RSV-Belastung wird unterschätzt 

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Studien zufolge verursacht das Respiratorische Synzytial-Virus ähnlich viele Spitalsaufenthalte wie Influenza. Die Impfung wird in Österreich jedoch zu wenig in Anspruch genommen, kritisiert die Impfstoffhersteller. 

Lange galt das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) vor allem als Gefahr für Säuglinge und Kleinkinder. Mittlerweile zeigen Studien, dass auch ältere Menschen häufig schwer erkranken. Laut einer Studie aus Großbritannien zur Wintersaison 2023/24 waren RSV-assoziierte akute Atemwegsinfektionen bei Erwachsenen über 65 Jahren eine häufige Ursache für Hospitalisierungen. Symptome und Auswirkungen inklusive Sterblichkeit waren ähnlich wie bei Influenza.

Auch in Österreich spielt RSV im stationären Bereich eine erhebliche Rolle. „Die Zahl der stationären RSV-Fälle erreichte bei uns jene der COVID-19-Fälle und damit hat RSV auch im Spital eine große Bedeutung“, erklärt Robert Krause von der Klinischen Abteilung für Infektiologie an der MedUni Graz. Die österreichischen Zahlen dürften laut Expert:innen dennoch zu niedrig angesetzt sein. Fehlende PCR-Testungen und Einmeldungen ins SARI-Dashboard erschweren die epidemiologische Bewertung der Krankheitslast. Zudem werde den Symptomen im Spital nicht immer der richtige standardisierte Code (ICD) zugeordnet. Auch in den Ordinationen ist RSV nicht immer leicht von anderen Atemwegsinfektionen zu unterscheiden. Wie viele Menschen tatsächlich betroffen sind und welche Kosten dadurch entstehen, ist bislang weitgehend unklar.

Studien zeigen einen Rückgang der RSV-bedingten Krankenhausaufnahmen von mehr als 90 % in der ersten Saison nach der Impfung, berichtet der Verband der österreichischen Impfstoffhersteller (ÖVIH). Dennoch lasse sich nur ein kleiner Teil derjenigen, für die die Impfung empfohlen ist, aus eigenem Antrieb impfen. „Vermutlich, weil die Impfung noch relativ neu und unbekannt ist “, vermutet Krause. Außerdem sind die Kosten für die Impfung aktuell selbst zu tragen.

Der ÖVIH ortet daher Handlungsbedarf. Hausärzt:innen sollen verstärkt über die Impfmöglichkeit aufklären, zudem soll die RSV-Impfung möglichst rasch in das öffentliche Impfprogramm für Erwachsene (ÖIP) aufgenommen werden, so der Verband. Auch Betriebsimpfungen könnten dazu beitragen, Risikopatient:innen ab 18 Jahren besser zu erreichen. (tab)