Das Schlusswort: Weg vom Billigstbieterdenken, hin zur optimalen Versorgung für alle

Der oberösterreichische Spitalsbetreiber gespag hat, Medienberichten zufolge, Krankenhäusern die Vorgabe erteilt, bei Hüftprothesen zu sparen. Auf dieses Problem, das in den vergangenen Wochen in Oberösterreich diskutiert wurde, hat AUSTROMED bereits im Herbst 2012 aufmerksam gemacht und forderte: Der Preis darf nur eine Komponente sein, aber nicht die wichtigste, daher weg vom Billigstbieterdenken, denn der Billigstbieter ist in den wenigsten Fällen auch der Bestbieter.

Eine Forderung von AUSTROMED ist deshalb auch, Qualitätskriterien als verpflichtende Zuschlagskriterien bei öffentlichen Ausschreibungen gesetzlich zu verankern. Neben dem Produkt an sich sind in diesem Zusammenhang auch die Zusatzleistungen der Medizinprodukte-Branche für eine erfolgreiche Behandlung entscheidend. In Österreich sind gerade diese Leistungen von großer Bedeutung. Man stelle sich vor, dass eine Hüftprothese erforderlich ist, das Klinikpersonal jedoch nicht ausreichend geschult wurde, um diese patientensicher einzusetzen. Ein solches Szenario durch Billigprodukte will man sich gar nicht erst vorstellen.

Heimische Medizinprodukte-Unternehmen bieten neben der reinen Warenlieferung laufend Schulungen, Beratungen und Einweisungen für die jeweiligen Produkte, die weit über die Verpflichtung des Medizinprodukte-Gesetzes hinausgehen. Es geht um die bestmögliche Qualität der Gesundheitsversorgung unter Wahrung der menschlichen Würde und der Wahlfreiheit jedes Einzelnen. Um die kostengünstige und kontinuierliche Versorgung mit Gütern und Diensten für jeden Patienten zu gewährleisten, müssen die verfügbaren finanziellen Mittel nicht nur effektiv, sondern auch effizient eingesetzt werden. Mit Monopolstellungen von Billigstbietern wird dieses Ziel nicht erreicht werden. Die Folgekosten für das System sind unabsehbar.

Nach Meinung von AUSTROMED ist die Diskussion in Oberösterreich ein erster Vorbote der Gesundheitsreform. Denn wenn Ausgabenobergrenzen exekutiert werden und gleichzeitig die demografische Entwicklung die Fallzahlen erhöht, wird bei der Qualität gespart werden. Daher fordert AUSTROMED nach wie vor ein Abgehen von Ausgabenobergrenzen und die Einführung einer bedarfsgerechten Angebotsplanung.

Ihr

Mag. Friedrich Thomasberger
AUSTROMED Präsident

AutorIn: Mag. Friedrich Thomasberger

AUSTROMED Präsident


MP 02|2013

Herausgeber: AUSTROMED – Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2013-04-05