Alopecia areata war ein Schwerpunkt der Haar-Sessions – Sergio Vañó-Galván stellte dazu eine neue Metaanalyse zu Upadacitinib vor (33 Studien, 136 Patient:innen, mittlerer Baseline-Severity of Alopecia Tool- [SALT-]Score: 77,1).1 Die Upadacitinib-Metaanalyse zeigte eine mittlere SALT-Reduktion von 68,5 Punkten nach 24 Wochen. Die Wirksamkeit war bei Erwachsenen (≥ 30 mg) und Kindern (≤ 15 mg), sowie bei JAK-naiven Patient:innen und nach Versagen eines anderen JAK-Inhibitors ähnlich.2 Die Datenbasis ist klein, ein Vergleich mit anderen JAK-Inhibitoren fehlt noch.
Langzeit und Kombination: Unter Ritlecitinib erreichten nach zwei Jahren 45,5 % (67/191) einen SALT-Score ≤ 20; früh oder mittelspät ansprechende Patient:innen.¹ In einer retrospektiven Kohorte (n = 77, mediane Nachbeobachtung 14 Monate) erreichten 63,2 % unter Baricitinib 4 mg plus oralem Minoxidil (median 2 mg) einen SALT-Score ≤ 20, die mittlere Dauer bis zum Ansprechen betrug 6 Monate.¹
Androgenetische Alopezie und telogenes Effluvium: In einer retrospektiven, bislang unpublizierten Studie mit 26 postmenopausalen Frauen führte die 52-wöchige Anwendung von topischem Finasterid 0,25 % zu einer Zunahme der Haardichte um 23,37 Haare/cm² und der Haardicke um 10,62 µm. Zudem erhöhte sich der Terminal-zu-Vellus-Quotient um 0,52 (p < 0,001).3–5
Eine Meta-Analyse (14 Studien, 967 Teilnehmer:innen) zeigte, dass Nahrungsergänzungsmittel bei telogenem Effluvium im Vergleich zu Placebo mit einer Zunahme der Anagen-Haare um 10,48 Haare/cm² und einer Abnahme der Telogen-Haare um 5,91 Haare/cm² einhergingen, bei der Gesamthaarzahl blieb der Effekt nicht signifikant (p = 0,06). Die Studien sind klein und überwiegend herstellerfinanziert.6, 7
Eine aktuelle Evidenzübersicht zur Behandlung der weiblichen androgenetischen Alopezie (AGA) mit Antiandrogenen sieht keinen ausreichenden Beleg für die Überlegenheit einer bestimmten Substanz. Spironolacton (50–200 mg/Tag) ist am besten etabliert: In einer 24-wöchigen randomisierten klinischen Studie (n = 204) verbesserte Spironolacton Trichoskopie-Parameter, während sich bei klinischen Endpunkten keine Unterschiede zeigten.
Fazit für die Praxis: Bei Alopecia areata und weiblicher AGA kommen neue Optionen hinzu, die Evidenz ist je nach Substanz aber noch heterogen und teils auf kleine oder retrospektive Studien beschränkt. Nahrungsergänzungsmittel sind bei telogenem Effluvium höchstens ein Zusatz.