Erste Europäische Leitlinie für Herzreha 

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Sie wurde nun am Kongress der European Society of Cardiology (ESC) in München vorgestellt: Die erste Europäische Leitlinie zur Herzrehabilitation. 

Die neue Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) beschreibt, wer von einer kardialen Rehabilitation profitieren kann, welche Bestandteile dazugehören und wie entsprechende Reha-Programme angeboten werden sollen. „Wir leben heute länger, verbringen diese zusätzlichen Jahre aber häufig mit gesundheitlichen Einschränkungen“, sagt Matthias Wilhelm vom Inselspital in Bern, der einer der Vorsitzenden der Internationalen Task Force war, die die Leitlinie erarbeitete, und ergänzt: „Eine individuell abgestimmte Herzrehabilitation kann nicht nur das Risiko eines weiteren Herzereignisses senken und Spitalsaufenthalte verhindern, sondern auch die körperliche und psychische Gesundheit stärken und damit zum gesunden Altern beitragen.“

Die ESC-Leitlinie, die kürzlich am Kongress der ESC in München vorgestellt wurde, berücksichtigt ein breites Spektrum von Patientengruppen: Menschen nach einem akuten Herzereignis, mit chronischer koronarer Herzkrankheit, mit verschiedenen Formen der Herzinsuffizienz, mit Vorhofflimmern, nach einem Herzklappenersatz, mit angeborenen Herzfehlern und Krebspatienten nach potenziell herzschädigenden Therapien.

Außerdem definiert die Leitlinie die Anforderungen an Rehabilitationsprogramme und betont die Wichtigkeit der interprofessionellen Zusammenarbeit: Ihr zufolge haben neben Ärzt:innen je nach persönlichem Bedarf auch Fachpersonen aus der Pflege, Physiotherapie, Ernährungsberatung und Psychologie zum Team zu gehören. Für ausgewählte Patient:innen kommt auch eine Reha außerhalb von Rehabilitationszentren zu Hause in Frage, etwa in Kombination aus Betreuung vor Ort und Telerehabilitation. (sst/APA)