Duale Rezeptoragonisten

Welche Mechanismen erklären die Wirksamkeit?

Der am EASD 2021 bereits mehrfach vorgestellte duale GIP/GLP-1-Agonist Tirzepatid konnte in klinischen Studien deutliche HbA1c– und Gewichtsreduktionen zeigen. Diese Effekte scheinen durch die kombinierte GIP/GLP-1-Wirkung alleinigem GLP-1-Agonismus überlegen zu sein. GIP- und GLP-1-Effekte für sich allein genommen können inzwischen gut erklärt werden. Die Frage lautet nun: ist es wirklich GIP-Rezeptoragonismus, der Tirzepatid gegenüber GLP-1-RA-Therapie überlegen macht?

Gasbjerg et al. zeigten im Jahr 2020, dass ca. 80 % des Inkretineffekts im oGTT auf endogenes GIP/GLP-1 gemeinsam zurückzuführen sind. GIP-Rezeptor Knockout Mäuse sind vor Diet-induced-Obesity geschützt. Killion et al. konnten zeigen, dass anti-GIP-R-Antikörper synergistische Effekte mit GLP-1-R-Agonismus aufweisen. 

Fazit: Die beeindruckenden klinischen Effekte von Tirzepatide sind mittlerweile mehrfach nachgewiesen, die genauen Wirkmechanismen, speziell die Rolle des GIP-Rezeptor-Systems, bleiben unklar. 

 

Session: The future of incretin-based treatments
Chair: M. A. Nauck, Deutschland
Vortrag: F. Knop