© Comofoto – stock.adobe.com Während die ÖGK Selbstbehalte bei Patient:innen für Krankentransporte einhebt, kämpfen die Organisationen mit Spardruck der ÖGK. Die Mittel finden offenbar nicht den Weg zu den Anbietern.
Die Finanzierung des Rettungs- und Krankentransportsystems durch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) ist massiv unter Druck. Die seit Herbst laufenden Verhandlungen zwischen der ÖGK und den Rettungsorganisationen gestalten sich wie auch schon in den vergangenen Jahren zäh. Für das laufende Jahr 2026 will die ÖGK die Tarife in allen Bundesländern im gleichen Ausmaß erhöhen – bei der bislang letzten Verhandlungsrunde wurden 1,5 % angeboten. Das liege weit unter der Inflation und decke weder die Preisexplosion bei Treibstoffen, Medikamenten oder Medizinprodukten noch notwendige Gehaltserhöhungen beim Personal, kritisieren die Rettungsorganisationen.
Das alles vor dem Hintergrund, dass der Kassentarif schon seit mehreren Jahren nicht kostendeckend sei. Ein Teil der übrigen Kosten wird im Fall der Berufsrettung Wien über die Stadt Wien durch Steuergeld und bei den privaten Organisationen durch Spenden der Bevölkerung sowie den persönlichen Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen gedeckt. Die rettungsdienstliche Versorgung sei ein Teil der Gesundheitsversorgung und für Menschen in persönlichen Notlagen oft der erste Kontakt mit dem Gesundheitssystem. „Bleibt die ÖGK bei ihrem bisherigen Angebot, sehen die Wiener Rettungsorganisationen die dringende Gefahr, dass der bisherige Leistungsumfang in der hohen Qualität, wie es die Wiener:innen gewohnt sind, nicht mehr angeboten werden kann. Für die rettungsdienstliche Versorgung bedeutet dies, dass es bei niedrigpriorisierten Einsätzen – also weniger dringlichen Notfällen, bei denen keine akute Lebensbedrohung besteht – zu längeren Wartezeiten kommen kann“, heißt es in einer Presseaussendung.
Daher richten die Wiener Rettungsorganisationen – die Berufsrettung Wien, der Samariterbund Wien, die Johanniter-Unfall-Hilfe, das Wiener Rote Kreuz, die Malteser und der Sozialmedizinische Dienst – einen eindringlichen Appell an die ÖGK: „Wien hat ein sehr gutes Netz und ein äußerst differenziertes System an rettungsdienstlicher Versorgung. Dieses wollen wir gemeinsam mit den privaten Rettungsorganisationen als Partner für die Bevölkerung aufrechterhalten.“ Man könne ein hochqualitatives System nicht dauerhaft mit zu niedrigen Tarifen aufrechterhalten. Die Unterfinanzierung gefährdet das gesamte System, sagt Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Samariterbundes Wien. (red)