Highlights bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL)

  • Obinutuzumab + Venetoclax: Die CLL14-Studie ergab ein hoch-positives Ergebnis für die Kombinationstherapie aus Obinutuzumab+Venetoclax gegenüber Obinutuzumab+Chlorambucil (PFS: HR 0,31). Im längeren Follow up zeigt sich aktuell ein „safety signal“: Überraschenderweise wurde eine höhere Anzahl an sekundären Neoplasien festgestellt (17% vs. 10% im Kontrollarm). Das Ergebnis wird allerdings noch im Detail weiter beobachtetet werden müssen. Was die Effektivität betrifft, so ist sowohl die Tiefe der Remission als auch die Remissionsdauer im längeren Follow-up eindrucksvoll. Mit NGS wurde hochsensitiv die minimale Resterkrankung gemessen, wobei sich zeigt, dass 2 Jahre nach Therapieende immer noch knapp 60% der Patienten MRD-negativ waren. D.h. die tiefe, MRD-negative Remission bleibt über lange Zeit erhalten.
  • CLL2-GIVe-Studie: Die prospektive Phase-II-Studie evaluiert ein Therapieregime aus Ibrutinib, Obinutuzumab und Venetoclax bei fitten/unfitten CLL-Hochrisikopatienten mit del(17p)/TP53-Mutation als Erstlinientherapie. Smart an diesem Studiendesign ist, dass die MRD-Messung für die weitere Therapie ab einem Jahr als entscheidendes Kriterium herangezogen wird. Die Therapiedauer mit Venetoclax ist für ein Jahr anberaumt. Obinutuzumab wird über 6 Zyklen verabreicht. Ab dem 1 Zyklus wird Ibrutinib mit verabreicht und kann ab dem 15. Zyklus gestoppt werden, wenn zu vorbestimmten Zeitpunkten (Zyklus 9 und 12) eine MRD-Negativität erreicht wurde. Erste Daten zeigen, dass über 80% der Hochrisikopatienten mit der Therapiekombination eine MRD-Negativität im peripheren Blut erreichen. Take Home Message: Die Triple-Kombination ist bei dem exponierten Risikokollektiv mit del17/TP53-Mutation sehr vielversprechend.
  • CAPTIVATE-MRD-Kohorte: Es handelt sich um eine internationale Phase-II-Studie zur Kombination des bcl-2-Inhibitors Venetoclax mit dem BTK-Inhibitor Ibrutinib über zunächst 12 Zyklen (nach einer Ibrutinib-lead-in-Phase über 3 Zyklen). Danach erfolgt je nach MRD-Status eine Randomisierung in Placebo vs. Ibrutinib (oder intensiviert: Ibrutinib+Venetoclax). Vorgestellt wurde die MRD-Kohorte mit dem eindrucksvollen Ergebnis, dass bei 75% der Patienten eine MRD-Negativität im But erreicht wurde (bei 72% im Knochenmark). Weiters zeigte sich, dass durch die „Lead in“-Phase mit Ibrutinib Hospitalisierungen weniger häufig erforderlich waren (aufgrund einer Reduktion des Tumorlyse-Syndroms).