Auslöser von Blutdruckschwankungen und Tipps zur richtigen Messung

Schwankungen des Blutdrucks im Tagesverlauf können auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein. Dazu zählen neben Konsum von Kaffee, Tee, Salz, Alkohol oder Nikotin das Vergessen der regelmäßigen Einnahme von verordneten Blutdruckpräparaten, körperliche Aktivitäten, aber auch Faktoren wie Stress, psychische Belastungen sowie Wetterumschwünge. Auch der zirkadiane Rhythmus des Blutdrucks ist zu berücksichtigen, welcher morgens zwischen 8 und 9 Uhr einen ersten Gipfel erreicht, mittags abfällt und am Nachmittag zwischen 16 und 18 Uhr nochmals ansteigt. Gröbere Abweichungen und damit verbundene Schwindelgefühle sollten keinesfalls ignoriert werden bzw. zu einer Abänderung der Medikation in Eigenregie führen, sondern mit dem Arzt besprochen werden. Zur besseren Übersicht ist das Führen genauer Aufzeichnungen über die Schwankungen empfehlenswert.
Gleichgewichtsstörungen, welche durch bestimmte Kopfbewegungen ausgelöst werden oder mit Übelkeit, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Atemnot, Fieber, Benommenheit, Ohrensausen einhergehen, bedürfen dringend ärztlicher Abklärung. Weiters können zahlreiche andere zusätzlich eingenommene Medikamente Schwindel verursachen (siehe Kasten).

 

 

Korrekte Blutdruckmessung

Diese orientiert sich an folgenden Kriterien:1

  • Durchführung der Messung mit einem geprüften Gerät
  • Anlegen der Manschette in einer für den Arm des Patienten geeigneten Größe sowie unter Einhaltung der folgenden Punkte: fest anliegend, nicht über der Kleidung, 2–3 cm oberhalb des Ellbogens, mit der Markierung an der richtigen Stelle, immer am selben Arm – an dem mit dem höheren Blutdruck
  • Verwendung einer Oberarmmanschette
  • Aufgrund der bei jedem Menschen auftretenden Blutdruckschwankungen ist es ratsam, die Messungen unter quasi „standardisierten“ Bedingungen vorzunehmen:
  • entspanntes Sitzen bei der Messung in einem gemütlichen Zimmer, mit dem Rücken an die Sessellehne angelehnt
  • Abwarten von etwa 5 Minuten, bis der Messvorgang gestartet wird (z. B. eine Seite Zeitung lesen in der Zwischenzeit)
  • kein Sprechen während der Messung
  • Abstützen des Armes, an dem die Manschette angelegt ist
  • Vermeidung von Bewegungen des Armes während der Messung
  • Zweimaliges Messen mit kurzem Abstand dazwischen und schriftliches Notieren des Durchschnittswertes
  • Bei bereits bestehender Einnahme blutdrucksenkender Präparate ist die Messung morgens vor der Tabletteneinnahme vorzunehmen.
  • Für ältere Personen werden gelegentliche Messungen im Stehen empfohlen, besonders wenn beim Aufstehen Schwindelzustände oder Fallneigung vorhanden sind.

Literatur:
  1. Österreichische Gesellschaft für Hypertensiologie: Richtig Blutdruck Messen. Auf: https://www.hochdruckliga.at/interessierte/richtig-messen/
  2. Mach F, Baigent C, Catapano AL et al., 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias: lipid modification to reduce cardiovascular risk. Eur Heart J 2020 Jan 1;41(1):111–188. DOI: 10.1093/eurheartj/ehz455

AutorIn: Mag. pharm. Doris Auinger

Apo-K 07|2021

Herausgeber: Ärztekrone VerlagsgesmbH
Publikationsdatum: 2021-04-16