Die Pflanze an der Tara: Eibisch

Botanik und Charakterisierung des Stoffes

Bei Eibisch handelt es sich um eine mehrjährige, bis zu 150 cm hohe Pflanze, die in ganz Europa sowie in Westasien verbreitet ist und zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae) zählt. Arzneilich verwendet werden die Wurzeln und die Blätter der Pflanze.1

Eibischblätter enthalten 6 bis 10 % Schleimstoffe, wobei der Gehalt kurz vor der Blüte am höchsten ist. Die Schleimstoffe bestehen aus einem Gemisch verschiedener Polysaccharide, wobei Rhamnogalacturonane die Hauptmenge ausmachen. Weiters sind Flavonoide enthalten.1

Die Wurzel besteht im Schnitt zu 5 bis 10 % aus Schleimstoffen. Fallweise können jedoch sogar bis zu 20 % Polysaccharide enthalten sein. Die Zusammensetzung der Schleimstoffe ist sehr komplex. Näher charakterisiert wurden bislang ein saures Rhamnogalacturonan und ein neutrales Alpha-Glucan. Weitere Schleimkomponenten sind stark verzweigte neutrale Arabinane und Arabinogalactane.1

Darreichungsformen

Die Blätter werden in geschnittener Form für Teezubereitungen angewendet. Die Wurzel wird als Tee, als Trockenextrakt (für Instant-Tees), als wässriger Auszug (in Säften und Sirupen) und als pulverisierte Droge in Tabletten verwendet.2

Studienlage

Das Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) beschreibt in einer Monografie zur Wurzel die traditionelle Verwendung der Wurzel bei oraler oder pharyngealer Irritation und damit verbundenem trockenen Husten. Weiters dient die Pflanze zur Linderung von milden gastrointestinalen Beschwerden.3 Zu den Blättern existiert bislang keine Monografie.

Studien haben gezeigt, dass Eibischpolysaccharide beruhigend auf entzündete Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes wirken und schmerzstillende Effekte ausüben. Der Effekt beruht auf der Ausbildung eines Schutzfilmes auf der Oberfläche von Schleimhautepithelien. In vitro wurden die Schleimstoffe in die Zellen einer humanen nasopharyngealen Zelllinie aufgenommen. Anschließend verbesserten sie die Proliferationsraten und die Zellvitalität.1

Nebenwirkungen

Das HMPC schreibt in der Monografie zur Wurzel, dass keinerlei Nebenwirkungen durch Eibischpräparate bekannt sind.4

 

Für die Tara

Zubereitungen aus der Eibischwurzel wirken dank der reichlich enthaltenen Schleimstoffe beruhigend und schmerzstillend auf entzündete und gereizte Schleimhäute des Mund- und Rachenraums und können auch dadurch ausgelösten trockenen Husten lindern.

 

Literatur:

1 Blaschek W, Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2016

2 Kooperation Phytopharmaka GbR

3 Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), European Union herbal monograph on Althaea officinalis L., radix. 2016

4 EMA: Althaeae radix.

Apo-K 02|2020

Herausgeber: Ärztekrone VerlagsgesmbH
Publikationsdatum: 2020-01-31