzepte

    Jede Psychiatrie ist notwendigerweise auch anthropologische Psychiatrie, da es ihr um den Menschen geht.

    Das Bestimmende ist, Krankheit nicht nur negativ, sondern positiv als eine Möglichkeit menschlicher Existenz aufzufassen, die auch Heilungscharakter hat.

    Ihren intensivsten Ausdruck findet anthropologisch-psychiatrisches Denken in einer Psychopathologie der Freiheit.

    Weiterlesen ...
  • Psychoanalytische Krankheitskonzepte

    Wie alle Psychotherapien ist auch die Psychoanalyse primär mit psychischen Störungen und Krankheitsbildern befasst, die auf eine psychogene Kausalität verweisen. Dies bedeutet weiters, dass sie größtenteils als umweltbedingt zu betrachten sind und auf lebens-, erfahrungs- und lerngeschichtliche Zusammenhänge zurückgeführt werden können.

    In Erweiterung zu anderen diesbezüglichen Auffassungen ist der psychoanalytische Ansatz dadurch gekennzeichnet, dass er die Bedeutung unbewusster Faktoren für die Genese dieser Störungen in besonderer Weise berücksichtigt, und dass er durch die Überführung chronisch gewordener psychopathologischer Phänomene in erlebnisnahe Re-Aktualisierungen der ihnen zugrunde liegenden Triebfixierungen und Objektbeziehungen (Übertragungs-analyse) Normalisierungen im Sinne von Sublimierungen ermöglicht.

    Weiterlesen ...

Sport & Psychiatrie: SP 03|2016

  • Effekte, Nebenwirkungen und zukünftige Entwicklungen – schizophrene Psychosen und Sport

    Bei Patienten mit schizophrenen Psychosen sind gezielte sporttherapeutische Interventionen – insbesondere aerober Ausdauersport – mit Verbesserungen des globalen Kognitionsniveaus, der psychopathologischen Symptome, des globalen Funktionsniveaus und der Lebensqualität verbunden.

    Zu den positiven Effekten von Krafttraining gibt es Hinweise, größere Untersuchungen sind noch ausständig.

    Forschungen am Tiermodell haben viel zum Verständnis, wie Ausdauertraining auf Gehirnstruktur und -funktion wirken könnte, beigetragen.

    Weiterlesen ...
  • Sport und Demenz: Protektiv oder induktiv?

    Physisch aktive Menschen weisen ein geringeres Risiko für eine Demenzentwicklung auf.

    Aerobes Training kann die Angio- und Neurogenese im Hippocampus und die synaptische Plastizität verbessern.

    Kontaktsportarten, die zu zerebralen Traumen führen, könnten über eine chronisch-traumatische Enzephalopathie allerdings auch zur Demenzentwicklung beitragen.

    Weiterlesen ...
  • Sport- und Bewegungstherapie bei psychischen Erkrankungen

    Im psychiatrischen Kontext stellt Sport- und Bewegungstherapie keine Alternative zu etablierten Behandlungsformen dar, ist aber nach aktueller Datenlage eine gut belegte Ergänzung im Rahmen eines multimodalen therapeutischen Vorgehens.

    So ist bei Depressionen die Wirksamkeit von Ausdauer- und Krafttraining im Sinne einer Symptomreduktion belegt, auch bei Angststörungen liegen positive Daten vor.

    Weiterlesen ...
  • Depression und Leistungssport

    Man geht davon aus, dass Depressionen im Leistungssport ebenso häufig vorkommen wie in der Allgemeinbevölkerung.

    Sportler nehmen psychiatrische Behandlungen nur schwer in Anspruch.

    Verletzungen und das Beenden der Karriere sind häufige depressionsauslösende Faktoren.

    Weiterlesen ...
  • Zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychiatrie und -psychotherapie in der ÖGPP: Wozu Sportpsychiatrie?

    Leistungssportler sind einem hohen Druck ausgesetzt, Spitzenleistungen fortlaufend zu erzielen, keine Schwächen zu entwickeln und, wenn es doch zu solchen kommt, diese nicht zu zeigen. Die Bedingungen des Leistungssports bringen Belastungen mit sich, die die Entwicklung von psychiatrischen Erkrankungen begünstigen….

    Weiterlesen ...
  • Epilepsie und psychiatrische Erkrankungen

    Psychiatrische Störungen bei Epilepsie haben eine signifikant höhere Prävalenz als in der Allgemeinbevölkerung und bei anderen chronischen Erkrankungen. Umgekehrt stellen psychiatrische Erkrankungen einen Risikofaktor für das Auftreten einer Epilepsie dar. Diese bidirektionale Beziehung lässt auf gemeinsame pathogenetische Mechanismen schließen.

    Psychiatrische Störungen beeinträchtigen die Lebensqualität von Epilepsiepatienten oft mehr als die Anfallsfrequenz.

    Da psychiatrische Störungen bei Epilepsiepatienten unterdiagnostiziert und unterbehandelt sind, stellen die frühzeitige Diagnose und Therapie eine wichtige Herausforderung für den behandelnden Neurologen und Psychiater dar.

    Weiterlesen ...
  • Das Tourette-Syndrom

    Das Tourette-Syndrom (TS) ist die wichtigste Tic-Störung, beginnt im Kindes- und Jugendalter und verläuft meistens mit wechselhaftem Schweregrad über das ganze Leben.

    Durch die medikamentösen und nichtmedikamentösen Behandlungen kann eine deutliche Reduktion der Beschwerden erzielt werden. Die Ursachen sind nicht genau geklärt.

    Weiterlesen ...
  • Hysterische Anfälle – psychoanalytische Konzepte: Wozu das Theater?

    Die vor allem historisch begründete Charakterisierung der Hysterie als Anfallsleiden verkennt ihre dem Symptomreichtum und der Wandlungsfähigkeit zugrunde liegende Struktur, welche aus psychoanalytischer Perspektive durch spezifische Subjektpositionen und unbewusste Grundphantasmen definiert werden kann.

    Weiterlesen ...

Depression: SP 01|2016

  • Armut und Depression

    Armut, Arbeitslosigkeit und Wohnungslosigkeit sind signifikante Faktoren für sozialen Stress, der sich mit psychischen Herausforderungen jeder Art wie z. B. einer Depression potenziert; sozialer Stress trägt gleichzeitig bei mangelnder Resilienz und fehlenden anderen Ressourcen zum erhöhten Depressionsrisiko bei.

    Ohne Hilfe zur realen Problemlösung, ohne soziale Unterstützung, Wohnung, Reintegration ins Arbeitsleben, Hilfe bei der Kindererziehung gelingt es auch durch Therapien kaum, eine Wende herbeizuführen – ohne Dach über dem Kopf und ohne soziale Reintegration gibt es keine psychische Recovery.

    Weiterlesen ...
  • Depressiver Wahn – eine phänomenologische Untersuchung

    Depressiver Wahn ist das Kernsymptom der schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen und umfasst die Themen Schuld, Verarmung, Hypochondrie. Psychotische Depressionen sind häufiger als allgemein angenommen und mit vermehrter Suizidalität verbunden.

    Depressive Wahninhalte sind Teil von Persönlichkeit, Lebensgeschichte und depressivem Syndrom und verbergen sich hinter schwerer Depersonalisation und Angst. Depressive Wahn­themen müssen aktiv exploriert werden.

    Die Bedeutung des Angstaffekts bei der Wahngenese macht eine ausreichend hoch dosierte und oft länger dauernde Benzodiazepingabe erforderlich, der die Kombi-nationsbehandlung mit Neuroleptika und Antidepressiva folgt.

    Weiterlesen ...
  • Das Problem des depressiven Rezidivs

    Jede vorangegangene Depression erhöht das Risiko für künftige Depressionen, jedoch nimmt die Bedeutung kritischer Lebensereignisse als Auslöser mit jeder erneuten Episode ab. Wiederauftreten dysfunktionaler Einstellungen und ruminierender, grübelnder Denkstil könnten neben neurobiologischen Ursachen (Abnahme der Serotoninkonzentration) der Depression den Weg bahnen.

    Aus diesen Erkenntnissen wurde ein Therapiekonzept zur psychotherapeutischen Rückfallprophylaxe entwickelt, eine Dauerbehandlung mit Antidepressiva wird von Leitlinien empfohlen.

    Weiterlesen ...
  • Genderaspekte der Depression – gibt es eine Frauen- oder Männerdepression?

    Epidemiologischen Daten zufolge erkranken Frauen häufiger an Depressionen als Männer, gleichzeitig haben Männer ein 3-fach erhöhtes Suizidrisiko.

    Dies könnte ein Hinweis sein, dass die Depressionsrate von Männern unterschätzt wird – auch aufgrund von untypischen Depressionssymptomen wie z. B. vermehrter Impulsivität und geringerem Hilfesuchverhalten.

    Weiterlesen ...
  • Von der Vergangenheitsbewältigung zum erfüllten Leben? – Gedanken zu einer Soziologie der Depression

    In den modernen Industriegesellschaften nimmt die Depression zu, und daher ist es wichtig, sich mit gesellschaftlichen Zuständen und Trends, die depressionsrelevant sein können, auseinanderzusetzen.

    Eine Soziologie der Depression wird in erster Linie nach den gesellschaftlichen Bedingungen erfüllten Lebens fragen, die in allen Lebensbereichen zu fördern sind.

    Weiterlesen ...

Suizidprävention: SP 04|2015

  • Eine Bezifferung des Suizids in Österreich

    Die Zahl der Suizide ist in Österreich mehr als doppelt so hoch wie tödliche Verkehrsunfälle. Der Rückgang der österreichischen Suizidrate stagniert seit dem Beginn der Wirtschaftskrise im Jahr 2008, während in vielen europäischen Ländern bereits deutliche Anstiege der Suizidraten beobachtet werden.

    Der Öffentlichkeit entsteht durch Suizid jährlich ein finanzieller Verlust von etwa 1,3 Mrd. Euro. Dem steht ein jährliches Budget für Prävention und Gesundheitsförderung aller Erkrankungen von nur 607 Mio. Euro gegenüber.

    Das nationale Suizidpräventionsprogramm (SUPRA) ist eine Gelegenheit, Evidenz wirksam in Umsetzung zu bringen.

    Weiterlesen ...
  • Suizid und Medien – die Bedeutung der Medien in der Suizidprävention

    Sensationsträchtige Medienberichte über Suizid können Imitationssuizide auslösen, eine zurückhaltende Berichterstattung über Suizid kann – wie österreichische Erfahrungen zeigen – einen Beitrag zur Suizidprävention leisten.

    Medienberichte und Webseiten, die auf die erfolgreiche Bewältigung einer suizidalen Krise fokussieren, können Suizidalität verringern und helfen, Suizid zu verhüten („Papageno-Effekt“).

    Das Internet hat eine wichtige Rolle in der Suizidprävention, präventive Webseiten sind aber in Suchmaschinen oft nicht top gereiht. Daher ist es wichtig, die Sichtbarkeit von Webseiten von Hilfseinrichtungen zu erhöhen.

    Weiterlesen ...
  • Suizide während und nach stationärer Behandlung

    Stationäre psychiatrische Patienten zählen zu den Gruppen mit dem höchsten Suizidrisiko, aber auch die Zeit nach der Entlassung aus der psychiatrischen stationären Behandlung ist eine Phase mit massiv erhöhtem Suizidrisiko.

    Bei stationären Patienten und in der poststationären Nachbetreuungsphase sollte der Grad an Suizidalität regelmäßig und routinemäßig erhoben werden.

    Unterbrechungen in der ärztlichen, psychologischen und pflegerischen Betreuungskontinuität können das Suizidrisiko erhöhen.

    Weiterlesen ...
  • Schulische Suizidprävention: Das Projekt „Youth Aware of Mental Health“ (YAM)

    Im Rahmen des EU-Projekts „SEYLE – Saving and Empowering Young Lives“ konnte nachgewiesen werden, dass durch Sensibilisierung der Schüler für Risikoverhalten und Aufzeigen von Risikovermeidung (YAM – Youth Aware of Mental Health) Suizidgedanken und Suizidversuche um die Hälfte gesenkt werden können.

