© pixabay Die niedergelassene Ärzteschaft fordert „besseren Patientenservice“ durch generelle Medikamentenabgabe in der Ordination. Es könnte ein Abtausch gegen Impfungen in Apotheken werden.
„Das österreichische Gesundheitssystem muss endlich in der Realität des 21. Jahrhunderts ankommen“, fordert Edgar Wutscher, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzt:innen. „Das bedeutet, den Patienten und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen und sinnlosen Protektionismus zu zerschlagen. Das bedeutet: Es muss für Ärztinnen und Ärzte möglich werden, auf freiwilliger Basis Medikamente abgeben zu können, damit Patientinnen und Patienten im Sinne eines One-Stop-Shop in einem vertrauensvollen und niederschwelligen Setting Diagnose und Therapie aus einer Hand und ohne sinnlose Wege bekommen.“
Von dieser Forderung werde man auch nicht abrücken – „denn wir erleben jeden Tag, wie kranke Menschen gezwungen werden, kilometerweit zur nächsten offenen Apotheke zu fahren, um sich dort ihre dringend benötigten Medikamente holen zu dürfen.“ So könne man im Jahr 2026 nicht mehr mit Patient:innen umgehen. Wenn die „Politik verantwortungsbewusst im Sinne ihrer Wählerinnen und Wähler handeln will, muss sie hier eingreifen, denn der Wille der Bevölkerung ist klar“, betont Wutscher. Aktuelle Studien würden belegen, dass sich zwei Drittel der Menschen wünschen, Medikamente auch bei Ärztin oder Arzt erhalten zu können. (red)