Die Versorgung aufrecht erhalten

Nach rund eineinhalb Monaten Ausgangsbeschränkung stellt sich die Frage, wie sich der neue Alltag in der Apotheke darstellt. Und dieser ist durchaus unterschiedlich – lokal wie auch im Zeitverlauf.

Ansturm auf Apotheken

Waren die Kundenfrequenz und der Ansturm auf die meisten Apotheken zu Beginn der Corona-Krise enorm, lag die Herausforderung dann plötzlich darin, die Medikamentenversorgung auch unter schwierigsten Bedingungen aufrechtzuerhalten, und das mit oft nur improvisierten und in Eigenregie organisierten Schutzmaßnahmen. Während Ärzte zusperrten, hielten Apotheken offen und garantierten die Medikamentenversorgung und Medikamentenzustellung.

Nach dem ersten Ansturm zu Beginn der Ausgangsbeschränkung zeichnete sich in den Apotheken bald ein durchaus unterschiedliches Bild: Verhaltensmaßnahmen (Zutrittsregelungen, Abstandhalter) waren erfolgreich implementiert, und der Normalbetrieb nahm langsam seinen Lauf. Während von Apotheken in Hochfrequenzlagen (Einkaufsstraßen, Einkaufszentren, Bürogegenden), wo als Folge von Homeoffice und Ausgangsbeschränkungen die Kunden ausblieben, teilweise sogar auf Kurzarbeit umgestellt werden musste, berichten Apotheker in Wohngegenden sehr rasch wieder von üblicher Nachfrage und üblichen Kundenbedürfnissen.

 

 

Pharmazeutische Beratung – gefragt wie eh und je

Menschen sind krank – mit und ohne Corona, und Menschen haben gesundheitliche Fragen, die der pharmazeutischen Beratung bedürfen, sei es in der Vitamin- und Nährstoffberatung, in der Hautpflege oder in saisonalen Fragen wie der Selbstmedikation von grippalen Infekten oder der Allergieberatung, bis hin zu allem, was trotz oder auch wegen COVID und Quarantäne besonders boomte und Hochsaison hatte: von der Immunstärkung über die Stressbewältigung bis zu Laxanzien, um die Folgen der neuen Bewegungsarmut zu bekämpfen. Mittlerweile ist also – abgesehen von neuen Plexiglaswänden und Mundschutz – in der Beratung an der Tara so etwas wie ein neuer „alter“ Alltag eingekehrt.

 

 

Die Aufgaben und die Kundenbedürfnisse sind die gleichen geblieben, und Beratung wird vielfach wieder wie gewohnt nachgefragt. Was auffällt – und hoffentlich anhält –, ist, dass die Wertschätzung seitens der Kunden da und dort auch spürbar wurde. Wir haben bei einigen Apothekern nachgefragt, wie sie die Situation und Kundenbedürfnisse erleben, und dabei manchmal auch Feedback zur Apotheker Krone bekommen.

 

AutorIn: Susanne Hinger

Apo-K 08|2020

Herausgeber: Ärztekrone VerlagsgesmbH
Publikationsdatum: 2020-04-24