    In Tirol werden nun Möglichkeiten der dauerhaften Implementierung des Suizidpräventionsprogramms „YAM“ an den Schulen geprüft, um es schließlich auf ganz Österreich auszuweiten.

    Weiterlesen ...
  • Förderung der körperlichen Gesundheit von Suizidgefährdeten

    Bergwandern als regelmäßiges Ausdauertraining hilft, Hoffnungslosigkeit und Depressivität signifikant zu verbessern, und führt zu einer Reduktion von Suizidgedanken.

    Bergwandern ist eine effektive Add-on-Therapie mit signifikanten Effekten in Verbindung mit Psychopharmakotherapie und Psychotherapie.

    Suizid-Hochrisikopatienten können zum Ausdauertraining im alpinen Raum motiviert werden, zeigen eine sehr gute Compliance und verbessern sich signifikant in Bezug auf die körperliche Ausdauerleistung.

    Die Ergebnisse legen nahe, Ausdauertraining in der Natur in den Gesamtbehandlungsplan für Patienten mit psychischen Erkrankungen und Suizidrisiko zu integrieren.

    Weiterlesen ...
  • Erhöhte Suizidrate bei Krebspatienten in Tirol – eine Studie des Tumorregisters Tirol

    Krebspatienten in Tirol haben ein doppelt so hohes Risiko für Suizid im Vergleich zur Normalbevölkerung. Das erhöhte Risiko konzentriert sich auf die ersten 6 Monate nach der Krebsdiagnose (5-fach erhöht) und auf Krebsfälle mit einer ungünstigen Prognose (4–5-fach erhöht).

    Da die Zeit unmittelbar nach der Diagnose, spezifische Krebsentitäten, die mit eingeschränkter körperlicher Funktionsfähigkeit einhergehen, sowie Depression und Hoffnungslosigkeit Risikofaktoren darstellen, sollte die psychoonkologische Betreuung für diese Gruppen intensiviert werden.

    Weiterlesen ...

Psychosen in Schwangerschaft und Stillzeit: SP 03|2015

  • Psychosen in Schwangerschaft und Stillzeit*

    Kontrazeption, Kinderwunsch und Schwangerschaftsplanung gehören in jede Erstuntersuchung psychisch kranker Frauen und sollten auch im Laufe der Therapie immer wieder angesprochen werden.

    Frauen im gebärfähigen Alter sollten bestimmte Medikamente wie Valproat nicht erhalten.

    Die Planung von Schwangerschaft und Entbindung in Kooperation mit der Gynäkologie und die Nachbetreuung nach der Geburt gehören zu den wichtigen Aufgaben der Psychiaterin bzw. des Psychiaters.

    Weiterlesen ...
  • Die postpartale Depression

    Die Prävalenz der postpartalen Depression (PPD) wird auf 10–15 % geschätzt, wobei die Schweregrade vom protrahierten Baby Blues bis zur schweren Depression mit psychotischer Symptomatik reichen.

    Die PPD kann nicht nur nachteilige Auswirkungen auf Partner und Familie, sondern auch auf die Beziehung zum Kind und dadurch auf dessen Entwicklung haben.

    Eine von Beginn an bindungsfördernde Mutter/Vater-Kind-Behandlung ist ein präventiver Entwicklungsfaktor für die Kinder.

    Weiterlesen ...
  • Psychopharmaka in der Schwangerschaft – die aktuelle Datenlage

    Problembereiche der Psychopharmakologie in der Schwangerschaft umfassen Teratogenität, neonatale Toxizität bzw. Entzugssyndrom, Störungen des Schwangerschaftsverlaufs, intrauterine Wachstumsstörungen oder mögliche Entwicklungsdefizite.

    Für eine geplante Konzeption sollte eine Risiko- und Nutzenanalyse mit Medikamentendaten Krankheitsverlauf, Rückfällen, Wünsche der Patientin und ihrer Familie angestellt werden.u Bei ungeplanten Schwangerschaften (50 %) ist es häufig bereits zur Exposition mit der Substanz gekommen. Hier ist überlegtes Vorgehen nötig; aus Angst vor Schädigung des Fötus wird jedoch oft die Medikation abgesetzt und damit ein Rückfall ausgelöst.

    Weiterlesen ...
  • Peripartale ambulante Versorgung psychisch kranker Mütter im Otto-Wagner-Spital Wien

    Seit 15 Jahren gibt es am Otto-Wagner-Spital Wien die Spezialambulanz für perinatale Psychiatrie, die einzige speziell diesem Thema gewidmete psychiatrische Ambulanz in Österreich.

    2014 wurden in der Spezialambulanz 400 Patientinnen mit mehr als 1.000 Kontakten betreut.

    75 % der in der Ambulanz behandelten Patientinnen haben eine psychische Erkrankung in der Anamnese, 40 % werden aus dem psychiatrischen Bereich zugewiesen, 20 % von der Gynäkologie.

    Weiterlesen ...

Notfallpsychiatrie: SP 02|2015

  • Ambulante Notfallpsychiatrie

    Psychiatrische Notfälle sind gefährlich, werden immer häufiger und entstehen meist außerhalb klinischer Einrichtungen.

    Die ambulante Versorgung psychiatrischer Notfälle ist schon allein deshalb von großer gesundheits- und sozialpolitischer Relevanz und liefert zudem einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Frühbehandlung, zur Vermeidung von stationären Aufnahmen sowie zur effizienten Ressourcennutzung.

    Ambulante Notfallpsychiatrie ermöglicht für die Betroffenen ein Mehr an Inklusion in die Gesellschaft.

    Weiterlesen ...
  • Psychiatrische Intensivstation

    Die Psychiatric Intensive Care Unit (PICU) bietet „Intermediate Care“ (IMC: Intensivüberwachungspflege) an der Schnittstelle zwischen Psychiatrie und somatischer Intensivmedizin. Sie ist für psychisch kritisch Kranke und auch somatisch Kranke konzipiert, deren suffiziente Behandlung durch eine psychiatrische Erkrankung kompliziert wird.

    Unabhängig von der Diagnose findet sich bei den meisten Patienten an der PICU die wesentliche Gefährdung aus psychiatrischer Sicht entweder in Hinblick auf komplexe Bewusstseinsstörungen oder betreffend Anspannung, schwere Agitation oder Katatonie.

    Weiterlesen ...
  • Der Drogennotfall ist kein Schicksal

    Überdosierungen durch Drogen zählen zu den häufigsten Todesursachen bei jungen Erwachsenen.

    Sie sind kein krankheitsimmanentes Schicksal, denn aus medizinischer Sicht sind wissenschaftlich gut untersuchte Maßnahmen (z. B. niederschwellige Substitution, Drogenkonsumräume, Naloxon-Programme) bekannt, die das Risiko einer tödlichen Intoxikation deutlich reduzieren könnten.

    Es ist ein gesundheitspolitisches Versagen, dass dieses Wissen nur sehr zaghaft bzw. gar nicht Eingang in drogenpolitische Maßnahmen findet. EMCDDA 20043

    Weiterlesen ...
  • Krisenintervention bei akuter Suizidalität

    Die Arbeit mit suizidalen Menschen stellt für den Arzt oft eine große Herausforderung dar. Ziel einer Krisenintervention ist es, den Suizidgefährdeten darin zu unterstützen, seine Lebensumstände so zu verändern, dass das Leben wieder lebenswert für ihn erscheint.

    Damit dies ­gelingen kann, ist es zunächst notwendig, ein tragfähiges Beziehungsangebot zur Verfügung zu stellen und darauf aufbauend die Not und die Motive hinter der Suizidabsicht zu verstehen.

    Weiterlesen ...
  • Krisenintervention – psychoanalytisch gesehen

    Das Beobachten der eigenen Reaktionen ist neben dem auch sonst notwendigen Anbieten einer offenen, wohlwollenden Beziehung maßgeblich für eine erfolgreiche Krisenintervention.

    Gerade in akuten Situationen können sehr starke emotionale Reaktionen im Helfer ausgelöst werden, die zu Verstrickungen führen können, bei ausreichendem Verstehen aber konstruktiv genutzt werden können.

    Weiterlesen ...

Psychiatrie / Psychotherapie und Film: SP 01|2015

  • Eros, Liebe, Sexualität – erotische Ressourcen in der Cinematherapie

    Im Anton-Proksch-Institut gibt es seit 2009 ein eigens für Suchtkranke entwickeltes Kinotherapieprogramm, in dem Filme als „Mood Stabilizer“ und zur Hoffnungsinduktion eingesetzt werden. Weil Liebesbeziehungen neben den Eltern-Kind-Beziehungen, der Freundesliebe, der Geschwisterbeziehung und der agapeischen Liebe wahrscheinlich die intensivsten, wenn nicht die intensivsten Beziehungen überhaupt sind und es viele Spielarten der Liebe und manchmal leider auch Pathologien der Liebe gibt, und nicht zuletzt im Hintergrund von psychischen Störungen Liebe immer irgendwie mit Thema ist, spielen Liebesfilme in unserer Cinematherapie eine wichtige Rolle.

    Weiterlesen ...
  • Psychose im Film

    Das Thema Psychose wurde von Filmemachern vor allem seit den 1990er-Jahren verstärkt aufgegriffen. Aus filmwissenschaftlicher Perspektive ist das Interesse relativ klar nachvollziehbar: es ist das Fremdartige, Ungewisse, Unberechenbare, das Unverbrauchte, Neuartige, der Zugang zu einer fremden, faszinierenden, manchmal bedrohlichen, manchmal poetischen Welt.

    Im Film werden 6 Stereotype thematisiert, die meist in unterschiedlichen Kombinationen abgehandelt werden: der Schizophrene als Täter, Opfer oder Leidender, Psychose als Weltflucht, das wahnsinnige Genie oder Schizophrenie im Mindgame Movie.

    Weiterlesen ...
  • Sucht im Film: Zwischen Realitätsverzerrung und Gefahr

    Drogenkonsum zwischen „bewusstseinserweiternden“ Aspekten und (gesundheitlichem) Risiko: In vielen Filmen findet sich das Dilemma der moralischen Bewertung des Drogenkonsums. Viele filmische Darstellungen der Schicksale der Protagonisten dienen der moralisierenden-aufklärerischen Botschaft der Gefahr des Drogenkonsums, andere zeigen den Drogenrausch in seiner realitätsverzerrenden Seite und weitgehend ohne vordergründig moralisierende Aspekte.

    Weiterlesen ...
  • Demenz im Spielfilm

    Spielfilme mit dem Thema Demenz sind ein Phänomen der letzten 30 Jahre und zählen mehrheitlich zum Genre des melodramatischen Rührstücks. Obwohl die typischen Symptome oft angemessen dargestellt werden, fehlt meist die Schilderung fortgeschrittener Stadien und der alltagspraktischen Probleme der Betroffenen. Ein spezielles dramaturgisches Problem ist die „Auflösung des Subjekts“, die Desintegration des Protagonisten.

    Weiterlesen ...
  • Suizid im Film – Zwischen Einsamkeit und Krebsdiagnosen

    Die Fähigkeit des Menschen, die Beendigung des eigenen Lebens planen, reflektieren und umsetzen zu können, dient im filmisch-narrativen Kontext oft als dramaturgisches Mittel, um davon zu erzählen, wofür es sich zu leben lohnt. Ein gängiges Motiv dieser Erzählstrategie ist die Botschaft von der Macht der Liebe, die Lebenszweifel überwinden und neuen Lebenswillen anzufachen vermag. „Veronika beschließt zu sterben“, „Wilbur wants to kill himself“ und „I hired a contract killer“ zeigen das in eindrücklicher Weise.

    Weiterlesen ...
  • Der Psychotherapeut im Film

    Schon seit über 100 Jahren praktizieren die Therapeuten auf der Leinwand – und prägen so auch die Vorstellungen unserer realen Patienten von erfolgreicher Psychotherapie. In ihrem Standardwerk zählen Glen und Kris Gabbard bereits 1999 über 1.000 Filme mit Psychotherapeuten in Hauptrollen oder zumindest Nebenrollen.

    Erfolgreiche Therapie im Film ist fast immer kurz – und kathartisch. In einer Stunde gelingt dem Therapeuten der „Durchbruch“, und dem Patienten wird sein in der Kindheit erlittenes Trauma bewusst.

