Mobilität goes „Öko“

2010 prüfte der NÖ Landesrechnungshof das Fuhrparkmanagement der NÖ Landeskliniken und formulierte auf Basis der festgestellten Effizienzdefizite einige wesentliche Forderungen an die Verantwortlichen. Im Endbericht heißt es unter anderem: „Der Fuhrpark aller NÖ Landeskliniken stellt einen nicht unerheblichen wirtschaftlichen Wert dar. Der NÖ Landesrechnungshof erwartet daher, dass die Verwaltung der Kraftfahrzeuge von der Beschaffung über die Wartung und den Betrieb entsprechend den Grundsätzen Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit optimiert wird.“ Weiters wird auch angeregt, in der NÖ Landeskliniken-Holding ein zentrales Fuhrparkmanagement einzurichten. Dazu könnte auch, unter Sicherung einer entsprechenden Mitgestaltungsmöglichkeit, die Vergabe an einen externen Dienstleister erfolgen. „Derzeit wird intensiv an der Umsetzung dieser Vorschläge gearbeitet“, erläutert der Projektverantwortliche innerhalb der Holding, Ing. Thomas Hauer-Dobeš, MSc, Leiter der Abteilung Bau und Facility Management. Zuerst einmal wurde eine exakte Analyse und Dokumentation durchgeführt, um einen Überblick über den holdingweiten Fahrzeugbestand zu haben. Rund 90 Fahrzeuge sind hier aktuell dokumentiert, jeweils zu etwa einem Drittel PKW, LKW und Spezialfahrzeuge wie Traktoren, Zugmaschinen, Feuerwehrwagen oder Essenstransporter.
Auf Basis der Bestandsaufnahme wurde anschließend gemeinsam mit einem externen Partner ein zentrales Fuhrparkmanagement entwickelt, in das jetzt Schritt für Schritt die einzelnen Kliniken eingebunden werden, erzählt Hauer-Dobeš. In diesem Konzept wurde für jeden Standort ein Verantwortlicher definiert, der vor Ort für die Umsetzung und Einhaltung der definierten Richtlinien sowie die Verwaltung, Servicierung und Fahrtendokumentation der Fahrzeuge zuständig ist. Anschaffungsentscheidungen bzw. die Entscheidungen, wann ein Fahrzeug aus Kostengründen aus dem Fuhrpark ausgeschieden bzw. durch ein neues ersetzt wird, fallen zukünftig ausschließlich in der Holding auf Empfehlung und Expertise des externen Partners. Der Partner legt der Holding quartalsweise einen Bericht zum Status quo vor, der alle Standorte umfasst, zusätzlich zu einem detaillierten Jahresbericht.
Mit der Eingliederung des gesamten Fuhrparkmanagements in die NÖ LK-Holding trägt das Land nicht nur den Aufforderungen seines obersten Prüforgans Rechnung, sondern ermöglicht dem Management zukünftig auch eine bessere Planung und kosteneffizientere Verwaltung der für den Krankenhausbetrieb benötigten Fahrzeuge.

Gestalten statt nur verwalten

Szenenwechsel: In den Salzburger Landeskliniken ist das Fuhrparkmanagement in den Logistikbereich der Abteilung Einkauf, Logistik und Dienstleistungsmanagement eingebunden. Verwaltet werden rund 150 Fahrzeuge, davon sind etwa 35 für den öffentlichen Verkehr zugelassen. Der Rest ist intralogistisch im Einsatz, vom Patienten-, über den Blut- und Laborprodukte- bis hin zum Essenstransport. Das zentrale Fuhrparkmanagement unter der Verantwortung von Johannes Urban, Leiter der Logistik der SALK, verwaltet aber nicht nur, sondern erarbeitet und implementiert auch immer wieder innovative Mobilitätskonzepte.
Derzeit wird mit Hochdruck am Ausbau der E-Mobilität gearbeitet, erzählt Urban: „Wir legen großen Wert darauf, dass wir vor allem für die Intralogistik verstärkt E-Fahrzeuge anschaffen. Aber auch außerhalb des Klinikgeländes kommen schon einige E-Mobile zum Einsatz, Tendenz steigend.“ Diese strategische Entscheidung habe nicht nur mit dem ökologischen Selbstverständnis zu tun, sondern sei auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht durchaus sinnvoll, erläutert Urban. Zwar seien die Fahrzeuge in der Anschaffung derzeit noch um rund 30 bis 50 Prozent teurer, das lasse sich aber auf lange Sicht mit entsprechend effizientem Betrieb wieder kompensieren. „Wir sehen jedenfalls keinen wirtschaftlichen Nachteil aus der E-Mobilität.“ Auch die wegfallende Lärmbelastung auf dem Klinikgelände spreche für den weiteren Ausbau dieser Technologie.

Rollen statt heben

Eine andere Entwicklung, bei der sich die SALK durchaus als logistischer Trendsetter sieht, betrifft die Umstellung vom „Heben“ hin zum „Rollen“. Es werde versucht, zu transportierende Güter – aber letztendlich auch Patienten – möglichst wenig anzuheben. Dazu braucht es natürlich auch spezielle Fahrzeuge, die in der Lage sind, die Güter auf Rollen entsprechend aufzunehmen, erzählt Urban. Entsprechende Prototypen wurden gemeinsam mit einem schwedischen Logistikpartner entwickelt und von diesem dann auch gebaut. So umfasst der Fuhrpark der SALK unter anderem ein Multifunktionsfahrzeug, das auf Knopfdruck von der Zugmaschine zum Gabelstapler wird oder umgekehrt, je nach Bedarf, oder ein Fahrzeug speziell für Patiententransporte, wo die gesamte Ladefläche bis zum Boden abgesenkt werden kann, um etwa Betten stufenlos und damit ohne Erschütterungen zu laden. Seither können Patienten in ihren eigenen Betten zu notwendigen Untersuchungen gebracht werden, ohne mühsame „Umladungen“ – ein Komfort, der von den Patienten sehr geschätzt wird, sagt Urban.

E-Shuttleservice

Nochmals zurück zur E-Mobilität: Derzeit wird im Rahmen des SALK-Mobilitätskonzeptes gerade an einem neuen, zentralen Parkhaus für das Landeskrankenhaus gearbeitet. Damit soll das Ziel eines weitgehend verkehrsarmen und entsprechend ruhigen Campus verwirklicht werden. Nach Inbetriebnahme des Parkhauses im nächsten Jahr soll dann auch ein Shuttledienst mit einem E-Kleinbus eingerichtet werden, der Patienten und Besucher vom Auto zu den medizinischen Einrichtungen bringen soll – und wieder retour: leise, umweltschonend und effizient.

MP 03|2014

Herausgeber: AUSTROMED, Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2014-06-04