Ärzteausbildung: Rumoren in den Bundesländern 

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Trotz Ärztemangels müssen Jungmediziner:innen derzeit lang auf einen Platz für die Basisausbildung warten. Nun rumort es deswegen auch in den Bundesländern. 

Erst zu Wochenbeginn forderte die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) Verbesserungen, was die langen Wartezeiten von Jungmediziner:innen auf einen Platz für die Basisausbildung anbelangt. Diese betragen derzeit bis zu zwei Jahre, während bundesweit rund 300 Stellen für Kassenärzt:innen unbesetzt sind, es 1300 zusätzliche Kassenstellen bräuchte und in den Spitälern Ärzteknappheit herrscht. ÖÄK-Präsident Johannes Steinhart sagte, ein rasches Investment in mehr Ausbildungsplätze sei nötig.

Jetzt rumort es wegen des Missstands auch in den Bundesländern. Die Ärztekammer für Tirol hat erhoben, dass in zahlreichen Tiroler Krankenhäusern die Ausbildungsstellen bereits über mehrere Jahre im Voraus vergeben sind und an einzelnen Standorten Wartelisten mit über 100 Bewerber:innen bestehen. „Wer arbeiten will, darf nicht durch fehlende Stellen ausgebremst werden, alle Absolvent:innen sollten unmittelbar nach dem Studium mit der Basisausbildung beginnen können, betont Daniel von Langen, Tiroler Kurienobmann und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzt:innen. Sei der rasche Ausbildungsbeginn nicht möglich, werde das viele Absolvent:innen dazu veranlassen, ihre Jobsuche in ein anderes Bundesland oder ins Ausland zu verlagern, was die langfristige Sicherstellung der medizinischen Versorgung in Tirol erschwere.

„Obwohl in vielen Krankenhausabteilungen Ärzt:innen fehlen, müssen Medizinabsolvent:innen zum Teil monatelang darauf warten, dass sie ihre erste Stelle im Krankenhaus antreten können“, heißt es in einer Aussendung der Ärztekammer für Kärnten. „Wir brauchen eine Verpflichtung für die Spitalsträger, dass sie allen, die das Medizinstudium erfolgreich beendet haben und mit der Basisausbildung beginnen wollen, in zumutbarer Zeit einen Platz zur Verfügung stellen“, fordert Präsident Markus Opriessnig.

Darauf, dass die Spitalsträger bei der Zurverfügungstellung von Basisausbildungsplätzen freie Hand haben, wies zu Wochenbeginn bereits der Präsident der Ärztekammer für Oberösterreich Peter Niedermoser hin. Er rief die Bundesregierung dazu auf, sich um die Sicherstellung der Ausbildungsplätze zu kümmern. (sst/APA)