    Weiterlesen ...

Bildgebung in der Psychiatrie: SP 04|2014

  • Klinische Bedeutung und neue Möglichkeiten der funktionellen MRT in der Psychiatrie

    In der klinischen Forschung wird fMRT zur Evaluation therapeutischer Prozesse zur Erhebung der funktionalen Veränderungen neuronaler Netzwerke sowie in der Früherkennung und Diagnostik eingesetzt.

    Die Resting-State-fMRT bietet die Möglichkeit, aufgabenunabhängig die funktionelle Konnektivität einzelner Hirnregionen zu erforschen.

    Studien zu fMRT-Neurofeedback zeigen, dass der Mensch über Visualisierung des BOLD-Signals seine Gehirnaktivität lokal und willentlich modifizieren kann.

    Weiterlesen ...
  • PET Neuroimaging bei Depression

    Befunde aus PET-Studien zu spezifischen Veränderungen in der Verteilung der Serotonintransporter und dauerhaft erhöhte Konzentrationen der Monoaminoxidase A bei depressiven Patienten untermauern die langfristige Therapie mit SSRI.

    Das Phänomen der Wirklatenz der Behandlung scheint durch die initial überwiegende Hemmung der serotonergen Neurone in den Raphekernen und die damit einhergehende Reduktion der Serotoninkonzentration in weiten Teilen des Gehirns bedingt zu sein.

    Ansätze zur Stratifikation von Patienten und Vorhersage des Behandlungserfolgs müssen repliziert werden und werden laufend entwickelt.

    Weiterlesen ...
  • Prädiktive Psychiatrie mittels Bildgebung bei Personen mit erhöhtem Psychoserisiko

    Ergebnisse einer wegweisenden Münchner Studie deuten darauf hin, dass es mittels multi­variater Analyseverfahren möglich ist, anhand von neuroanatomischen Mustern zwischen I­ndividuen im Psychose-Hochrisikostadium und gesunden Individuen zu unterscheiden sowie die dazugehörige diagnostische Genauigkeit zu ermitteln. Ebenso weisen die Befunde darauf hin, dass subtile neuroanatomische Veränderungen einer erhöhten Vulnerabilität zugrunde liegen und als potenziell nützliche Biomarker zur Früherkennung von Psychosen dienen können.

    Weiterlesen ...
  • Neuroimaging bei Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

    Ergebnisse von Bildgebungsstudien sprechen für eine grundlegende Beteiligung der Katecholamine Dopamin und Noradrenalin in der Pathophysiologie der ADHS und lassen auf eine veränderte strukturelle und funktionelle Entwicklung in verschiedensten Hirnregionen, vor allem im präfrontalen, vorderen cingulären und parietalen Kortex neben subkortikalen Hirngebieten, schließen. Die gewonnenen Erkenntnisse erlauben wichtige Einblicke in die Neurobiologie bei ADHS.

    Weiterlesen ...
  • Bildgebung bei Demenzerkrankungen

    Die Diagnose von kognitiven Störungen ist komplex und intellektuell herausfordernd. Neben einer genauen Anamnese zur Erstsymptomatik und dem Verlauf sind die Bestimmungen von Biomarkern und eine neuropsychologische Testung die wichtigsten Säulen in der Diagnostik. Eine zerebrale Bildgebung beantwortet idealerweise Fragen, die durch andere Untersuchungen nicht beantwortet werden können. Das Neuroimaging vereinfacht nicht die Demenzevaluierung, sie gibt zusätzliche Informationen.

    Weiterlesen ...

ADHS: SP 03|2014

  • ADHS – stigmatisieren wir unsere Kinder?

    Was bisher geschah Die Diagnose „ADHS des Erwachsenenalters“ hat sich in den Lehrbüchern der Psychiatrie erst langsam durchgesetzt. In den großen Standardwerken der Erwachsenenpsychiatrie vermisst man bis zum Ende des 20. Jahrhunderts meist zur Gänze die Erwähnung der Diagnose der…

    Weiterlesen ...
  • ADHS und Asperger-Syndrom

    Zwischen ADHS und Autismus-Spektrum-Störungen besteht eine häufige Komorbidität. Die schwerer wiegende Störung ist die autistische Störung. Das Wissen um die Besonderheiten autistischer Störungen stellt eine vordringliche Anforderung an alle Berufsgruppen aus dem weiten Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendpsychiatrie dar. Adäquate Beratungen der Angehörigen sowie Kindergarten- und Schulpädagogen stellen die wesentlichen Weichenstellungen zur Prävention sozialer Fehlentwicklungen dar.

    Weiterlesen ...
  • ADHS-Diagnostik im Kindes- und Jugendalter

    ADHS ist eine klinische Diagnose, die symptomdeskriptiv gestellt wird. Die häufig verwendeten Fremdbeobachtungsbögen tragen zur Klassifikation bei, liefern aber keine relevanten Informationen für den individuellen Behandlungsplan. Die auf den Einzelfall individuell abzustimmende multimodale Behandlung erfordert eine interdisziplinäre Diagnostik, die Bedingtheiten der Störung in ihrer neuropsychologischen und psychodynamischen Dimension aufschlüsselt.

    Weiterlesen ...
  • ADHS im Kindes- und Jugendalter – Therapie

    ADHS ist eine häufige und schwere psychische Erkrankung mit einer hohen Persistenz bis ins Erwachsenenalter. Unbehandelt ist die Prognose schlecht, es drohen deviante Entwicklung mit mangelndem Schul- und Ausbildungserfolg, psychische Folgeerkrankungen, Delinquenz und eingeschränkte Lebenserwartung.

    Mehr als 80 % der Betroffenen haben zusätzlich eine oder mehrere Beeinträchtigungen wie affektive und dissoziale Störungen, umschriebene Entwicklungsstörungen etc.

    Die Behandlung umfasst immer nichtmedikamentöse und medikamentöse Maßnahmen. Stimulanzien und „Nichtstimulanzien“ sind zugelassen, gut wirksam, verträglich und sicher.

    Weiterlesen ...
  • Diagnostik der ADHS im Erwachsenenalter

    Ein wichtiger Punkt der Diagnose ADHS im Erwachsenenalter ist der dimensionale Charakter. Entscheidend sind die Ausprägung und das gemeinsame Auftreten der Aufmerksamkeitsstörung, Hyperaktivität und Impulsivität. Eine weitere Besonderheit ist der frühe Beginn der Störung während der Kindheit.

    Der diagnostische Prozess kann durch Einsatz von Selbstbeurteilungsverfahren und/oder von Fremdratinginstrumenten unterstützt werden (z. B. HASE, ADHS-E, IDA, KATE, CAARS).

    Weiterlesen ...
  • Die Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter

    Wie bei Kindern ist bei Erwachsenen eine ADHS-spezifische multimodale Behandlung, die neben der medikamentösen Therapie auch strukturierte psychoedukative Programme, Coaching, Psychotherapie und nötigenfalls Sozialarbeit und Ergotherapie umfasst, indiziert. In Österreich werden die nichtmedikamentösen Komponenten aber noch kaum angeboten.

    Für die medikamentöse Neueinstellung ist derzeit bei Erwachsenen nur Atomoxetin zugelassen, bei zwei retardierten Methylphenidaten besteht die Möglichkeit der Weiter-verordnung nach dem 18. Lebensjahr, andere Optionen sind nur off-label anwendbar.

    Weiterlesen ...
  • Symptomatik des Delirs und psychopharmakologische Therapie

    Das Delir ist eine Diagnose an der Schnittstelle von Psychiatrie und somatischer Medizin. Die Therapie des Delirs beinhaltet primär die Behandlung der Grundkrankheit. Wesentlich sind auch nichtpharmakologische Interventionen.

    Beim nicht substanzinduzierten Delir sind Antipsychotika indiziert, wobei die antipsychotischen Dosierungen niedriger sind als bei schizophrenen Störungen. Benzodiazepine sind bei starker Agitation und Gefährdung gebräuchlich, eine antidelirogene Potenz haben sie aber nur beim Alkohol- oder Benzodiazepinentzugsdelir.

    Weiterlesen ...

Schmerzen mit/ohne Ursache: SP 02|2014

  • Chronisches Schmerzsyndrom – Diagnostik und Therapie

    Chronische Schmerzen sind ein weit verbreitetes Phänomen, sie müssen von akuten Schmerzen unterschieden werden. Im klinischen Kontext werden vor allem Zeitkriterien herangezogen. Dauert ein Schmerz länger als 3–6 Monate, liegt ein chronischer Schmerz vor.

    In der Diagnostik und Therapie braucht es gegenüber der akuten Schmerztherapie einen Paradigmenwechsel. Lernmechanismen spielen in der Chronifizierung von Schmerzen eine wichtige Rolle. Für die Therapie sind multidisziplinäre Ansätze erforderlich mit der Möglichkeit, in „interdisziplinären Schmerzkonferenzen“ mit allen Beteiligten zu kommunizieren.

    Weiterlesen ...
  • Somatoforme Störungen – State of the Art

    Mit der Veröffentlichung des DSM-5 im Jahr 2013 wurde die Diagnosegruppe der somatoformen Störungen komplett überarbeitet und erneuert. Der folgende Artikel beschreibt die Konzeptentwicklung der somatoformen Störungen von ihrer Entstehung bis zum DSM-5 sowie ätiopathogenetische Überlegungen und Therapieempfehlungen.

    Weiterlesen ...
  • Update neuropathischer Schmerz

    Neuropathische Schmerzen sollten so früh und so konsequent wie möglich behandelt werden – auch um eine weitere Schmerzchronifizierung hintanzuhalten. Im Zentrum der medikamen­tösen Therapie stehen topische Therapieansätze, Antiepileptika, Antidepressiva und Opioide. Fragebögen wie painDETECT und DN4 erleichtern die klinische Diagnose.

    Weiterlesen ...
  • Mentalisierung, Bindung und chronischer Unterbauchschmerz

    Die Einbeziehung der Konzepte der Mentalisierung und Bindung in die psychosomatische Forschung erscheint ein vielversprechender Ansatz für ein psychoanalytisches Verständnis von chronischen Unterbauchschmerzen zu sein und stellt einen möglichen Ausgangspunkt für Modifizierungen der psychotherapeutischen Behandlung von Patientinnen mit chronischen Unterbauchschmerzen dar.

    Weiterlesen ...

Therapieziele im Wandel: SP 01|2014

  • Gesundheit und schönes Leben

    In einer humanbasierten Medizin geht es nicht mehr nur um die Elimination von Krankheiten, sondern vor allem um Gesundheit im tiefsten Sinn, um eine Gesundheit als umfassendes Wohlsein des Einzelnen, das durch das Wiedererreichen eines möglichst autonomen und freudvollen und damit auch schönen Lebens charakterisiert ist.

    Weiterlesen ...
  • Psycho­pathologie, Pathophysiologie, Lebensqualität – Therapieziele in der Psychiatrie

    Psychische Störungen haben eine biopsychosozial zu konzipierende Ätiopathogenese, wobei nach der akuten Erkrankungsphase mit dem Hauptziel der Symptomkontrolle die Besserung von Funktionsstörungen und in der Langzeitperspektive die Sicherstellung der Teilhabe am sozialen Alltagsleben entscheidend für die Lebensqualität werden. Die Therapieziele werden in der Regel zeitlich veränderlich sein, von Erkrankungsstadien und persönlichen Präferenzen der Betroffenen modifiziert und immer wieder überprüft werden.

    Weiterlesen ...
  • Recovery – ein Menschenrecht?

    Recovery beschreibt einen Zugang zu und Umgang mit psychosozialen Beeinträchtigungen, der – im Bewusstsein der möglichen Grenzen, welche die Krankheit verursachen kann – Selbstbestimmung und Empowerment, aber auch Integrität und Chancengleichheit von Menschen in den Mittelpunkt stellt. Die Ziele und zentralen Elemente von Recovery decken sich mit jenen der Menschenrechte, insbesondere der Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die spezifisch auch Menschen mit psychiatrischen Gesundheitsproblemen erfasst. Der folgende Beitrag skizziert die Kerninhalte der Konvention und verknüpft diese mit Recovery, um den menschenrechtsbasierten Ansatz in der Psychiatrie zu unterstützen.

