Hämorrhoidalleiden – Im ersten Schritt konservativ behandeln!

Behandlung entsprechend Schweregrad & Symptomatik

Therapeutisch sollte ein Hämorrhoidalleiden im ersten Schritt grundsätzlich konservativ behandelt werden. Die Therapie erfolgt entsprechend dem Schweregrad bzw. der Symptomatik. Konservative Verfahren wie diätetische Stuhlregulation, Bewegungsprogramme, kühlende Bäder mit Eichenrinden- und Kamillenextrakt, abschwellend wirkende Salben oder Gels, Zäpfchen und Tabletten können zumeist Linderung verschaffen. Lokaltherapeutika weisen sowohl juckreiz- und schmerzstillende als auch entzündungshemmende Wirkung auf. Viele Betroffene empfinden einen zusätzlich kühlenden Effekt als angenehm; dies bietet zum Beispiel ein Gel, das kühlend wirken kann und durch seinen Inhaltsstoff, einen patentierten Polysaccharid-Komplex Bakterien blockiert und dadurch entzündungshemmend wirkt. Auf diese Weise können Beschwerden wie Brennen, Juckreiz und Schmerzen gelindert werden. Auch antibakterielle und antimykotische Substanzen wie Monochlorcarvacrol, Dichlorbenzylalkohol, Chlorhexidingluconat verhindern mögliche Begleiterkrankungen. Auch der Zusatz von Kampfer und Menthol in einigen Produkten sorgt für einen angenehm kühlenden und juckreizstillenden Effekt. Ist eine stärkere antiinflammatorische Wirkung erforderlich, so können kurzzeitig kortikoidhältige Lokaltherapeutika zum Einsatz kommen. Zur oralen Therapie verwendet man flavonoidhältige Venentherapeutika, welche die erhöhte mikrovaskuläre Permeabilität normalisieren und dadurch Störungen im arteriovenösen System positiv beeinflussen.
Eine operative Therapie ist grundsätzlich nur bei Grad III und IV sowie bei großem Leidensdruck durch hartnäckige, über Jahre bestehende Symptomatik, bei der die konservative Therapie nicht ausreicht, zu empfehlen.

Vorbeugetipps:

  • ausgewogene Ernährung: Ballaststoffreiche Kost mit viel Gemüse, Getreide und Obst sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2-3 Liter pro Tag) sorgen für einen ausreichenden und weichen Stuhlgang, wodurch der Druck im Darm abnimmt.
  • Gewichtsreduktion: Übergewicht übt einen großen Druck auf den Beckenboden aus, es besteht ein direkter Zusammenhang mit der Entstehung von Hämorrhoiden.
  • Bewegung: Sport und Bewegung stärken das Bindegewebe und fördern die Darmtätigkeit.
  • richtiger Stuhlgang: Pressen und lange „WC-Sitzungen“ sollten vermieden werden. Der Gang zur Toilette sollte nur dann erfolgen, wenn auch wirklich Stuhldrang besteht – aber dann die Stuhlentleerung nicht aufschieben!
  • Hygiene: Den After am besten nur mit klarem Wasser reinigen, danach sorgfältig trocken tupfen.
  • Stadium I: Schmerzlose hellrote Blutung, Fremdkorpergefühl im Enddarm- und Anusbereich. Venenpolster sind von außen nicht sichtbar.
  • Stadium II: Juckreiz mit Ekzemen, Brennen und Nassen im Anusbereich, Schmerzen beim Stuhlgang. Der Prolaps ist bei Stuhlentleerung sichtbar, zieht sich spontan zurück.
  • Stadium III: Juckreiz, Hämorrhoidalknoten und Analvenenthrombosen (zunehmende Gerinnungsneigung). Prolaps bei Stuhlentleerung, kann zurückgedrückt werden.
  • Stadium IV: Starke Schmerzen, Juckreiz, schleimige Absonderungen. Prolaps ist thrombosiert und fibrosiert, kann nicht mehr zurückgedrückt werden.