POPULAR-ACE TAVI: Protamin nach TAVI – routinemäßig oder selektiv?

Der klinische Nutzen einer routinemäßigen Heparin-Antagonisierung mit Protamin nach „Large-Bore Access“ bei TAVI ist bislang unklar. Im POPULAR-ACE-TAVI-Trial wurden TAVI-Patient:innen zu einer Strategie mit routinemäßiger versus selektiver Gabe von Protamin (1:1 Protamin/Heparin-Ratio) randomisiert. Im Routine-Arm wurde am Ende der transfemoralen TAVI Protamin, und bei ausbleibender Hämostase nach 10 Minuten zusätzlich ein Placebo verabreicht. Im selektiven Arm erhielten die Patient:innen zunächst ein Placebo und bei ausbleibender Hämostase nach 10 Minuten Protamin. Der primäre Endpunkt war ein Komposit aus Tod und klinisch relevanter Blutung 30 Tage nach TAVI.

Der primäre kombinierte Endpunkt trat signifikant seltener in der Interventionsgruppe als im Kontrollarm auf (18,5 % vs. 29,4 %; p < 0,001). Komplikationen (z. B. Thromboembolien) waren gleich häufig in beiden Gruppen.

Bedeutung für die Praxis: Die Resultate von POPULAR-ACE TAVI sprechen für die routinemäßige Anwendung von Protamin nach TAVI, um die Rate von klinisch relevanten Blutungen zu senken. Offen bleiben die optimale Protamin/Heparin-Ratio und der Umgang mit Patient:innen mit rezenter perkutaner Koronarintervention, die in diesem Trial nicht inkludiert waren.