    Weiterlesen ...
  • Reduzierter Alkoholkonsum als Behandlungsziel – für wen?

    Lange war die Abstinenz in der Behandlung der Alkoholabhängigkeit das einzige Behandlungsziel. Durch zieloffene Angebote lassen sich jedoch deutlich mehr Menschen zu einer Konsumänderung gewinnen als durch ausschließlich abstinenzorientierte.

    Weiterlesen ...
  • Abstinenz versus Harm-Reduction in der Behandlung Opiatabhängiger

    In der Behandlung Opiatabhängiger ist eine Vielzahl von Therapiezielen möglich und sinnvoll, wie etwa Schadensminderung und Sicherung eines möglichst gesunden Überlebens; Stabilisieren der Lebenssituation oder Verbesserung der Lebensbewältigung und Lebensqualität. Für sich allein ist Abstinenz noch kein sinnvolles Therapieziel, sondern eine Methode, diese zu erreichen wie die Substitutionsbehandlung und Harm-Reduction-Ansätze auch.

    Weiterlesen ...

Angst- und Belastungsstörungen: SP 04|2013

  • PTSD – Teil 1: Diagnostisch-konzeptuelle, epidemiologische, klinische und ätiopathogenetische Aspekte

    Seit Einführung der „posttraumatischen Belastungsstörung“ als eigenständige Diagnose im DSM-III 1980 wurde die diagnostische Konzeptualisierung von Trauma und von akuter, posttraumatischer und komplexer Belastungsstörung mehrfach präzisiert und abgewandelt, zuletzt im DSM-5.

    Eine grundlegende Erkenntnis aus der wissenschaftlichen Beschäftigung mit traumatischen Erfahrungen und ihren Folgen für eine betroffene Person ist, dass psychosozial definierte Ereignisse nicht nur dramatische psychologische Verarbeitungsprozesse auslösen, sondern auch tief in biologische Regulationssysteme eingreifen und funktionelle wie auch strukturelle Störungen nach sich ziehen können.

    Weiterlesen ...
  • PTSD – Teil 2: Psychotherapeutische und pharmakotherapeutische Ansätze

    Bei Traumafolgestörungen hat die psychiatrische und psychotherapeutische Forschung mittlerweile eine Reihe von Erfolg versprechenden Behandlungsansätzen entwickelt, die sich durch eine gute empirische Überprüfbarkeit auszeichnen. Diese psychotherapeutischen und medikamentösen Verfahren werden differenziert im Management der posttraumatischen Akutkrise, des erhöhten Risiko- und Belastungszustandes nach einem Trauma und der posttraumatischen Belastungsstörung dargestellt.

    Weiterlesen ...
  • Klassifikation von Angststörungen – Welche Neuerungen bringt das DSM-5?

    Bei der Neukonzeptualisierung der Angststörungen im DSM-5 wurde die bisherige kategoriale Sichtweise nicht fallen gelassen, aber durch zusätzliche dimensionale Sichtweisen erweitert. Im Folgenden werden die Änderungen zusammengefasst und offene Fragen, die sich daraus ergeben, skizziert.

    Weiterlesen ...

Psychiatrische Versorgung: SP 03|2013

  • Psychiatrische Versorgung im Spannungsfeld der Gesundheitsökonomie

    Die steigende Bedeutung psychischer Erkrankungen wird zunehmend auch aus gesundheitsökonomischer Perspektive wahrgenommen. Dass nicht einmal ein Drittel der Gesamtkosten bei psychischen Erkrankungen aus direkten und über zwei Drittel aus indirekten Kosten resultieren, wäre aber vor allem in der Debatte um Bewilligung von Psychotherapie und Erstattung innovativer Medikation eine wichtige Erkenntnis. Klar ist, dass es in der Versorgung psychisch Kranker mit etwa 10 % der personellen und materiellen Ressourcen vom Gesamtvolumen der Gesundheitsausgaben Versorgungsmängel geben muss. Wir wären auch aus volkswirtschaftlicher Sicht gut beraten, diese Mängel zu beheben.

    Weiterlesen ...
  • Der Beitrag der Sozialpsychiatrie zur Identität der Psychiatrie

    Die Frage, welchen Beitrag die Sozialpsychiatrie zur Identität der Psychiatrie leistet, hängt im Wesentlichen davon ab, ob sie vorrangig als eine Spezialdisziplin oder als Sichtweise, als ein Aspekt der Psychiatrie erachtet wird. Für den mehrdimensionalen Ansatz der modernen Psychiatrie ist die Berücksichtigung der sozialen Dimension unverzichtbar. Es besteht heute innerhalb der Psychiatrie Konsens, dass eindimensionale oder monokausale Theoriebildungen als überholt angesehen werden müssen. Die gelebte Praxis scheint jedoch diesem Einverständnis zu widersprechen.

    Weiterlesen ...
  • Evaluationsergebnisse der medizinischen Rehabilitation bei psychischen Störungen

    Die vorliegenden Daten weisen auf die Wirksamkeit psychiatrischer Rehabilitation in Bezug auf Symptombesserung, Verbesserung der Lebensqualität, Reduktion der Krankenstände, Anzahl und Dauer von Krankenhausaufenthalten, Aufrechterhaltung der Berufstätigkeit und Abnahme der Arbeitslosigkeit (bei freilich gleichzeitiger Zunahme der meist befristeten Berufsunfähigkeits­pensionierungen) hin. Die psychiatrische Reha ist allerdings oft auch überfordert, wenn sie Mängel in der psychiatrischen Akutversorgung ausgleichen soll.

    Weiterlesen ...
  • Mobile gerontopsychiatrische Versorgung – was bringt sie, und was kostet sie?

    Eine mobile gerontopsychiatrische Versorgung kann, wenn sie entsprechend den bekannten Bedürfnissen der Menschen arbeitet und nach geeigneten Rahmenbedingungen organisiert ist, viel für die Betroffenen erreichen. In einer randomisierten Studie erwies sich diese Form der Betreuung in allen qualitativen Bereichen als besser und war gleichzeitig deutlich kostengünstiger.

    Weiterlesen ...
  • Vorbeugen oder Kinder stark machen – das Projekt KIPKE

    Kinder psychisch kranker Eltern haben ein erhöhtes Risiko, selbst eine psychische Krankheit zu entwickeln. 2010 wurde mit dem Projekt KIPKE in Niederösterreich ein niederschwelliges, präventives Beratungsangebot für die betroffenen Kinder und Jugendlichen etabliert – derzeit das einzige in Österreich, das flächendeckend zur Verfügung steht.

    Weiterlesen ...
  • TAF: Ein Weg in der Behandlung von jungen Menschen mit psychotischen Ersterkrankungen

    Seit 2008 bietet der PSD-Wien im „Tageszentrum für psychiatrische Frührehabilitation – TAF“ ein umfassendes Frühbehandlungsprogramm für junge Erwachsene mit psychotischen Ersterkrankungen an. Ziel einer Frührehabilitation ist, eine Chronifizierung des Krankheitsprozesses und die damit verbundenen Folgen zu verhindern. Unter Behandlung in den Frühphasen werden gesundheitsfördernde Maßnahmen wie z. B. Psychotherapie, Psychoedukation etc. subsumiert. Psychopharmaka kommen erst bei länger andauernden psychotischen Symptomen zum Einsatz.

    Weiterlesen ...

Psychotherapie: SP 02|2013

  • Zukunftsperspektiven der Psychotherapie

    Die Zukunft der Psychotherapie hat viel mit wissenschaftlicher Evidenz, aber auch sehr viel mit Kreativität zu tun. Der Fortschritt einer akademischen Disziplin lebt von der konstruktiven Interaktion dieser beiden Pole: der nüchternen Analyse dessen, was wir erreicht haben, was heute als empirisch abgesichert gelten darf, und den neuen Ideen kreativer Köpfe, ohne die es kein Wachstum und keine Weiterentwicklung geben kann.

    Weiterlesen ...
  • Neuropsychoanalyse: ein exemplarischer Überblick

    Mit seinem Plädoyer für eine Intensivierung des Dialogs zwischen der Psychoanalyse und den Neurowissenschaften hat Eric Kandel, der international führende Neurobiologe, Psychiater und Medizin-Nobelpreisträger des Jahres 2000, internationales Aufsehen erregt1–3. Neuere Entwicklungen in den Neurowissenschaften haben den interdisziplinären Dialog zwischen der Psychoanalyse und den Neurowissenschaften in den letzten Jahren befruchtet und intensiviert4, 5.

    In dem Beitrag wird im Überblick dieser Dialog auszugsweise referiert und auf erste eigene Forschungsergebnisse der Hanse-Neuro-Psychoanalyse-Studie eingegangen6.

    Weiterlesen ...
  • Psychotherapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung

    Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung handelt es sich um ein häufiges Krankheitsbild, das eine lange Behandlung erfordert. Psychotherapie ist ein wesentlicher Teil dieser Behandlung.

    Im Folgenden werden insbesondere die übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP) und die dialektisch behaviorale Psychotherapie (DBT) dargestellt, deren Wirksamkeit gut belegt ist.

    Weiterlesen ...
  • Störungsorientierte Psychotherapie bei Depression

    Zur Behandlung der akuten und der chronischen Depression sowie zur Vorbeugung steht eine Reihe wirksamer, evidenzbasierter Psychotherapieverfahren zur Verfügung.

    Eine Kombination von Psychotherapie und Pharmakotherapie ist vor allem bei schweren Depressionen, chronischen Depressionen, bei Vorliegen einer Residualsymptomatik und bei Komorbidität mit Persönlichkeitsstörungen indiziert.

    Störungsspezifische Modellvorstellungen über Entstehung und Behandlung bei Depression gibt es in erster Linie bei kognitiver Verhaltenstherapie, interpersoneller Therapie und psychodynamischer Therapie.

    Weiterlesen ...
  • Möglichkeiten und Grenzen psychoanalytischer Psychosenbehandlung

    Unter Beachtung aller zwangsläufigen Einschränkungen und notwendigen Erweiterungen kann die psychoanalytische Arbeit mit psychotischen Störungen – ob es sich nun um latente Psychosen im Sinne des Vorliegens einer psychotischen Struktur oder um manifest gewordene Erkrankungen im Sinne von bereits erfolgten Dekompensationen handelt – durchaus gewinnbringende Resultate jenseits einer wirklichen Heilung zeitigen.

    Sie kann Stabilisierungen verstärken oder ermöglichen, psychotische Episoden verhindern oder weitere psychotische Einbrüche hintanhalten und es den Patienten erlauben, ein zumindest erträgliches Leben zu führen oder fortzusetzen.

    Weiterlesen ...
  • Systemische Konzepte in der stationären Psychiatrie

    In den 1980er-Jahren verschob sich der Fokus der systemischen Therapie von äußeren inter­aktionellen Mustern auf die inneren Prozesse der Informationsverarbeitung und Realitäts­konstruktion. Lösungs- und Ressourcenfokussierung sowie Auftragsklärung wurden nun die zentralen Definitionsmerkmale systemischer Therapie.

    Diese Prinzipien werden im folgenden Artikel für den psychiatrischen Kontext beschrieben; im Sinne eines „Best practice“-Modells wird das SYMPA-Projekt „Systemtherapeutische Methoden in der psychiatrischen Akutversorgung“ kurz dargestellt.

    Weiterlesen ...
  • Die Kombinierbarkeit von Psychotherapie und Psychopharmakotherapie

    Die Kombination von Psychotherapie und Psychopharmakotherapie hat sich in der täglichen Praxis durchgesetzt. Dabei kann die Kombination positive Effekte haben, wie Veränderung von Lerneffekten, Extinktion von traumatischen Inhalten, Stabilisierung, Verbesserung der Adhärenz, Förderung von Neuroplastizität, Abnahme von Craving und Belohnungseffekten sowie Verbesserung der Psychopathologie. Aber auch gegenseitige Verminderung bei der Wirksamkeit von Konfrontationsverfahren, Herabsetzung der Therapiemotivation und Veränderung von Belohnungseffekten werden diskutiert.

    Wichtig für die Therapeuten ist es, die Interaktionen zu kennen, um einen möglichst effizienten Einsatz von Psychotherapie und/oder Psychopharmakotherapie gewährleisten zu können.

