„LifeVest“ – Effektivität, Sicherheit und Adhärenz

Ehmsen J, Wien, AT; e-Poster

Die „LifeVest“ (Wearable Cardioverter-Defibrillator, WCD) hat sich in den letzten Jahren als „überbrückende“ Therapie im Rahmen einer ICD-Evaluierung (v. a. in der frühen Phase nach Myokardinfarkt mit initial reduzierter systolischer LVF) bzw. nach einer temporären ICD-Extraktion durchgesetzt. Die einzige beim ESC 2020 zu diesem Thema präsentierte Studie kommt aus der Wiener Rudolfstiftung. In dieser retrospektiven Studie mit 66 ICD-Kandidaten war die durchschnittliche tägliche Tragedauer des WCD mit 23 Stunden erfreulich hoch. Zwar wurden immer noch bei 75 % aller Patienten fälschlicherweise ventrikuläre Arrhythmien detektiert, allerdings kam es hierbei zu keinen inadäquaten Schockabgaben (die Schockabgabe kann durch den Patienten aktiv blockiert werden). Insgesamt 48 % der WCD-Träger erhielten aufgrund von anhaltenden ventrikulären Arrhythmien oder aufgrund einer unverändert höhergradig reduzierten systolischen LVF einen ICD. In letzterer Gruppe war bei genau der Hälfte der Patienten aufgrund einer Verbesserung der LVF die Implantation eines ICD nicht mehr notwendig.

Zusammenfassend ist der WCD eine effiziente überbrückende Therapie im Rahmen der Evaluierung einer ICD-Implantation, so konnte z. B. bei der Hälfte der Patienten mit initial höhergradig reduzierter systolischer LVF nach Verbesserung der LVF eine solche abgewendet werden.