EHA 2026: Talquetamab-Kombinationen beim RRMM: künftig bereits ab der Zweitlinie?

Peter Voorhees präsentierte die Ergebnisse der MonumenTAL-3-Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Talquetamab in Kombination mit Daratumumab und Pomalidomid (Tal-DP) versus Talquetamab plus Daratumumab (Tal-D) versus Daratumumab, Pomalidomid und Dexamethason (DPd) bei 864 Patient:innen mit rezidiviertem/refraktärem multiplen Myelom (RRMM). Die Kombinationen nutzen die synergistische Wirkung der Substanzen auf regulatorische und CD8+ T-Lymphozyten sowie auf das Tumormikromilieu. Die Nebenwirkungen (überwiegend Grad 1–2), insbesondere GPRC5D-spezifische Nebenwirkungen wie Geschmackstörungen und Gewichtsschwankungen, waren handhabbar und führten in etwa 8–10 % der Fälle zu Therapieabbrüchen. Im Vergleich zu DPd verbesserten Tal-DP und Tal-D das progressionsfreie Überleben (PFS) signifikant (HR 0,28 bzw. 0,33; jeweils p < 0,0001). Die 24-Monats-PFS-Raten betrugen 81,3 % für Tal-DP, 77,6 % für Tal-D und 51,2 % für DPd. Auch das Gesamtüberleben (OS) war unter Tal-DP und Tal-D im Vergleich zu DPd verbessert (HR 0,47 bzw. 0,51). Die Ansprechraten betrugen 88,2 % bei Tal-DP, 88,5 % bei Tal-D und 77,6 % bei DPd, bei MRD-negativen ≥ kompletten Remissionsraten von 52,3 % bei Tal-DP, 46,3 % bei Tal-D und 15,9 % bei DPd.

Klinische Relevanz: Die Kombination von Talquetamab mit Daratumumab mit oder ohne Pomalidomid führt zu einem PFS- und OS-Vorteil gegenüber DPd und könnte in Zukunft ein neuer Standard ab der 2. Linie in der Behandlung des RRMM werden.