AUSTROMED Kolumne: Mit Medizinprodukten sparen

Forschung und Entwicklung spielen in der Medizinprodukte-Branche seit jeher eine wesentliche Rolle. Durch Forschungen werden immer wieder Produktverbesserungen und Innovationen hervorgebracht, die zum Wohle bzw. zur schnelleren Heilung des Patienten beitragen. Eines der ersten Medizinprodukte war das Fieberthermometer, das Anfang des 17. Jahrhunderts eine hochmoderne Entwicklung darstellte. Heute forschen Medizinprodukte-Unternehmen zum Beispiel im Bereich hochinnovativer Gelenk­implantate und Nanotechnologien. Mit der Entwicklung neuer Gesundheitslösungen sowie der Weiterentwicklung bewährter Produkte tragen Medizinprodukte-Unternehmen wesentlich zum medizinischen Fortschritt bei und setzen maßgebliche ­Innovationsimpulse. Durch die starke Innovationskraft der Branche sind hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards, aber auch Einsparungen im Gesundheitswesen garantiert. Denn die Produkte und Dienstleistungen der Medizinprodukte-Unternehmen ermöglichen kürzere Krankenhausaufenthalte, eine kürzere Heilungsdauer und führen zu verbesserten Prozessen. Viele diagnostische und therapeutische Verfahren, die heute tagesklinisch oder ambulant erledigt werden – endoskopische Untersuchungen, minimalinvasive Eingriffe –, sind erst durch Innovationen bei den Medizinprodukten möglich geworden. Die Medizinprodukte-Unternehmen unterstützen dadurch ein effizientes Gesundheitssystem.Medizinprodukte-Unternehmen sind aber nicht nur in der Forschung und Entwicklung aktiv und erfolgreich, sie sind als wesentlicher ­Versorger des Gesundheitswesens ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber. Jeder Euro an Produktion der AUSTROMED-Mitgliedsunternehmen generiert einen weiteren Euro an Produktion in die heimische Wirtschaft. Der so ermittelte Produktionswert beläuft sich damit auf mehr als 3,4 Milliarden Euro. Ähnlich verhält es sich mit den geschaffenen Arbeitsplätzen: Je ein Beschäftigter innerhalb der AUSTROMED-­Mitglieder sichert indirekt mehr als einen weiteren Arbeitsplatz in Österreich. In Summe sind das rund 20.000 Arbeitsplätze. Die Chancen und Jobaussichten in der Medizinprodukte-Branche sind als äußerst positiv zu bewerten, wobei die Entwicklungen, wie zusätzliche Abgaben, Grauimporte und der stetige Preisdruck, der Branche nicht zuträglich sind. Auch der ­vermehrte Einkauf im Ausland wird immer mehr zum Problem. Heimische Firmen könnten unter Umständen die Notwendigkeit ­sehen, ihre Strategie zu ändern und Geschäftsfelder auszulagern – was einen Verlust an Arbeitsplätzen in Österreich bedeuten würde. Daher fordert die AUSTROMED nicht nur die Senkung der Lohnnebenkosten, damit der Standort Österreich wettbewerbsfähig bleibt, sondern auch, dass die Preise für Medizinprodukte in Österreich nicht eins zu eins mit denen anderer Länder verglichen werden. Diese Produkte lassen sich nämlich nicht über standardisierte Vertriebsprozesse verkaufen, denn es wird auf die jeweiligen Bedürfnisse der Anwender im jeweiligen Land eingegangen. Sinnvoller wäre es, zu hinterfragen, welche Leistungen eines Unternehmens hinter dem Preis des jeweiligen Produkts stehen. Das kann in einem Fall nur die rein physische Lieferung des Produktes sein und im anderen Fall ein Bündel an Zusatzleistungen des Unternehmens, die nicht einmal im unmittelbaren Zusammenhang mit dem jeweiligen Kauf stehen müssen.

MP 03|2013

Herausgeber: AUSTROMED – Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2013-06-14