Vielversprechende neue, nicht Antikörper-basierte Substanzen

Selinexor, ein Hemmer des Exportins und in den USA in Kombination mit Dexamethason nach multiplen Vortherapien bereits zugelassen, wurde in zahlreichen Studien diskutiert. In Phase-II-Studien konnte Selinexor sehr gute Ansprechraten als Monotherapie erzielen und wird aktuell in Kombination u.a. mit Pomalidomid untersucht, z.B. in der STOMP-Studie (Selinexor/Pomalidomid/Dexamethason), in der bei stark vorbehandelten Patienten von Ansprechraten in Bereich von 50% berichtet wurde. Zu beachten ist eine gewisse Hämatotoxizität, Fatigue, Nausea, die eine entsprechende Begleittherapie benötigen. Die Kombination ist interessant und wird in Zukunft sicher eine Rolle spielen.

Iberdomid (CC-220) ist eine weitere interessante Substanz, ein Modulator der Cereblon-Ligase, eine Weiterentwicklung der IMiDs. Man sieht, dass das Immunsystem noch stärker aktiviert werden kann als mit immunmodulierenden Substanzen. Es wurden am ASH bereits sehr gute Ansprechraten im relapsierten Setting im Bereich von 30% berichtet.

Für Venetoclax wurde eine Biomarker-Analyse der Bellini-Studie durchgeführt, aus der hervorgeht, dass Patienten mit einer Translokation t(11;14), aber auch Patienten mit einer sehr hohen BCL2-Expression von Venetoclax profitieren. Es sind immerhin 40% der Myelompatienten, die einen der beiden Biomarker aufweisen. Auch diese Option ist in naher Zukunft vielversprechend.