© iDoPixBox – stock.adobe.com Studien aus Deutschland und den USA zeigen: Ein gesunder Lebensstil senkt das Sterberisiko von Krebspatient:innen erheblich. Ein Rauchstopp hat selbst bei fortgeschrittener Erkrankung erstaunliche Effekte.
Die deutschen Ergebnisse stammen aus einer bevölkerungsbasierten Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Untersucht wurden mehr als 6.000 Personen, die mindestens fünf Jahre zuvor an Brust-, Darm- oder Prostatakrebs erkrankt waren. Über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren analysierten die Forschenden den Einfluss verschiedener Lebensstilfaktoren auf die Gesamtsterblichkeit.
Das Ergebnis ist eindeutig: Personen mit einem gesunden Lebensstil hatten ein um rund 30 Prozent geringeres Sterberisiko als jene mit ungünstigen Lebensgewohnheiten. Entscheidend waren vier Faktoren: Nichtrauchen, regelmäßige körperliche Aktivität, gesundes Körpergewicht sowie mäßiger oder kein Alkoholkonsum. Am stärksten wirkte sich der Rauchverzicht aus: Menschen, die nie geraucht hatten, wiesen um fast 50 Prozent weniger Todesfällen auf als Raucher:innen. „Ein gesunder Lebensstil hilft nicht nur, Krebs zu vermeiden, sondern kann auch nach einer Krebsdiagnose einen großen Unterschied machen“, fasste Studienleiter Volker Arndt die Ergebnisse zusammen. Unterstützt werden diese Befunde durch eine Untersuchung des Cancer Center der Washington Universität in St. Louis. Demnach hatten Patient:innen, die nach ihrer Krebsdiagnose weiter rauchten, ein zweifach erhöhtes Risiko, in den folgenden beiden Jahren an ihrem Krebsleiden zu sterben.
Zwei Jahre nach dem ersten onkologischen Befund lag die Überlebenswahrscheinlichkeit bei rauchenden Patient:innen allen Krebsarten und -stadien bei 74 % – im Vergleich zu 85 % bei denjenigen, die mit dem Rauchen aufhörten. Besonders eindrucksvoll war der Effekt bei fortgeschrittenen Erkrankungen: Von den rauchenden Patient:innen mit Krebs im Stadium 3 oder 4 lebten nach 210 Tagen noch 85 %. Im Vergleich dazu lebten von denjenigen, die mit dem Rauchen aufhörten, nach 540 Tagen noch 85 Prozent. Das entspricht fast einem Jahr zusätzlicher Lebenszeit.
„Patienten mit fortgeschrittenem Krebs fühlen sich oft hoffnungslos“, so Erstautor Steven Tohmasi. „Wenn sie das Gefühl haben, nur noch wenig Zeit zu haben, ermutigen manche Ärzte sie möglicherweise nicht aktiv zum Rauchstopp. (…) Doch wenn wir den Patienten unsere Daten zeigen, gibt ihnen das Hoffnung und motiviert sie zum Aufhören. Ein zusätzliches Lebensjahr ist eine lange Zeit für Patienten, denen gesagt wurde, sie hätten nur noch wenige Monate zu leben.“ (APA/tab)
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