Darmultraschall als Prognosemarker bei Neudiagnose eines Morbus Crohn

Diese prospektive Kohortenstudie aus Israel untersuchte bei 117 Patient:innen mit einer Neudiagnose eines Morbus Crohn, ob der Darmultraschall zu Beginn der Erkrankung einen prognostischen Wert auf die Voraussage auf mehrere Outcomes (kombinierter Endpunkt mit Crohn-assoziierten Operationen, Hospitalisationen, Steroidabhängigkeit oder Gebrauch von ≥ 2 Biologika) nach einem Jahr hat. Hierfür wurde bei Baseline der IBUS-SAS (Darmultraschall-Score, der die Darmwand, die Fettimbibierung, die Stratifizierung und die Durchblutung der Darmwand beinhaltet) sowie C-reaktives Protein (CRP), Calprotectin, Clinical Disease Activity Index (CDAI) und der Simple Endoscopic Score for Crohn‘s Disease (SES-CD) gemessen. Patient:innen mit einem niedrigeren Score (< 23,8) hatten auch niedrigere Werte für CDAI, CRP, Calprotectin und SES-CD, wobei zudem weniger häufig ein Biologikum gestartet wurde. Nach einem Jahr war die kombinierte Komplikationsrate (Crohn-assoziierte Operationen, Hospitalisationen, Steroidabhängigkeit oder ≥ 2 Biologika) in der Gruppe mit einem niedrigeren IBUS-SAS-Score signifikant geringer (8,6 % vs. 29,2 %, p = 0,03).

Fazit: Immer mehr Studien bestätigen den prognostischen Wert der Darmsonografie. Obwohl der hier verwendete IBUS-SAS im klinischen Alltag wegen seiner Komplexität kaum verwendet wird, schmälert das die Resultate dieser Studie keineswegs. Der Ultraschall sollte schon zu Beginn verwendet werden, um Patient:innen mit einer hohen Krankheitslast früh zu erkennen.