Fachärzt:innen fordern Patientenlenkung

v.l.: Eva Zeglovits (IFES), Bonni Syeda (Berufsverband Fachärzt:innen Österreich), Verena Niederberger-Leppin (Fachärztin für HNO-Heilkunde), Florian Mittermayer (Berufsverband Fachärzt:innen Österreich) © Berufsverband Fachärzt:innen Österreich/APA/Schedl

Mit der Gesundheitsreform sollen mehr Patient:innen statt in Spitalsambulanzen zu Fachärzt:innen gelenkt werden, fordert nun deren Berufsverband. 

Unter dem Motto „weg von teuren Spitalsambulanzen hin zu den kostengünstigeren Fachärzt:innen“ fordert nun der Berufsverband Fachärzt:innen Österreich eine „gezielte Patient:innenlenkung“, die wegen des damit verbundenen Einsparpotentials mit der Gesundheitsreform erreicht werden soll. 

Das, obwohl laut einer Studie, Anfang Juni vom Institut für empirische Sozialforschung (IFES) durchgeführt, mit 90 Prozent fast alle Patient:innen der Kassenfachärzt:innen ein Gatekeeping via Allgemeinmediziner:innen ablehnen. Als Grund dafür gaben 78 Prozent der 3226 in 152 Ordinationen via QR-Code und Smartphone Befragten an, sie würden sich bei einer Überweisungspflicht sorgen, dass eine Diagnose erst verzögert gestellt wird und die Zwei-Klassen-Medizin befördert wird. Der Präsident des Berufsverbands Florian Mittermayer sagte dazu bei der Präsentation der Studie, die Allgemeinärzte:innen seien auch „jetzt schon überlastet“. Mit einer Überweisungspflicht drohe die Gefahr, dass das System kollabiert.  

Welche Form der Lenkung für die Patient:innen der Kassenfachärzt:innen akzeptabel wäre, wie etwa eine solche über 1450 oder über finanzielle Anreize wurde offenbar nicht erhoben. Gefragt wurde vielmehr nach dem Vertrauen der Patient:innen zu den Fachärzt:innen, das 88 Prozent haben, und auch das heikle Thema der Wartezeiten auf Termine und in den Ordinationen kam gut weg: 75 Prozent der Befragten betrachteten diese als angemessen. (sst/APA)