Das Schlusswort: Die Zukunft des Medizinprodukts

Aufbauend auf der AUSTROMED-Studie aus dem Jahr 2007 führt das Industriewissenschaftliche Institut (IWI) seit Anfang dieses Jahres ein Update des Projekts durch, im Zuge dessen auch eine Fragebogenerhebung unter den AUSTROMED-­Mitgliedsunternehmen sowie Interviews mit Entscheidungsträgern unter anderem im Krankenhausbereich stattgefunden haben. Zielsetzung ist es, neben der volkswirtschaftlichen ­Bedeutung die aktuelle Bedürfnislage sowie die spezifischen Herausforderungen der Medizinprodukte-Unternehmen in Österreich zu analysieren. Medizinprodukte-Unternehmen setzen bereits seit Jahren verstärkt an den wichtigen Hebeln wie Innovation, Aus- und Weiterbildung und produktbegleitenden Dienstleistungen an. Das hohe Niveau der Betreuung durch österreichische Medizinprodukte-Unternehmen sowie die dafür notwendigen Investitionen in hoch qualifizierte Mitarbeiter müssen auch in Zukunft gewährleistet werden. Dafür sind die Berücksichtigung und auch die Bereitschaft einer finanziellen Anerkennung des Mehrwertes eines Medizinprodukts aus Österreich vonseiten der Einrichtungen des Gesundheitswesens bzw. der Akteure der österreichischen Gesundheitspolitik unbedingt erforderlich. Auch die öffentliche Hand sowie das Gesundheitssystem ­haben einen zentralen Einfluss auf den Markt für Medizin­produkte. In diesem Zusammenhang sehen die Befragten die aktuelle Gesundheitsreform und die geplanten Ausgabendämpfungen überaus kritisch. Verschärft wird die Situation durch die spürbaren Nachwirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Wettbewerbsfähigkeit. Im Gesundheitsbereich müssen in Zukunft Rahmenbedingungen geschaffen werden, in denen sowohl die verstärkte Nachfrage nach Medizinprodukten befriedigt werden kann, als auch die für die Versorgung zuständigen Unternehmen sich entfalten können. Auch im Bereich der Innovationsförderung sind Akzente zu setzen. Die Medizinprodukte-Unternehmen in Österreich leisten aber nicht nur einen wesentlichen Beitrag für eine effiziente ­Gesundheitsversorgung, sie sind darüber hinaus auch ein ­bedeutender Wirtschafts- und Arbeitsmarktfaktor. Durch Vor­leistungs- und Investitionsnachfrage üben die AUSTROMED-Mitgliedsunternehmen einen maßgeblichen Einfluss auf andere Wirtschaftsbereiche aus und generieren so erhebliche volkswirtschaftliche Effekte.Deshalb ist eine starke Einbindung der Medizinprodukte-­Unternehmen bei (gesundheits-)politischen Entscheidungs­prozessen unbedingt zu fordern. Dabei sollten der partnerschaftliche Gedanke sowie die gemeinsame Bemühung, ein modernes und dynamisches Gesundheitssystem zu gestalten, im Vordergrund stehen.

Ihr

Mag. Friedrich Thomasberger
AUSTROMED Präsident

AutorIn: Mag. Friedrich Thomasberger

AUSTROMED Präsident


MP 03|2013

Herausgeber: AUSTROMED – Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2013-06-14