Aktuelle Studie zeigt OTC-Wachstumspotenzial

Der „Better Health Report 2026“ wurde von der globalen Strategieberatung Simon-Kucher in Partnerschaft mit dem Dachverband der europäischen Selbstmedikationsindustrie AESGP nun veröffentlicht. Er basiert auf einer Umfrage unter mehr als 500 Apotheker:innen in Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Spanien, ergänzt durch über 20 Interviews mit Branchenexpert:innen und Mitgliedern der AESGP in ganz Europa. Das konkrete Ergebnis: Um 13% könnten OTC-Umsätze in Apotheken unter bestimmten Bedingungen – gezielte Herstellerunterstützung und bessere Beratungskompetenz – gesteigert werden.

Unterstützung durch Industrie

Die Basis für dieses Wachstumspotenzial bildet das große Vertrauen der Verbraucher:innen in die apothekerliche Beratung: Mehr als 7 von 10 Kunden folgen der Empfehlung ihrer Apotheker:innen bezüglich eines konkreten Selbstmedikationsprodukts. Gleichzeitig sehen sich Apotheken aber mit der Konkurrenz durch Online-Anbieter, Einzelhandelsketten und digitale Gesundheitsangebote konfrontiert und wünschen sich stärkere Unterstützung seitens der Industrie, um dieses Potenzial besser auszuschöpfen. Denn angesichts steigender Kosten und des anhaltenden Margendrucks im verschreibungspflichtigen Arzneimittelgeschäft gewinnt die Selbstmedikation für Apotheken zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung. „Allzu oft messen Hersteller ihren Erfolg daran, was sie in den Apotheken verkaufen. Die größere Chance liegt jedoch darin, was tatsächlich über die Ladentheke geht. Wer heute gezielt in den Apothekenkanal investiert, legt das Fundament für das Wachstum von morgen“, so Christian Rebholz, Partner bei Simon-Kucher.

Eigenverantwortliche Entscheidungen ermöglichen

Clemens Oberhammer, Senior Partner bei Simon-Kucher, betont: „Die Menschen kommen nicht mehr nur in die Apotheke, um ein Produkt zu kaufen. Sondern auch, um in einer zunehmend komplexen Gesundheitslandschaft Orientierung zu finden. Apothekerinnen und Apotheker ermöglichen fundierte Entscheidungen und geben Verbraucherinnen und Verbrauchern die Sicherheit, ihre Gesundheit eigenverantwortlich zu gestalten. Damit entwickelt sich die persönliche Beratung zu einer der wertvollsten Säulen unseres Gesundheitssystems.“

Zentrale Ergebnisse der Studie

  • 44% der Apotheker:innen sprechen Kunden:innen aktiv auf Möglichkeiten der Selbstmedikation an und unterstreichen damit ihre wachsende Rolle als Gesundheitsberater:innen.
  • 71% der Verbraucher:innen vertrauen bei der Wahl eines Selbstmedikationsprodukts eher der Empfehlung der Apo­theker:innen als einer KI-gestützten Beratung durch Chatbots.
  • 30% der Apotheker:innen geben an, dass KI und digitale Gesundheitsanwendungen den Bedarf an persönlicher Beratung erhöhen und die Bedeutung von Apotheken weiter stärken.
  • Apotheker:innen sehen das Potenzial, ihren Umsatz im Bereich der Selbstmedikation durch gezieltere Unterstützung der Hersteller in den kommenden drei Jahren um 13% zu steigern.