    Weiterlesen ...

Forensische Psychiatrie: SP 01|2013

  • Psychisch Kranke als Opfer und Täter

    Zwischen schweren psychischen Störungen und Gewalttätigkeit besteht eine moderate, aber zuverlässige Assoziation. Zusätzlicher Substanzenmissbrauch und komorbide Persönlichkeitsstörungen erhöhen das Risiko, das aber durch psychiatrische Behandlung und psychosoziale Betreuung erheblich reduziert werden kann.

    Generell stellen psychisch Kranke innerhalb der Gesamtgruppe der Gewalttäter eine sehr kleine Gruppe dar, und werden überdurchschnittlich häufig Opfer von Straftaten.

    Weiterlesen ...
  • Versuch einer Typologie von Tötungsdelikten schizophrener Patienten

    In verschiedenen Studien wurde ein Zusammenhang zwischen Schizophrenie und schwerer Gewaltdelinquenz, insbesondere Tötungsdelikten gefunden.

    Während psychopathologische Phänomene wie systematischer Verfolgungswahn primär Einfluss auf den Schweregrad des Delikts haben, dürfte ursächlich eine Rolle spielen, dass im Rahmen des schizophrenen Krankheitsprozesses gewaltprotektive Faktoren wie z. B. Empathie, „theory of mind“ oder moralische Kognitionen abgebaut werden.

    Die vom Autor entwickelte Typologie der psychotisch motivierten Tötungsdelikte identifiziert drei Typen, die „wahnhafte Notwehr“, der „katatone Overkill“ und der „eskalierende Konflikt“.

    Weiterlesen ...
  • Polypharmazie in der Behandlung der Schizophrenie

    Polypharmazie ist in der Schizophreniebehandlung trotz geringer empirischer Evidenz hinsichtlich möglicher Wirksamkeitsvorteile und unerwünschter Wirkungen gängige klinische Praxis und kommt in der allgemeinen und forensischen Psychiatrie bei etwa der Hälfte der stationär behandlungsbedürftigen Patienten zur Anwendung.

    Wie eine rezente Wiener Studie zeigt, sind in der allgemeinen Psychiatrie Kombinationen mit zwei atypischen Antipsychotika am häufigsten, während in der forensischen Psychiatrie am häufigsten typische Antipsychotika in Depotform mit oral verabreichten atypischen Antipsychotika kombiniert wurden.

    Weiterlesen ...
  • Therapie von psychisch kranken Straftätern – was kann die Psychiatrie leisten?

    In den letzten 25 Jahren wurde die Behandlungsqualität im Maßnahmenvollzug durch eine Systematisierung der Therapiekonzepte deutlich verbessert.

    Im Vergleich zur Allgemeinpsychiatrie hängt die Therapie im Maßregelvollzug wesentlich mehr von externen Vorgaben ab. Die Patienten unterscheiden sich durch höhere Komorbidität, größere Sozialisationsdefizite, stärkere Behandlungsresistenz und bedeutend längere Unterbringungs­dauer. Die Ziele im Maßnahmenvollzug sind gesetzlich vorgegeben und lauten Risikomanagement und Rehabilitation.

    Weiterlesen ...
  • Das Unterbringungsgesetz (UbG) und seine Anwendung

    Der Wegfall des zweiten fachärztlichen Zeugnisses mit der Novellierung des Unterbringungsgesetzes 2010 wird allgemein positiv gesehen.

    Bei der Unterbringung ohne Verlangen wurde 2011 eine leichte Erhöhung beobachtet, gleichzeitig nahm die Unterbringung auf Verlangen nur unwesentlich zu.

    Wenig Auswirkungen zeigt bisher der neu eingeführte § 32a, dessen Ziel die Vermeidung von neuerlichen Unterbringungen nach kurzer Zeit ist.

    Weiterlesen ...
  • Pathologisches Spielen

    Seit einigen Jahren gibt es an österreichischen Gerichten eine zunehmende Zahl von zivilrechtlichen Verfahren gegen gewerbliche Spieleanbieter, bei denen die Diagnose des pathologischen Spielens eine zentrale Rolle spielt.

    Die im Rahmen solcher Zivilverfahren an psychiatrische Gutachter gestellten Fragen umfassen alle Aspekte der Beeinträchtigung der Geschäftsfähigkeit durch pathologisches Spielen, die im vorliegenden Beitrag dargestellt werden.

    Weiterlesen ...

Das Stigma in der Psychiatrie: SP 04|2012

  • Stigma und Psychiatrie


    Im Kielwasser von Anti-Stigma-Kampagnen erkannten Fachwelt und Forschung den Stellenwert von Stigma und Diskriminierung für die Behandlung und Genesung psychisch Erkrankter.

    Standen am Beginn die Einstellungen der Allgemeinbevölkerung und Ansätze, diese zu verändern, im Fokus, erfolgte in der Folge auch ein Perspektivenwechsel. Der nach „Innen“ gerichtete Blick eröffnete wichtige Aspekte wie das „iatrogene Stigma“ oder die „Selbststigmatisierung“.

    Weiterlesen ...
  • Der Psychiater und seine Stigmatisierung – Realität oder Mythos?


    Durch die Jahrhunderte waren therapeutische Interventionsmöglichkeiten bei psychischen Erkrankungen kaum gegeben. Daraus resultieren immer noch bestehende Vorurteile, dass psychisch Kranke schwer behandelbar und unberechenbar wären. Dies speist wiederum deren Stigmatisierung, deren Überwindung ein vorrangiges Ziel der modernen Psychiatrie darstellt.

    Im Folgenden versucht der Autor darzustellen, dass ein Psychiater, der sich selbstbewusst mit hoher fachlicher und sozialer Kompetenz zu seiner gesellschaftspolitisch so wichtigen Profession bekennt, kaum einer Stigmatisierung gegenübersteht. Diskriminierungen unserer Disziplin gegenüber sind aber immer noch in verschiedensten Formen präsent.

    Weiterlesen ...
  • Stigmatisierung und Diskriminierung schizophrener Patienten


    Trotz Anti-Stigma-Kampagnen sind nach wie vor die Vorurteile gegenüber schizophrenen Patienten relativ stark ausgeprägt – und in Folge auch Ausgrenzung und Diskriminierung.

    Bei Schizophrenie sind besonders die Mythen der Gefährlichkeit und der gespaltenen Persönlichkeit durchschlagend.

    Es ist wichtig, sich dessen bewusst zu werden und Maßnahmen zu ergreifen, um die gesellschaftlichen und gesundheitlichen Chancen der Betroffenen zu verbessern.

    Weiterlesen ...
  • Die Bedeutung von Kognition und Emotion für die Entstigmatisierung schizophrener Patienten

    Kognitive und emotionale Defizite bei Patienten mit Schizophrenie können als Eigenschaftsmerkmal in sozialen Situationen zu Diskriminierung und Stigmatisierung beitragen. Daher ist die Erhaltung oder Wiedererlangung kognitiver Fähigkeiten ein wesentliches Therapieziel in der Langzeitbehandlung.

    Wie Studien zeigen, führt Kognitionstraining bei Schizophrenie zu einer Verbesserung der kognitiven Dysfunktionen sowie der Wahrnehmung von Affekten anderer Personen.

    Bemühungen, die medikamentöse Therapie zu optimieren, werden durch Wegfall von stigmatisierenden Nebenwirkungen generell zu einer besseren sozialen Integration beitragen.

    Weiterlesen ...
  • Stigmaresistenz: Konzept und Daten


    Stigmaresistenz, die individuelle Widerstandskraft gegenüber der mit psychischer Erkrankung verbundenen Stigmatisierung und Diskriminierung, ist eine bedeutende, jedoch komplexe Sache.

    Aufbau und Weiterentwicklung von Stigmaresistenz stellen einen lebenslangen Prozess dar und spielen im Kampf gegen Stigma eine zentrale Rolle.

    Interventionen zur Steigerung der Stigmaresistenz bei Personen mit einer Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis erfordern es, auf drei Schwerpunkte einzugehen: Persönlichkeitsentwicklung, Umgang mit Stigma und Diskriminierung im Allgemeinen und Stigma und Diskriminierung bei Schizophrenie im Besonderen.

    Weiterlesen ...

Neues aus der Psychopharmakotherapie: SP 03|2012

  • Alzheimer-Demenz: Update aus der pharmakologischen Forschung

    Aktuell werden zahlreiche neue, innovative Therapieoptionen, die auf die Pathophysiologie der Alzheimer-Demenz (AD) abzielen und krankheitsmodifizierend wirken sollen, intensiv beforscht.

    Im Hinblick auf die Amyloid-β-Pathologie werden drei Ansätze untersucht: Förderung des Aβ-Abbaus (z. B. passive und aktive Immunisierung), Reduktion der Aβ-Produktion (z. B. Stimulierung der α-Sekretase) und Hemmung der Aβ-Aggregation.

    Zu den Strategien gegen die Tau-Pathologie zählen Förderung des Abbaus von Tau-Aggregaten, Tau-Aggregationshemmern und Hemmung der Tau-Hyperphosphorylierung.

    Weitere therapeutische Möglichkeiten betreffen z. B. Neurotrophine oder Apoptosehemmung (Dimebolin).

    Allerdings werden es aufgrund von mangelnder Wirksamkeit, Tolerabilitäts­problemen oder Toxizität nur wenige dieser neuen Substanzen bis zur Zulassung schaffen.

    Weiterlesen ...
  • Neue Entwicklungen in der Psychopharmakotherapie schizophrener Erkrankungen

    Nach wie vor besteht in der Pharmakotherapie schizophrener Störungen Optimierungsbedarf, vor allem auch im Hinblick auf wirksame Interventionen gegen Negativsymptomatik und kognitive Beeinträchtigungen.

    Zu den Bemühungen, den Einsatz zugelassener Antipsychotika zu verbessern, zählen eine frühe medikamentöse Umstellung, Kombinationstherapie, alternative pharmazeutische Präparationen und Applikationsmodi sowie pharmakogenetische Ansätze.

    Zudem werden unterschiedlichste alternative, experimentelle pharmakologische Ansätze untersucht. Neben dopamin- und serotoninmodulierenden werden insbesondere auch glutamaterge und cholinerge Substanzen in klinischen Studien geprüft.

    Vielversprechend scheint auch die Add-on-Gabe von antiinflammatorischen Substanzen und Antioxidantien.

    Weiterlesen ...
  • Neue Targets in der Pharmakotherapie affektiver Erkrankungen

    NMDA-Antagonisten wie Ketamin haben robuste und schnell einsetzende antidepressive Wirksamkeit. Es fehlen aber große kontrollierte Studien, die die Frage der Langzeitanwendung und die der Nebenwirkungen zuverlässig beantworten.

    Momentan scheinen die negativen allosterischen Modulatoren der glutamatergen Rezeptorengruppe I (mGlu1 und mGlu5) die positiven allosterischen Modulatoren der Gruppe II (mGlu2 und mGlu3) sowie der Gruppe III (mGlu4/7/8) die vielversprechendsten antidepressiven Interventionen zu sein.

    In Phase-II-Studien wird eine Add-on-Gabe zu bestehender antidepressiver Medikation untersucht, um so bei wenig Nebenwirkung die Wirksamkeit zu beschleunigen.

    Auch die AMPA-kine und die Modulation des Endocannabinoidsystems zählen zu den neuen pharmakologischen Strategien bei affektiven Erkrankungen.

    Weiterlesen ...
  • Differenzierte Pharmakotherapie bei Suchterkrankungen

    In einer differenzierten Therapie von stoffgebundenen Suchterkrankungen spielt die Psychopharmakotherapie eine wesentliche Rolle und ist als Teil der Behandlung in den Gesamttherapieplan zu integrieren.

    Die medikamentöse Behandlung kann den Weg für andere therapeutische Interventionen ebnen, diese in ihrer Wirksamkeit unterstützen oder in manchen Situationen für eine Stabilisierung wesentlich sein.

    Neue Entwicklungen in der Pharmakotherapie betreffen bereits in anderen Indikationsbereichen etablierte Substanzen wie etwa Nalmefen oder mit Einschränkungen auch Baclofen oder Topiramat bei der Alkoholabhängigkeit.

