Seit Juli 2024 ist Mag.a Mona Deutsch bei Bayer Austria tätig, seit 1. Juli 2025 in der Funktion als Country Managerin für die Division Pharmaceuticals. Ihr Entschluss, zu Bayer zu wechseln, hing stark mit den Unternehmenswerten zusammen: „Seit drei Jahren beruht die Firmenphilosophie von Bayer auf dem sogenannten Dynamic Shared Ownership. Dieses Prinzip besagt, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter sehr stark Selbstverantwortung übernimmt – alle sollen so agieren, als wäre Bayer ihr eigenes Unternehmen. Im Zuge der Transformation wurden Hierarchieebenen reduziert und Verantwortlichkeiten stärker in die Teams verlagert. Der Grundgedanke ist: Je näher man am Kunden ist, desto mehr Kompetenz hat man, Dinge selbst zu entscheiden.“
Deutsch ist davon überzeugt, dass dieses Mindset das Unternehmen befähigt, besonders agil zu handeln, wodurch Innovation, z.B. auch im Bereich künstliche Intelligenz (KI), rasch vorangetrieben bzw. auch umgesetzt werden kann. KI unterstützt heute etwa die Analyse großer Datenmengen und kann helfen, Forschungsprozesse effizienter zu gestalten. „Ich halte diese innere Haltung auch im Hinblick auf die Zukunft für besonders wichtig, denn bei allen Veränderungen, die auf uns zukommen, gilt es offen zu bleiben und bereit zu sein, Dinge auch einmal anders zu sehen oder andere Wege auszuprobieren. Das heißt, wir alle sollten Veränderungen nicht mit Angst begegnen, sondern immer auch die Möglichkeiten darin sehen“, betont sie.
Als einen besonderen Meilenstein der letzten Jahre nennt Deutsch die starke Präsenz von Bayer im Kardio-Bereich, beispielsweise rund um den größten Umsatztreiber des letzten Jahrzehnts, Xarelto®. „Diesen starken Fußabdruck im kardiovaskulären Bereich haben wir zuletzt in Richtung Herzinsuffizienz vergrößert und werden uns hier in Zukunft noch breiter aufstellen, u.a. in der kardialen Transthyretin-Amyloidose. In dieser Indikation konnten wir unsere Präsenz weiter ausbauen“, berichtet sie. Ein weiterer Schwerpunkt des Unternehmens liegt weiters auf der Augenheilkunde sowie dem Bereich Prostatakarzinom.
„In den nächsten Jahren werden wir uns weiterhin in Therapiegebieten engagieren, in denen ein großer Bedarf für Patientinnen und Patienten besteht. Zudem werden wir uns verstärkt auf Präzisionstherapien, Zell- und Gentherapien sowie molekulare Bildgebung in der Radiologie fokussieren“, fasst Deutsch die Zukunftspläne des Unternehmens zusammen. Generell will Bayer durch Innovationen die Versorgung der Patient:innen stetig verbessern – „und es werden in den kommenden Jahren viele neue therapeutische Möglichkeiten verfügbar werden“, prognostiziert sie, „aber diese müssen dann auch rasch im System ankommen!“ Hier sieht die Managerin Österreich, aber auch ganz Europa derzeit in einer kritischen Situation: „Wir verfügen über innovative Unternehmen sowie hervorragend ausgebildete Fachkräfte, aber Österreich und Europa müssen jetzt die richtigen Schritte setzen, um als Standort attraktiv zu bleiben, damit die Patientinnen und Patienten auch frühzeitig von innovativen Produkten profitieren können.“
Mit seinen Innovationen will Bayer Menschen aller Altersgruppen in die Lage versetzen, aktiv und gesund zu altern. Deutsch betont, dass gesundes Altern nicht Anti-Aging bedeutet, sondern den Anspruch, die zusätzlichen Lebensjahre mit möglichst vielen gesunden Jahren und hoher Lebensqualität zu verbinden. In einer immer älter werdenden Gesellschaft nehmen Volkskrankheiten – etwa im kardiovaskulären und onkologischen Bereich sowie in der Ophthalmologie – weiter zu. Umso wichtiger sei es, medizinische Innovationen und Prävention stärker zusammenzudenken, ist Deutsch überzeugt: „Unter dem Leitgedanken ‚Health for All, Hunger for None‘ möchte Bayer durch Forschung und neue Therapien dazu beizutragen, dass Menschen nicht nur länger, sondern besser leben.“
Neben der Primärprävention, bei der sowohl individuelles Verhalten als auch gesellschaftliche und gesundheitspolitische Rahmenbedingungen eine Rolle spielen, hebt die Country Managerin besonders die Sekundärprävention hervor: „Gerade nach schwerwiegenden Ereignissen wie z.B. Schlaganfällen kann eine bessere Nachsorge dazu beitragen, weitere Erkrankungen zu verhindern, Lebensqualität zu erhalten und Menschen möglichst lange im Arbeitsleben zu halten.“
Dem österreichischen Gesundheitswesen attestiert Deutsch eine hohe medizinische Qualität, bestens ausgebildete Ärzt:innen, ein gutes Spitalswesen sowie ein starkes Forschungsnetzwerk. Dennoch sieht sie Handlungsbedarf, denn „USA und China investieren sehr stark und priorisieren den gesamten Gesundheits- und Innovationssektor enorm. Derzeit sind wir – also Österreich bzw. auch Europa – ebenfalls noch gut unterwegs, aber wenn wir jetzt nicht proaktiv an einer Life-Sciences-Strategie arbeiten und diese auch umsetzen, bin ich nicht sicher, wie es in ein paar Jahren aussehen wird.“ Es gelte jetzt zu vermeiden, im Vergleich zu anderen Ländern zurückzufallen, da dies nur schwer wieder aufzuholen sei. Daher appelliert sie an alle Stakeholder, partnerschaftlich zu schauen, „dass wir proaktiv unser Gesundheitswesen gestalten und nicht nur auf geopolitische Situationen reagieren, denn die klinischen Studien in Österreich und in Europa gehen bereits seit einigen Jahren zurück. Hier gilt es gegenzusteuern – eine Dringlichkeit, jetzt zu handeln, ist in meinen Augen gegeben.“
Generell sieht Deutsch mit Blick auf die Zukunft vor allem die künstliche Intelligenz als treibende Kraft eines tiefgreifenden Wandels – sowohl in der Wissenschaft als auch in der täglichen Arbeitswelt. In Verbindung mit personalisierter Medizin, Zell- und Gentherapien sowie weiteren Innovationen werde es umso wichtiger, dass Gesundheitspolitik, unterschiedliche Stakeholder und Biotech-Unternehmen enger zusammenarbeiten. Bayer sei dafür aus ihrer Sicht gut aufgestellt: „Das bereits vor dem KI-Boom eingeführte Konzept des Dynamic Shared Ownership fördert Eigenverantwortung, Agilität und schlanke Strukturen – alles Eigenschaften, die in einer Arbeitswelt, in der sich Rollen und Prozesse immer schneller verändern, entscheidend sind!“