INFEKTIONSKONGRESS 2013: Nosokomiale Infektionen

Im Krankenhaus erworbene Infektionen machen einen Großteil aller im Spital auftretenden Komplikationen aus und sind mit einer hohen Mortalität verbunden. „Die frühzeitige Erkennung, die optimale Therapie und die erfolgreiche Prävention haben daher einen hohen Stellenwert“, betont Kongresspräsidentin Univ.-Prof. Dr. Corinna Lass-Flörl, Direktorin des Departments für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Universität Innsbruck. Spitalsinfektionen, insbesondere mit antibiotikaresistenten Erregern, sind gefürchtet und erfordern ein multidisziplinäres Vorgehen. In diesem Sinne wurde das Kongressprogramm erstellt.

Bakterien, Viren & Co

Neben industrieunterstützen Symposien zu den Hauptthemen des Kongresses finden auch in diesem Jahr parallel geführte Workshops statt, in denen infektiologische Problemstellungen anhand von Fallbeispielen diskutiert werden. Seltene Erreger wie Mucormyzeten oder Cryptokokken wie auch therapieresistente Bakterien und Viren sowie das Therapiemanagement bei Pneumonie und Sepsis sind dabei ebenso Themen wie Wurminfektionen oder polyparasitäre Infektionen. Als weitere wissenschaftliche Bereicherung runden diverse Posterpräsentationen sowie Pro-Contra-Sitzungen die Veranstaltung ab. Unter anderem wird dabei über den Schlüssel zum Erfolg in der Infektionskontrolle diskutiert werden: Dieser liegt laut den Experten einerseits in der intensiven Hygiene- und Infektionskontrolle, aber auch in der gezielten Antibiotikatherapie.

Prävention: Eine multidisziplinäre Angelegenheit

Die Prävention nosokomialer Infektionen verfolgt vor allem zwei Ziele: die Verhinderung der Infektion des Patienten mit seiner endogenen Flora, etwa im Rahmen eines invasiven Eingriffs. Zweitens gilt es, eine iatrogene Infektion zu vermeiden. Lass-Flörl sieht in einer effizienten Krankenhaushygiene viel Zukunftspotenzial und Entwicklungsmöglichkeiten. „Mit Medikamenten ist man bei der Infektionsbekämpfung irgendwann einmal am Ende angesichts immer resistenter werdender Keime“, so die Expertin. Abgesehen von den antiinfektiven Maßnahmen und der Optimierung kritischer Prozesse wird man auch wieder verstärkt zu klassischen Hygienemaßnahmen wie Händewaschen oder zum vermehrten Tragen von Mundmasken zurückkehren“, ist Lass-Flörl überzeugt.

MP 01|2013

Herausgeber: AUSTROMED – Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2013-02-14