    Weiterlesen ...

Substanzungebundene Süchte: SP 02|2012

  • Neurobiologie der Sucht und Brain-Imaging

    Aktuelle neurobiologische Untersuchungen zu den auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren von Suchterkrankungen verweisen auf Veränderungen in verschiedenen Neurotransmittersystemen, im Besonderen im dopaminergen, so genannten „Belohnungssystem“ des Gehirns. Insgesamt ist sowohl bei substanzgebundenen wie auch -ungebundenen Süchten von einer neuronalen Dysfunktion in der Belohnungserwartung und -verarbeitung auszugehen. Dies weist auf mögliche nosologieübergreifende Krankheitskonzepte hin.

    Weiterlesen ...
  • Internet- und Computerspielsucht: Ätiologische Aspekte, Diagnostik und Therapie

    Internetsucht stellt einen Sammelbegriff dar, der eine Vielzahl von suchtartig genutzten Onlineaktivitäten bündelt. Neben der Computerspielsucht als häufigster Variante hat in letzter Zeit auch die suchtartige Nutzung von sozialen Netzwerken stärkere Verbreitung gefunden. Internetsucht wird zunehmend im Sinne einer substanzungebundenen Abhängigkeitserkrankung (Verhaltenssucht) verstanden. Dementsprechend spiegeln die aktuellen Vorschläge zur Diagnostik die bekannten Kernkriterien von Abhängigkeitserkrankungen wider. Unter der Bezeichnung „Internet Use Disorder“ soll die Internetsucht im DSM-V als Forschungsdiagnose aufgenommen werden.

    Weiterlesen ...
  • Spielsucht – was macht süchtig?

    Spielen wird assoziiert mit Spaß, Freude und Anregung, dient der Entspannung, findet in unterschiedlichen sozialen Kontexten statt und ist als solches nicht als problematisch anzusehen, da es unter anderem für den Erwerb individueller und sozialer Kompetenzen relevant ist und kognitive Fähigkeiten fördert. Ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines problematischen oder pathologischen Spielens stellen insbesondere Glücksspiele dar, die mit realitätsfremden Erwartungen an Geldgewinne, Phantasien über Macht, Ansehen und magischen Vorstellungen verknüpft sind und dadurch das Verhalten „süchtig entgleisen“ kann.

    Weiterlesen ...
  • Diagnostik und Differenzialdiagnostik der Glücksspielsucht

    Nur etwa 10 % der von der Glücksspielsucht Betroffenen suchen primär wegen dieser Erkrankung Hilfe auf. Hinter mancher schwer zu behandelnden Depression oder Angststörung kann sich eine Spielsucht verbergen, die durch die enormen finanziellen oder familiären Belastungen einen wichtigen Stressfaktor darstellt. Da die Spielsucht in der Regel verheimlicht wird, ist sie in solchen Fällen eine schwierige diagnostische Herausforderung.

    Weiterlesen ...
  • Therapie der Spielsucht

    Die Spielsucht ist eine hochkomplexe psychische Störung, die ein individuelles und spezifisches Behandlungsprogramm erfordert. Von besonderer Bedeutung ist es, hier einen Schwerpunkt auf ressourcenorientierte Behandlungsmethoden zu legen. Unterschiedliche Module sollen zu einer Neu- und Wiederentdeckung der eigenen Lebenskräfte beitragen, um später der Verlockung des Glücksspiels gefestigter entgegentreten zu können.

    Weiterlesen ...
  • Ursachen, Diagnostik und Therapie der Kaufsucht

    Wir unterliegen häufig dem Irrtum, die Kaufsucht sei ein Phänomen neuer Zeiten, dabei müssen wir nur rund 100 Jahre zurückblicken, nämlich ins Jahr 1909, um auf die Erstdefinition des deutschen Psychiaters Emil Kraepelin zu stoßen: „… die krankhafte Kauflust, die den Kranken veranlasst, sobald sich ihm dazu Gelegenheit bietet, ohne jedes wirkliche Bedürfnis in großen Mengen einzukaufen, Hunderte von Halsbinden oder Handschuhen, Dutzende von Anzügen, Hüten, Überröcken, Schmuck­sachen, Spazierstöcken und Uhren“. Eine zweite Fehleinschätzung ist, dass vor allem das unkontrollierte Geldausgeben im Zentrum der Störung steht, denn wirklich wichtig ist, wesentliche psychiatrische Auffälligkeiten im Kontext dieser Störung zu erfassen.

    Weiterlesen ...
  • Arbeitssucht – ein Phänomen unserer Zeit?

    Das heutige Leistungsparadigma soll den Einzelnen zu noch höherer Effizienz und zur Maximierung des erzielten Erfolgs führen. Ist Arbeitssucht also eine Folge der Ausuferung unserer Leistungsgesellschaft? Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek, Ärztlicher Direktor des Anton-Proksch-Instituts Wien, spricht im Interview über Ursachen, Bedingungen und Folgen von Arbeitssucht.

    Weiterlesen ...
  • Substanzbedingte Störungen als Komorbidität psychischer Erkrankungen

    Komorbidität von substanz­bezogenen Störungen mit anderen psychiatrischen Erkrankungen ist aufgrund ihrer Häufigkeit eher die Regel als die Ausnahme und meist mit einer Verschlechterung der Prognose im gesamten Krankheitsverlauf verbunden. Beim Management der Komorbidität sollten alle vorhandenen Störungen gleichzeitig und ihrer jeweiligen Akuität entsprechend behandelt werden.

    Weiterlesen ...
  • Bipolar affektive Störungen und Alkoholkonsumstörungen

    Alkohol- und Substanzmittelkonsumstörungen, wie Abhängigkeit und schädlicher Konsum, zählen zu den häufigsten komorbiden Krankheitsbildern bei bipolaren Patienten. Diese komorbiden Störungen haben jeweils wechselseitig einen signifikanten Einfluss auf die Schwere und die Prognose der jeweils anderen Erkrankung. In dieser Übersicht werden neben den klinischen Konsequenzen der gleichzeitig bestehenden bipolar affektiven Störung (BAS) und einer Alkoholkonsumstörung (AUD) auch der aktuelle Stand zur Therapieforschung dieser komorbiden Konstellation berichtet.

    Weiterlesen ...

Burn-Out: SP 01|2012

  • Burn-out bei professionellen Helfern in Psychiatrie und Psychotherapie

    Seit der Psychiater Herbert  Freudenberger vor 40 Jahren  den Begriff Burn-out in die  Wissenschaft einführte, hat  dieser Begriff bei oberfläch –  licher Betrachtung einen  nur schwer verstehbaren  Siegeszug in der westlichen  Welt vollzogen. Kaum  jemand, der den Begriff  „Burn-out“ noch nicht gehört  hat. Und kaum jemand, der  sich noch nicht auch schon  mal als „ausgebrannt durch  seine Arbeit“ bezeichnet  hätte. Woher kommt dieser  Begriff, und wie erklärt sich  die große Popularität?

    Weiterlesen ...
  • Burn-out und Arbeit(ssucht): Ideengeschichte und Bestandsaufnahme

    Burn-out ist in den letzten Jahren zu einer hoch attraktiven und häufig gestellten Diagnose geworden, doch es stellt sich die Frage, ob Burn-out nur als ein mehr oder weniger spezifischer Leidenszustand, als eine pathologische Entwicklung, als ein medizinisches Syndrom oder als eine eigenständige Erkrankung anzusehen ist. Die Beantwortung dieser keineswegs einfachen Frage ist insofern von großer Wichtigkeit, als sie enorme Auswirkungen auf Umgang und Hilfestellung bis hin zur medizinischen Behandlung von an Burn-out Leidenden hat.

    Weiterlesen ...
  • Burn-out und Vulnerabilität

    Nach anfänglicher Überbewertung der ursächlichen Bedeutung externer Faktoren aus der Arbeitswelt hat sich zunehmend gezeigt, dass das Risiko einer Burn-out-Entwicklung auch ganz erheblich von individuellen Vulnerabilitätsfaktoren abhängen kann. Viele Befunde sprechen dafür, dass speziell eine überhöhte Leistungsmentalität mit Verzicht auf eigene Ansprüche einen erheblichen Dispositionsfaktor darstellt. Der vorliegende Beitrag befasst sich mit der Frage, inwieweit nachhaltige Störungen der Selbstwertregulierung eine Schlüsselrolle für die Entwicklung von Burn-out-Prozessen spielen.

    Weiterlesen ...
  • Differenzialdiagnosen des Burn-out

    Fundierte differenzialdiagnostische Überlegungen sind immer als Teil der Diagnostik eines Krankheitsbildes zu verstehen. Daher soll auch hier zu Beginn die Definition und die Kernsymptomatik des Burn-out-Syndroms skizziert werden. Von besonderer Relevanz ist der Zusammenhang zwischen Burn-out und Depression, da hier ein breiter Überlappungsbereich besteht und Burn-out einen Risikofaktor für die Entwicklung einer Depression darstellt.

    Weiterlesen ...
  • Behandlung von Burn-out

    In der Behandlung von Burn-out erscheint es wichtig, die dynamischen Faktoren dieses Phänomens zu berücksichtigen. Das therapeutische Vorgehen sollte individuell zugeschnitten sein und verfügt potenziell über eine breite Palette von Entspannungsübungen, Ressourcenorientierung, Arbeitskarenz, psychotherapeutischen und – wenn nötig – auch psychopharmakologischen Ansätzen.

    Weiterlesen ...
  • Internistische Folgen des Burn-out

    Burn-out kennzeichnet einen Verausgabungsprozess, an dessen Ende Erschöpfung, reduzierte Leistungsfähigkeit und (zynische) Distanzierung von ehemals stark positiv besetzten Zielen stehen. Die individuellen Folgen von Burn-out sind erheblich: Das Spektrum reicht von Depressionen bis zu chronischen physischen Erkrankungen. Dabei gilt vor allem der Zusammenhang zwischen Burn-out und Herz-Kreislauf-Erkrankungen als gesichert.

    Weiterlesen ...
  • Präventionskonzepte zu Burn-out aus arbeits- und organisationspsychologischer Sicht

    Burnout ist aus arbeits- und organisationspsychologischer Sicht ein Syndrom, das einerseits auf individuelle, andererseits auf organisatorisch problematische Strategien im Umgang mit Belastungen hinweist. Der Begriff wird vielfach sehr weit gefasst und scheint an Griffigkeit zu verlieren. Eine nachhaltige Prävention ist jedoch nur bei Berücksichtigung des Arbeitsumfeldes und der spezifischen Interaktion von Person und (Arbeits-)Umfeld möglich.

    Weiterlesen ...
  • Arbeit im Wandel der Zeit

    Begriffs-, ideen- und mythengeschichtliche Untersuchungen zeigen, dass Arbeit im europäischen Abendland bis zur Neuzeit negativ bewertet wurde. Die Muße war in der Antike und im Mittelalter mehr wert als die Arbeit. Das änderte sich mit der Reformation und der industriellen Revolution. Bei Marx und Engels wurde das Recht auf Selbstverwirklichung durch die Arbeit eingefordert und Entfremdungs- und Ausbeutungsverhältnisse angeklagt. Gegenwärtig gibt es einen Trend zur „freiwilligen Selbstausbeutung“, was die traditionelle Interpretation der Herrschaft, die Dialektik von Herr und Knecht, zu einer Revision zwingt.

    Weiterlesen ...

Sozialpsychatrie: SP 04|2011

  • Was macht Sozialpsychiatrie aus?

    In den vergangenen vier Jahrzehnten war Sozialpsychiatrie ein Synonym für eine ausgeprägte Umgestaltung der Psychiatrie, weg von den verwahrenden psychiatrischen Großanstalten hin zu dezentralen Diensten für die ambulante und stationäre Behandlung. Sozialpsychiatrie war dabei manchmal von großen Hoffnungen begleitet, wie z. B. dass psychische Erkrankungen künftig generell weniger chronisch und weniger behindernd verlaufen würden. Einige dieser Hoffnungen haben sich aber nicht erfüllt.

