Viele Morbus-Crohn- und Colitis-ulcerosa-Patientinnen sind bei der Erstmanifestation ihrer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) noch jung. Ein wichtiges Thema ist daher die Fortführung bzw. der Start von CED-Therapien bei Kinderwunsch und während Schwangerschaften. Während es für ältere Therapien wie Infliximab, Adalimumab und Ustekinumab inzwischen schon viel Erfahrung und klare Empfehlungen für eine Therapie gibt, ist dies bei Therapien mit JAK-Inhibitoren anders: Aktuelle Leitlinien (ECCO 2023) raten von einer Therapie in der Schwangerschaft derzeit ab, jedoch gibt es kaum Daten von Patientinnen, die diese Empfehlung rational begründen. In dieser Studie mit Daten aus 17 Ländern kam es zu 55 Schwangerschaften bei Frauen mit JAK-Inhibitoren. Die Mehrheit der Patientinnen hatte die Diagnose einer Colitis Ulcerosa (91 %). 65,5 % erhielten eine Therapie mit Tofacitinib, 31 % mit Upadacitinib und 3,5 % eine Therapie mit Filgotinib. Zwei Drittel der Patientinnen führten die Therapie bis zur Geburt fort. Die Autor:innen fanden kein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse bei den Geburten. Auch war die maternale Komplikationsrate niedrig und die kindliche Entwicklung unauffällig. Ein Drittel der stillenden Frauen setzte die JAK-Therapie postpartal fort.
Fazit: Diese Studie zeigt wichtige präliminäre Daten über eine gute Sicherheit von JAK-Inhibitoren in Schwangerschaften. Größere Fallzahlen und Daten von Langzeitverläufen fehlen jedoch.