EASD 2018 | HARMONY Outcomes: Albiglutid reduziert kardiovaskuläre Ereignisse

Mit HARMONY Outcomes1 liegen nach LEADER, SUSTAIN-6, ELIXA und EXSCEL die Ergebnisse einer weiteren kardiovaskulären Endpunktstudie eines GLP-1-Rezeptoragonisten vor: Die kardiovaskuläre Sicherheit von Albiglutid wurde in einer Kohorte von 9.463 Patienten mit Typ-2-Diabetes (medianer HbA1c > 8,7 %, mediane Diabetesdauer 14,1 Jahre, medianes Patientenalter 64,1 Jahre) und koronarer, zerebrovaskulärer oder peripherer arterieller Vorerkrankung evaluiert. Patienten wurden randomisiert mit Albiglutid (30–50 mg; s. c.) oder Placebo, jeweils 1-mal wöchentlich, und zusätzlich zu einer Standardtherapie behandelt.

Ergebnisse: Nach einer medianen Beobachtungszeit von 1,6 Jahren erreichten 7 % der Patienten im Albiglutid-Arm vs. 9 % der Patienten im Kontrollarm den 3-fach kombinierten primären Endpunkt (kardiovaskuläre Mortalität, Myokardinfarkt, Schlaganfall); mit einer Hazard Ratio von 0,78 erwies sich Albiglutid gegenüber Placebo hinsichtlich der kardiovaskulären Sicherheit als statistisch signifikant überlegen (p = 0,0006) (Abb.). In der Einzelkomponentenanalyse zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil von Albiglutid in der Reduktion von Myokardinfarkten, ein numerischer Vorteil hinsichtlich Schlaganfall sowie der Kombination von kardiovaskulärer Mortalität und Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz; die kardiovaskuläre (HR 0,93; p = 0,578) und die Gesamtmortalität (HR 0,95; p = 0,644) waren hingegen in beiden Studienarmen vergleichbar.

 

 

Diskussion: Albiglutid reduzierte als Add-on zu einer Standardtherapie das Risiko für den 3-fach kombinierten kardiovaskulären Endpunkt signifikant um 22 %; dies entspricht einer „number needed to treat“ von 50 Patienten über eine Dauer von 1,6 Jahren. Die Einzelanalyse der untersuchten Endpunkte ergab ausschließlich für Myokardinfarkte einen signifikanten Vorteil. Die Ergebnisse sind insgesamt mit den Daten weiterer GLP-1-RA-Endpunktstudien (Liraglutid, Semaglutid) konsistent, wobei Liraglutid zusätzlich mit einer signifikanten Reduktion der Gesamtmortalität assoziiert war. Bezüglich der Sicherheit gab es keine schweren oder unerwarteten Nebenwirkungen; Reaktionen an der Injektionsstelle waren die einzigen Nebenwirkungen, die unter Albiglutid häufiger auftraten als im Vergleichsarm; schwere Hypoglykämien wurden im Behandlungsarm seltener dokumentiert. Die Studienautoren sehen in den Studienergebnissen einen weiteren Hinweis, dass bestimmte GLP-1-RA wertvolle Elemente in der auf kardiovaskuläre Risikoreduktion ausgelegten Therapie von Patienten mit Typ-2-Diabetes darstellen können.

1 Hernandez AF et al., Lancet 2018; DOI: 10.1016/S0140-6736(18)32261-X

DF 05|2018

Herausgeber: Österreichische Diabetes Gesellschaft, Univ.-Prof. Dr. Guntram Schernthaner
Publikationsdatum: 2018-11-07