(v.l.) Jing Hu (NEOS), Michael Ludwig, Agnes Streissler-Führer (ÖGK), Peter Hacker, Angela Hengsberger, Manuela Kirschner (beide Darmkrebs-Screening Programm) © Stadt Wien/Christian Jobst 540.000 Wiener:innen werden in den nächsten Monaten eine Einladung zu einer Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung erhalten. Stadt und Krankenkassen finanzieren Vorsorge für zwei Jahre.
Noch im Juni werden 5000 Wiener:innen zu einer Koloskopie eingeladen, ab Juli werden über zehn Monate lang pro Monat rund 50.000 Wiener:innen eine Einladung zu der Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung erhalten. Aufgrund einer Empfehlung des Nationalen Screening Komitees für Krebserkrankungen gehen die Einladungen an Wiener:innen im Alter zwischen 45 und 75 Jahren, das sind 700.000. Da 160.00 davon vor einigen Jahren eine Koloskopie durchführen ließen, ergibt sich die Adressatenzahl von insgesamt 540.000 Wiener:innen. Mit dem Hinausgehen der Einladungen startet in der Stadt Wien erstmals ein Darmkrebs-Screening-Programm. Es ist für vorerst zwei Jahre finanziert, die Kosten betragen rund 7,5 Millionen Euro pro Jahr und werden vom Wiener Gesundheitsfonds und den Krankenversicherungsträgern zu gleichen Teilen getragen. „Durch dieses Screening werden Leben gerettet, Leid verhindert und letztlich auch teure Behandlungs- und Folgekosten gespart“, sagt der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) über das Programm.Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) betont, ihm sei es „ein persönliches Anliegen, dass Wien zur Vorsorgehauptstadt wird“.
In der Einladung werden die Adressaten in mehreren Sprachen darauf hingewiesen, dass sie die Möglichkeit haben, zu einer Vorsorge-Koloskopie im niedergelassenen Bereich zu gehen oder sich einen fäkalen immunochemischen Stuhltest (FIT) zu bestellen. Zudem wird darüber informiert, dass dies telefonisch über die Gesundheitsberatung 1450 oder online über www.darmgesundheit.wien möglich ist, und es wird der weitere Ablauf erklärt: Der FIT-Test wird per Post ins Labor geschickt, das den Test binnen weniger Tage auswertet. In einem begleitenden Advisory Board sind folgende Institutionen vertreten und geben fachlichen Input: Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie, Ärztekammer Wien, Wirtschafskammer Wien, Krebshilfe Wien, Bundesverband Selbsthilfe Österreich, Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft sowie die Senior:innenbeauftragte der Stadt Wien.
Das für die Teilnehmer:innen kostenlose Screening-Programm bietet weiters folgendes: Bei einem auffälligen Ergebnis wird innerhalb von längstens zwei Wochen ein Termin für eine Abklärungskoloskopie zur Verfügung gestellt. Das kann über Ärzt:innen des Vertrauens erfolgen oder über das Darmkrebs-Screeningprogramm. Ist über die Vertrauensärzt:innen oder bei den niedergelassenen Ärzt:innen innerhalb dieser Zeit kein Termin für eine Koloskopie zu bekommen, kann die Untersuchung bei den Projektpartnern Endomed Wien Mitte und dem Franziskusspital durchgeführt werden. Über 1450 ist für die Teilnehmer:innen an dem Programm eine Servicestelle erreichbar, die auch die Möglichkeit bietet, sich bei einem auffälligen FIT telemedizinisch beraten zu lassen. (sst/APA)