    Weiterlesen ...
  • Recovery und Sozialpsychiatrie

    Recovery ist nichts Neues. Schon immer hat der Begriff auf die eine oder andere Art und Weise zum medizinischen Diskurs gehört. In den letzten Jahren hat das Thema „Recovery bei psychiatrischen Erkrankungen“ jedoch eine rasante Dynamik erfahren, sind Kliniker, Gesundheits- und Versorgungsplaner, Politiker und Aktivisten, Manager und Wissenschaftler aktiv dabei, Recovery zum Ziel und Kernkonzept ihrer Anstrengungen zu machen. Wesentliche Einflüsse dieser aktuellen Entwicklung sind die konsistenten Ergebnisse von Langzeit-Follow-up-Studien und andere Erkenntnisse aus dem Bereich der wissenschaftlichen Sozialpsychiatrie einerseits, die gelungene Enthospitalisierung und Rückkehr der Patienten in die Gemeinden, die Entwicklung der Betroffenenbewegung sowie ein Sozialmodell der Behinderung mit Konzentration auf die Interaktion zwischen Umwelt und Individuum, auf Stärken und Ressourcen sowie die Bekämpfung der Stigmatisierung und soziale Inklusion andererseits.

    Weiterlesen ...
  • „Was können wir aus Antistigma-Kampagnen lernen?“

    Fünf Jahre nach Beendigung der Österreichischen WPA-Kampagne „Schizophrenie hat viele Gesichter“ zeigt ihre Evaluierung, dass in der Bevölkerung keine Veränderungen der gängigen Vorurteile gegenüber an Schizophrenie Erkrankten bewirkt werden konnten. Eine Kampagne reicht offensichtlich nicht aus, um tief verwurzelte Einstellungen zu beeinflussen, sodass zukünftige Anti-Stigma-Aktivitäten über einen langen Zeitraum durchgeführt werden sollten. Obwohl dieses Ergebnis nicht ermutigend erscheint, war diese weltweite WPA-Kampagne wichtig. Sie machte das Stigma im Bereich der Psychiatrie zum Thema und eröffnete den Zugang zu einigen, mit dem Stigma vergesellschafteten, neuen Facetten.

    Weiterlesen ...
  • Ambulante sozialpsychiatrische Versorgung

    Ein modernes sozialpsychiatrisches Versorgungssystem verfügt über regionalisierte, wohnortnahe, ambulante und stationäre Einrichtungen, die durch ein multiprofessionelles Team eine differenzierte, störungs- und bedarfsorientierte Diagnostik, Behandlung und Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen gewährleisten. Die einzelnen Versorgungskomponenten und Behandlungsleistungen sollen bedarfsgerecht, koordiniert und aufeinander abgestimmt für verschiedene Patientengruppen mit unterschiedlichen Betreuungsintensitäten angeboten werden.

    Weiterlesen ...
  • Integrationschancen psychisch Kranker in die Arbeitswelt

    Psychisch kranke Menschen sind massiv gefährdet, von Arbeits- bzw. Beschäftigungslosigkeit betroffen zu sein. Die frühzeitige Pensionierung von psychisch Erkrankten nimmt in Österreich epidemieartige Ausmaße an. In diesem Artikel wird gezeigt, dass es mit Hilfe geeigneter Rehabilitationsmaßnahmen gelingen kann, psychisch Erkrankten den (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Es werden die heute gängigen fachlichen Ansätze von Arbeitsrehabilitation und nationale wie internationale Evaluationsergebnisse vorgestellt. Neben einer dem Bedarf entsprechenden Schaffung von gemeindenahen Arbeitsrehabilitationsangeboten sollte es Ziel der Bemühungen der Fachwelt sein, arbeitsrehabilitative Maßnahmen begleitend zu evaluieren, weiterzuentwickeln und sie den speziellen Bedürfnissen der Patienten anzupassen.

    Weiterlesen ...
  • Neue Perspektiven in der psychiatrischen Rehabilitation

    In vielen medizinischen Fachgebieten entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten parallel zur  Akutversorgung die Rehabilitation als eigenständige Rehabilitationsmedizin. Medizinische Rehabilitation umfasst einen ganzheitlichen Ansatz, der über die Behandlung der Krankheit hinaus vor allem die  Beziehung zu Kontextfaktoren berücksichtigt, um einen bestmöglichen Rehabilitationserfolg im Sinne  einer Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben zu ermöglichen.

    Weiterlesen ...
  • Geschichte der Sozialpsychiatrie

    Die Geschichte der Sozialpsychiatrie ist eng verbunden mit allgemeinen Entwicklungen in der Psychiatrie. Sie ist gekennzeichnet durch besondere Beachtung der sozialen Umstände, in denen Menschen mit psychischen Störungen leben, die Auswirkungen dieser Umstände auf Entstehung, Auslösung und Verlauf psychischer Krankheiten. Gute psychiatrische Angebote können nur sozialpsychiatrisch ausgerichtet sein, wobei dies bedeutet, dass soziale, biologische und psychologischpsychotherapeutische Ansätze integrativ in das Behandlungsprogramm aufgenommen werden. Für viele herausragende psychiatrische Persönlichkeiten der Psychiatriegeschichte war dieser Ansatz immer bedeutend. Der forschungsmäßige Schwerpunkt der Sozialpsychiatrie ist noch relativ jung und muss von den anderen Ansätzen des biopsychosozialen Modells abgegrenzt werden.

    Weiterlesen ...
  • Von der Integration zur Inklusion

    Wenn heute im Diskurs über das soziale Miteinander der Begriff „Inklusion“ eine dominante Stellung eingenommen hat, dann ist dies keineswegs selbstverständlich. Denn einerseits findet diese dominante Stellung nur selten seine Entsprechung in den realen Gegebenheiten und andererseits ist diese begriffliche Hegemonie nicht von heute auf morgen entstanden, sondern ihr geht eine mehr als ein halbes Jahrhundert dauernde Entwicklung der politischen Willensbildung voraus.

    Weiterlesen ...
  • Leben mit psychischer Erkrankung – die Perspektive der Angehörigen

    Für uns als Angehörige ist das Leben von der psychischen Erkrankung eines Familienmitgliedes geprägt. Die Herausforderung ist, der Erkrankung den unbedingt notwendigen Raum zu geben, sie aber nicht zum alles bestimmenden Faktor in der Beziehung zum Sohn, Partner oder zur Mutter im gesamten Familienleben werden zu lassen. Es gilt neue Perspektiven, neue Lebensentwürfe zuzulassen, die eigenen Fähigkeiten und Grenzen, aber auch jene des Betroffenen zu erkennen, und ihnen gerecht zu werden.

    Weiterlesen ...

Schlafstörungen: SP 03|2011

  • Epidemiologie von Schlafstörungen

    Schlafstörungen sind ein häufiges Gesundheitsproblem, wobei eigenständige und komorbide Schlafstörungen zu unterscheiden sind. Die vorliegenden Prävalenzzahlen sind recht unterschiedlich – sie hängen von der Population und vor allem vom Alter ab. Aufgrund der doch hohen Prävalenz und der gesundheitsökonomischen Aspekte, insbesondere der Folgekosten von Schlafstörungen durch Arbeitsausfälle, sowie dem Risiko von Arbeits- und Verkehrsunfällen ist dem Thema vermehrt Beachtung zu schenken.

    Weiterlesen ...
  • Komorbiditäten bei Schlafstörungen

    Schlafstörungen sind häufig – 20 bis 30% der Bevölkerung sind davon betroffen – und Schlafstörungen sind vielfältig. Nach der Internationalen Klassifikation von Schlafstörungen (ICSD) kennen wir über 100 verschiedene Schlafstörungen, die sich nach ICD-10 in zwei große Gruppen, die nichtorganischen und organischen Schlafstörungen, unterteilen lassen. Schlafstörungen sind aber auch folgenschwer. Ist der Schlaf gestört, ist die Gesundheit gefährdet.

    Weiterlesen ...
  • Erhöhte Tagesschläfrigkeit – Differentialdiagnosen und Ursachen

    Erhöhte Tagesschläfrigkeit ist immer abzugrenzen von Fatigue, einem Zustand allgemeiner, körperlicher Ermüdbarkeit, oft noch (subjektiv) verstärkt durch körperliche Anstrengung. Tagesschläfrigkeit kann sich auf verschiedene Weise, wie beispielsweise durch kurze Aufmerksamkeitsfehler, manifestieren (Tab. 1). Allerdings ist die Selbstwahrnehmung bei Schläfrigkeit in der Regel schlecht. Aufgrund der erhöhten Unfallneigung ist eine Bewusstseinsschärfung sowohl bei Ärzten als auch in der Bevölkerung notwendig. Tagesschläfrigkeit muss immer abgeklärt werden.

    Weiterlesen ...
  • Schlafstörungen im Kindes- und Jugendalter

    Schlafstörungen und schlafassoziierte Störungen kommen im Kindes- und Jugendalter relativ häufig vor. Aufgabe der pädiatrischen Schlafmedizin ist es, die Ursachen für Schlafstörungen und schlafassoziierte Störungen zu objektivieren und eine entsprechende Therapie einzuleiten. Oft ist durch die Komplexität von Schlafstörungen ein interdisziplinäres Vorgehen erforderlich.

    Weiterlesen ...
  • Potentielles Frühsymptom einer neurodegenerativen Erkrankung

    REM-Schlafverhaltensstörung (REM Sleep Behavior Disorder, RBD) ist eine vergleichsweise „junge“ Erkrankung, die 1986 erstmals systematisch beschrieben und 1990 in die Internationale Klassifikation für Schlafstörungen aufgenommen wurde. In den Fokus der Aufmerksamkeit rückte die RBD in den letzten Jahren, als erkannt wurde, dass es sich bei der RBD um ein potentielles nichtmotorisches Frühsymptom einer neurodegenerativen Erkrankung handelt. Diese Erkenntnis wird, sobald geeignete neuroprotektive Substanzen zur Verfügung stehen, auch klinisch relevant werden.

    Weiterlesen ...
  • Schlafstörungen und Alkohol

    Um besser schlafen zu können, missbrauchen viele Menschen, und nicht nur Alkoholabhängige, Alkohol als „Schlafmittel“, obwohl dies einen negativen Effekt auf die Schlafqualität hat und vorhandene Schlafstörungen verstärkt.

    Weiterlesen ...
  • Schlafstörungen und Stoffwechsel

    Schlafstörungen führen zu vielfältigen Veränderungen in unserem Stoffwechsel. Am besten untersucht ist hier sicherlich der Einfluss von Schlafstörungen auf den Glukosestoffwechsel, außerdem haben Schlafatemstörungen Einfluss auf den Lipidstoffwechsel und nicht zuletzt stellt sich die Frage, welche metabolischen Konsequenzen Schlafrestriktion hat bzw. ob zu wenig Schlaf dick macht.

    Weiterlesen ...
  • Schlaf und Schlaganfall

    Schlaganfall stellt in Industrienationen die häufigste Ursache für bleibende Behinderung und die dritthäufigste Todesursache dar, wobei in Österreich pro Jahr etwa 20.000 Schlaganfälle auftreten. Ziel des Artikels ist es, die komplexen Zusammenhänge zwischen Schlafstörungen und Schlaganfall zu beleuchten, da sie sich gegenseitig verursachen können und auch durch ähnliche prädisponierende Faktoren begünstigt werden.

    Weiterlesen ...
  • Was gibt es Neues bei obstruktiver Schlafapnoe und CPAP?

    KONTEXT: Die obstruktive Schlafapnoe ist eine Erkrankung, die durch rezidivierende Atemstillstände oder -abflachungen während des Schlafes gekennzeichnet ist. Die Prävalenz der therapiepflichtigen Erkrankungsfälle liegt etwa bei 2 bis 4% der über 40-Jährigen, vorwiegend Männer und Übergewichtige. Unbehandelt kommt es zu einer Steigerung der kardiovaskulären Erkrankungen wie (therapierefraktäre) Hypertonie, Herzinfarkt und Schlaganfall sowie zu Tagesmüdigkeit und sämtlichen Störungen wie bei chronischem Schlafentzug. Eines der frühesten Erkennungsmerkmale ist das (intermittierende) Schnarchen. Allerdings treten die Symptome oder Folgeerkrankungen nicht mit Regelmäßigkeit auf, sodass mitunter auch von einem stillen Krankheitsverlauf gesprochen werden kann. Die effektivste und sicherste Therapie ist jedenfalls immer noch die nichtinvasive Maskenbeatmung während des Schlafes.

