Nierentransplantation und mehr

Die vorliegende Ausgabe von UNIVERSUM INNERE MEDIZIN widmet sich schwerpunktmäßig der Nephrologie:

Eine wesentliche Säule der Nierenersatztherapie ist die Nierentransplantation, die – trotz Weiterentwicklung der maschinellen Verfahren Hämodialyse/Blutwäsche (HD) und Peritonealdialyse/Bauchdialyse (PD) – die verlorengegangene Nierenfunktion am besten ersetzt. Abgesehen davon, dass die Entgiftung rund um die Uhr jeden Tag erfolgt (statt 3-mal/Woche bei HD oder mehrmals täglich bzw. kontinuierlich nächtlich bei PD), sind auch andere wesentliche Funktionen der Niere, abseits der Entgiftung und Entwässerung, durch ein funktionierendes Spenderorgan optimal abgedeckt. Dazu zählen hormonelle Regulation, Kalzium/Phosphor/Parathormon-Steuerung, Blutbildung, Azidoseausgleich, Kaliumregulation u. v. m. Natürlich sind auch gewisse Risiken bzw. Belastungen durch Medikamenteneinnahme, Kontrolluntersuchungen, Abstoßungsgefahr, Infektionen u. a. zu bedenken. Aktuelle Studien bestätigen nicht nur eine Verbesserung der Lebensqualität, sondern auch eine Verlängerung der Lebenszeit durch die Nierentransplantation.
Ein Artikel in diesem Heft beleuchtet auch die Polyomavirus-(BK-)assoziierte Nephropathie, die durch Reduktion der Immunsuppression bzw. auch prophylaktisch durch Immunglobuline behandelt bzw. verhindert werden kann.
Moderne T-Zell-Rezeptor-Sequenzierungen stellen eine vielversprechende Möglichkeit für diagnostische und therapeutische Ansätze dar.

Diätetische Empfehlungen bei chronischer Niereninsuffizienz sind weiterhin kontrovers, besonders in Bezug auf Eiweiß-Restriktion: Zwar gibt es Daten zur Progressionsverzögerung durch Low-Protein-Diet (LPD), demgegenüber stehen allerdings eine Mehrbelastung des Organismus durch Fett und Kohlehydrate bzw. auch eine Einschränkung der Lebensqualität. Weitere Studien – auch im Zusammenhang mit dem breiteren Einsatz von SGLT2-Hemmern bei nephrologischen Patienten – werden erwartet.

Ein weiterer Beitrag in dieser Ausgabe beschäftigt sich mit den Therapiemöglichkeiten bei Hyperkaliämie – ein Thema, das im Hinblick auf moderne Medikamente zur Herzinsuffizienztherapie bzw. Nephroprotektion immer relevanter wird. Die modernen Kaliumsenker Natrium-Zirkonium-Zyklosilikat und Patiromer werden verglichen, wobei der Wirkeintritt bei Ersterem deutlich rascher ist. Von Natrium-Polystyren-Sulfonat wird heute aufgrund schwerwiegender Nebenwirkungen eher abgeraten.

Bitte entnehmen Sie aktuelle Hinweise auf kommende (virtuelle) Fortbildungen und Webinare der Website der Gesellschaft!

Mit lieben Grüßen

AutorIn: Univ.-Prof. Dr. Renate Klauser-Braun

3. Medizinische Abteilung
Klinik Donaustadt, Wien


UIM 06|2021

Herausgeber: o. Univ.-Prof. Dr. Günter J. Krejs
Publikationsdatum: 2021-07-27