    Weiterlesen ...
  • Schlafhygiene und Schlafcoaching

    Bei der Behandlung von Schlafstörungen sind psychologische Therapieansätze weitaus weniger etabliert als medikamentöse Strategien. Die Forschung beschränkt sich zur Zeit noch auf Untersuchungen bei Ein- und Durchschlafstörungen, obwohl psychologische Maßnahmen auch bei anderen Schlafstörungen wie z. B. RLS hilfreich sein könnten. Fast alle Schlafstörungen werden durch Stress gefördert, der einen der wichtigsten Ansatzpunkte der psychologischen Behandlung von Schlafstörungen darstellt.

    Weiterlesen ...

Organische Psychosen: SP 02|2011

  • Organische Psychosen: Überblick und Differentialdiagnosen

    Unter den organischen bzw. symptomatischen psychischen Störungen versteht man einen Symptomenkomplex von syndromatologischer Wertigkeit, dem äußerst unterschiedliche Ätiologien zugrunde liegen können. Dabei kommt es zu Störungen höherer kortikaler Funktionen, d. h. Störungen der lnformationsaufnahme und -verarbeitung sowie zu Folgestörungen. So betrifft dies vordergründig die kognitiven Funktionen mit Auswirkungen auf die Kontrolle des Verhaltens, des Antriebs sowie der Emotionen; Bewusstseinsveränderungen sind – müssen aber nicht – vorhanden sein, zudem oszillieren sie häufig in ihrer Intensität.

    Weiterlesen ...
  • Delir und Durchgangssyndrome

    Jahrelange Bemühungen, die „Sprache der Psychiatrie“ zu vereinheitlichen, führten nicht gerade zu einer Verarmung an Begriffen, wohl aber in bestimmten Bereichen zu Vereinheitlichungen. So ist das Durchgangssyndrom vom Delir abgelöst worden, was in Anbetracht der ätiologischen Vielfalt und der psychopathologischen Varianz eine grobe Vereinfachung eines Syndroms darstellt, sodass weitere Differenzierungen sicher notwendig werden. In der täglichen Praxis wird das Delirium („delirare – aus der Spur geraten“) irrtümlich sehr oft mit dem schweren Alkoholentzugssyndrom gleichgesetzt. Jenseits davon sind es weit häufiger „akute Verwirrtheitszustände“ unterschiedlicher Ätiologie, welche nunmehr an Stelle des Durchgangssyndroms oder ähnlicher Begriffe als Delir zusammengefasst werden.

    Weiterlesen ...
  • HIV-induzierte psychische Störungen

    HIV-induzierte psychische Störungen, die in jedem Krankheitsstadium der HIV-Infektion auftreten können, aber häufiger bei symptomatischen Patienten beobachtet werden, stellen eine zunehmend relevantere Herausforderung in der klinischen Psychiatrie dar. Aufgrund des Überlebensvorteils unter HAART ist künftig mit einer Zunahme der durch die Neurotropie des HI-Virus bedingten kognitivmotorischen, affektiven und schizophreniformen Störungen zu rechnen.

    Weiterlesen ...
  • Psychiatrische Störungen bei Epilepsie

    Psychiatrische Erkrankungen treten bei Epilepsiepatienten signifikant häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung. So findet man Depressionen bei 11-55%, Angststörungen bei 15-25%, Psychosen bei 2-8%, ein ADHD (Attention Deficit Hyperactivity Disorder) bei 10-40% und dissoziative Anfälle bei 1-10%. Die Suizidrate liegt bei 5-12%. Zudem ist die psychiatrische Komorbidität bei Epilepsien signifikant höher als bei anderen chronischen Erkrankungen. Dies lässt auf eine gemeinsame biologische Grundlage von psychiatrischen Erkrankungen und Epilepsien schließen1-4.

    Weiterlesen ...
  • Psychische Störungen bei Chorea Huntington

    Psychische Störungen bei Chorea Huntington gehören zum klassischen Erscheinungsbild der Erkrankung und können in allen Stadien vorkommen. Fast alle Patienten leiden zumindest einmal im Laufe der Erkrankung unter Depressionen, Angststörungen oder Aggressionen.

    Weiterlesen ...
  • Organische Psychosen aufgrund endokriner Störungen

    Endokrine Erkrankungen wie das Cushing-Syndrom, die Hyper- und die Hypothyreose sind als auslösende Faktoren organischer Psychosen, manchmal auch als zur Diagnose führende Manifestation dieser Erkrankungen bekannt. Wesentlich häufiger führt aber die Pharmakotherapie mit Glucocorticoiden, insbesondere bei der Verabreichung sehr hoher Dosen, zu psychotischen Symptomen. Darüber hinaus wird auch der Mangel an einer ganzen Reihe von anderen Hormonen mit dem Auftreten von Psychosen in Zusammenhang gebracht, so zum Beispiel Östrogene, Pregnenolon und Dehydroepiandrosteron. Dies hat zur Evaluierung dieser Hormone bei der Behandlung von Psychosen geführt.

    Weiterlesen ...
  • Bedürfnisgerechte Behandlung bei Demenz

    Der Prozess des Älterwerdens verläuft sehr individuell. Während sich Kinder noch sehr in ihrem Erleben und Verhalten ähneln, beginnt mit der Adoleszenz jeder Mensch auf seine Art älter zu werden. Wenn dann einer von zwei Partnern oder ein alleinstehender Mensch im hohen Alter beginnt, dement zu werden, so sind das individuelle Schicksale und Patient sowie Umgebung erleben und reagieren auf die Demenz sehr unterschiedlich. Es ist die sogenannte „ganzheitliche Medizin“, die den ganzen Menschen in seinem Lebenskontext mit der Berücksichtigung von Subjektivität und Individualität betrachtet.

    Weiterlesen ...

Transkulturelle Psychiartrie: SP 01|2011

  • Das transkulturelle Gesicht der Psychiatrie

    Das okzidentale Denken sowie die westlichen Traditionen und Lebensgewohnheiten definieren die moderne Psychiatrie. Die derzeit gebräuchlichen Klassifikationssysteme und Diagnoseschemata wurzeln in europäischen und angloamerikanischen Schulen. Das Wissen um kulturspezifische Ausdrucksformen und Kausalattributionen psychiatrischer Erkrankungen muss aber in unserer Zeit, in der in vielen Städten mehr als ein Viertel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund aufweist, zum notwendigen diagnostischen und therapeutischen Rüstzeug aller gehören, die sich der Betreuung psychisch kranker Menschen widmen. Die transkulturelle Psychiatrie versteht sich infolgedessen in der Gegenwart als die Psychiatrie der Migranten.

    Weiterlesen ...
  • Transkulturelle Psychiatrie: Möglichkeiten und Grenzen

    Gegenwärtig ist in der Psychiatrie und der Psychologie ein „cultural turn“ zu verzeichnen. Neue Fächer wie die kulturvergleichende Gehirnforschung entstanden. Gleichzeitig aber führte die Begegnung mit psychisch kranken Migranten in der Praxis oft zu einer erheblichen Verunsicherung. Dieser Artikel stellt die Grundlagen der Transkulturellen Psychiatrie dar und versucht, die Möglichkeiten und Grenzen dieses Fachs aufzuzeigen.

    Weiterlesen ...
  • Diagnostik und Behandlung psychotischer Störungen im transkulturellen Kontext

    Die sprachlichen und kulturellen Barrieren zwischen europäischen Psychiatern und Patienten aus traditionellen außereuropäischen Kulturen werden besonders in der Diagnostik und Behandlung psychotischer Erkrankungen oft schmerzlich spürbar. Ungewohnte „Idioms of Distress“ und Krank – heitskonzepte, aber auch Störungsbilder, die bei uns selten oder in einer anderen Form auftreten, erschweren eine korrekte Klassifikation und damit auch eine adäquate Behandlung (pseudo-) psychotischer klinischer Bilder. Diese Arbeit bietet einen Einblick in die Komplexität und Vielfalt psychotischer Erkrankungen und gibt eine Einführung in die Psychopharmako- und Psychotherapie fremdkultureller Patienten.

    Weiterlesen ...
  • Sind Migranten anders depressiv?

    Weitgehend unbestritten ist, dass die Depression eine kulturübergreifende psychische Störung ist, jedoch wird davon ausgegangen, dass die Art und Weise der Präsentation der Beschwerden kulturell geprägt ist. Für die Arbeit mit Migranten bedeutet dies, dass der Kliniker neben der Exploration der psychischen Beschwerden auch die kulturelle Bedeutung und Funktion berücksichtigen sollte.

    Weiterlesen ...
  • Kultur und somatoforme Störungen

    Somatoforme Störungen können als ein „kulturelles“ Konstrukt mit „speziellen kulturellen Ausprägungen“, aber auch als „kulturübergreifende Prinzipien“ verstanden werden. Die Verbindung beider Ansätze ist nicht nur für die Diagnostik und Modellbildung wichtig, sondern kann auch bei der Bewältigung von Krankheiten/Stress nützlich sein.

    Weiterlesen ...
  • Kultur und Substanzmissbrauch

    Psychotrope Substanzen sind ein nicht wegzudenkender Teil der Kultur und mit dieser auf vielfältige Weise verflochten. So sprechen wir von Kulturdrogen und Drogenkulturen, so spielen kulturelle Faktoren in der gesellschaftlichen und individuellen Suchtgenese eine bedeutsame Rolle und so erweisen sich (trans-)kulturelle Aspekte in der Suchttherapie und -prävention als immer wichtiger. Drogen, Rausch und Sucht sind einer der häufigsten Inhalte kultureller Darstellungen, und unter Kulturschaffenden haben die Suchtmittel eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. In der „Kultivierung“ des Drogengebrauchs liegen aber auch große Chancen der Suchtvorbeugung und -behandlung. Im Folgenden sollen blitzlichtartig wesentliche Aspekte des komplexen Themas „Kultur und Substanzmissbrauch“ beleuchtet werden.

    Weiterlesen ...
  • Dissoziation und dissoziative Erkrankungen im Kontext der transkulturellen Psychatrie

    Dissoziative Phänomene sind Teil alltäglicher psychologischer Mechanismen. Dissoziative Störungen entstehen meist in Belastungssituationen und sind in ihrer Ausprägung kulturabhängig zu verstehen. Eine Differentialdiagnostik zur Abgrenzung von anderen, z. B. hirnorganischen Auslösern oder Symptomen, ist allerdings wesentlich.

    Weiterlesen ...
  • Prävalenz psychischer Erkrankungen bei Migranten

    Derzeit existieren in Österreich noch keine repräsentativen Daten zur Häufigkeit von psychischen Störungen bei Menschen mit Migrationshintergrund. Die erste Datenanalyse der Transkulturellen Ambulanz der Wiener Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie konnte zeigen, dass Patienten mit Migrationshintergrund keineswegs eine homogene Gruppe darstellen. Es fanden sich dabei deutliche Unterschiede zwischen freiwilligen und unfreiwilligen Einwanderern, wobei sich in den Ergebnissen allerdings eine Kombination aus Störungsprävalenz und Inanspruchnahmeverhalten für ein ambulantes Betreuungsangebot widerspiegelt.

    Weiterlesen ...
  • Trauma und Migration – Einige Bemerkungen aus der Praxis

    Migration ist kein seltenes Phänomen, das immer den Einzelnen und die Gesellschaft betrifft. Migration stellt eine Herausforderung dar und wird zunehmend auch als Herausforderung in der Psychiatrie wahrgenommen. Im Folgenden gehe ich einigen Verbindungen zwischen Migration und Trauma nach.

    Weiterlesen ...
  • Portrait: Mahner für eine menschengerechte Psychiatrie

    O. Univ.-Prof. Dr. Hartmann Hinterhuber, Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie und Sozialpsychiatrie Innsbruck, gilt als einer der Väter der modernen Psychiatrie in Tirol. Von ihm gingen zahlreiche Impulse für eine zukunftsorientierte Versorgung aus, gleichzeitig setzte er sich stets für eine menschengerechte Psychiatrie ein.

    Weiterlesen ...